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Chirurgische Anatomie und Operationslehre für Thierärzte / von Dr. E.F. Gurlt und Dr. C.H. Hertwig, Professoren an der Königlichen Thierarzneischule zu Berlin
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age. e, Wo dieses Seschwollen, dlens hen achen, haupt- esen. Un sie lgatters, wel. und Unterkie- den nöthigen unn hebt man en der linken und zieht es d weun dies rechien Kand zwei bis vier . Diese Ein- Zoll von deginnen etwa erstrecken sich ge 2u, und je Zoll ½ Zol ast immer Sei. ielen Tuuger tung ist in der a 8 1Suudk

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man die Wolle rein ab, und reiniget es dann durch lau- warmes Seifenwasser. Hierauf schneidet man mit einem gewöhnlichen Bistouri am vordern Ende des Euters durch die Haut bis in die Substanz desselben, und führt den Schnitt wenigstens 2 Zoll lang, oder selbst bis an das hintere Ende des Euters. Dergleichen Eiuschnitte macht man in der Breite des Euters 2 3 auf jeder

Seite, und zwar einen vom andern gegen 1 ¼" eutfernt;

die Zitzen schont man hierbei, und eben so die völlig

gesunden Stellen. Die Blutung aus den Schnitten ist fast immer nur sparsam, und sie mufs deshalb durch öf- teres Abwischen mit einem feuchten Schwamm, und durch oft wiederholtes Befeuchten mit warmem Wasser während einer ganzen Stunde unterhalten werden. Eine besondere Nachbehandlung der Scarificationswunden ist gewoöhnlich nicht nöthig, dagegen ist zur weitern Beför- derung der Zertheilung fleifsiges Ausmelken des Euters und das oft wiederholte Befeuchten desselben mit einer Auflösung von Kali carbonicum u. s. w. zweckmälsig.

) Scarifiçationen am Hufe. Ai Bei heftigen Entzündungen der Weichgebilde im

Hufe sind Searificationen der Hufkrone und der Fleisch-

sohle empfohlen. Erstere bestehen ganz einfach in senk-

rechten Einschnitten, welche durch die Haut und die

Kronenwulst, 1 ⁄lang von oben her bis gegen den Saum

gemacht werden. Die einzelnen Schnitte werden einer

vom andern cirea 1 Zoll entfernt angebracht. Die ent- stehende Blatung unterhält man durch Befeuchten der verletzten Theile mit warmem Wasser, oder durch Ein- stellen des leidenden Fuſses in ein Gefäfs mit dieser

Flüssigkeit; sollte sie jedoch mit Heftigkeit zu lange

fortdauern, so ist sie durch einen Druckverband leicht

zu stillen. Ich habe bisher von diesen Scarificationen der Krone keinen grofsen Nutzen gesehen.

Die Scarificationen an der Fleischsohle sind in drei-

fach verschiedener Art auszuführen und zwar:

1) auf die Weise, daſs man mittelst eines Wirk- messers oder eines Rinnenmessers die Hornsohle an der am meisten entzündeten und schmerzhaften Parthie der Sohle so dünn schneidet, dafs man

dieselbe mit dem Fingernagel eindrücken kann, worauf man mit einem gewöhnlichen Bistouri da- sselbst 2, 3, oder mehrere Einschnitte durch die verdännte Hornsochle in die Fleischsohle macht.

Diese Einschnitte müssen eine Länge von ¼ bis 1 Zoll haben und 4 bis 6 Linien von einander ent- entfernt sein; ihre Tiefe darf in der Fleischsohle nur 1 bis 1 ½ Linien betragen. Oder:

2) wenn die Hornsohle bis zu dem eben bezeichneten Grade verdünnt ist, macht man mit einem Lorbeer- blattmesser in sie, und zwar am besten neben dem Zehentheil, und nahe neben dem innern Rande der weilsen Linie, einen halbmondförmigen Schnitt, gegen ¾ Zoll lang, löset den halbmondförmigen

Lappen von der Fleischsohle ab, und scarifizirt die Letztere mit 2 Einschnitten. Soll die hier- nach entstandene Blutung gestillt werden, so darf man nur den Lappen der Hornsohle gegen die Fleischsohle gelind andrücken und allenfalls noch

einen gelinden Druckverband anlegen.

3) Man schneidet an der betreffenden Stelle mit einem eigenthümlich construirten Bohrinstrument(wel- ches einer dreizackigen Gabel ähnlich sieht), eine Kreisfurche in die Hornsohle, ähnlich wie dies beim Trepaniren an dem Knochen mit dem Trepan

geschieht. Diese Furche muls möglichst gleich- mäſsig bis auf die Fleischsohle eindringen, und wo dies nicht geschehen ist, muſs es mit der Spitze des Lorbeerblattmessers nachträglich bewirkt wer-

den. In den Mittelpunkt des mit der Kreisfurche umgebenen Hornstückes bohrt man eine Knochen- schraube(wie dieselbe beim Trepaniren gebraucht wird), und sucht durch hebelartiges Hin- und Herbewegen derselben das Hornstück von der Fleischsohle abzulösen und es heraus zu ziehen.

Hierauf wird die blosgelegte Fleischsohle in gleich- mälsiger Entfernung von den Rändern der Oeff- nung an zwei Stellen gegen 1 tief mit einem scharfen Bistouri eingeschnitten. Auch hier kann die entstehende Blutung durch Befeuchten mit war- mem Wasser längere Zeit unterhalten werden, worauf, wenn sie genügend erfolgt ist, mittelst eines Wergtampons, oder mittelst eines glatt ge- schnittenen, runden und genau in die Oeffnung passenden Korkstückchens ein gelinder Druck ge- gen die Fleischsohle angebracht wird, um das Her- vorquellen der Letztern zu verhindern.

Die Nachbehandlung besteht bei der einen wie bei der andern Methode dieser Scarificationen nur in der Anwendung der Kälte auf den operirten Fufs, in Form von Fufsbädern oder von Umschlägen.

III. Das Impfen der Schaafpochen(Insitio variolae ovinae).

dul. 8.

Diese Operation besteht darin, daſs eine mit dem Schaafpocken-Contagium geschwängerte thierische Fläs- sigkeit in eine kleine Wunde an der Haut eines gesun- den Schaafes gebracht wird. Der Zweck hierbei ist: durch diese sehr begrenzte locale Infection einen mildern Character der Krankheit bei den einzelnen Thieren zu bewirken, so wie auch ein gleichzeitiges Erkranken der Thiere einer ganzen Heerde herbeizuführen, und somit die Dauer einer Schaafpockenseuche in einer Heerde zu

verkürzen.

Das Impfen der Schaafpocken ist um die Mitte des vorigen Jahrhunderts, wahrscheinlich von Chalette und Bourgelat¹) zuerst empfohlen worden, nach der Ildee der bereits lange vor dieser Zeit gebräuchlich gewesenen Impfung der Menschenpocken; obgleich Amoreux 4*) angiebt, dafs die Schaafpockenimpfung schon vor der Impfung der Menschenpocken in Frankreich gebräuchlich

*) In seinen Bemerkungen zu Barbaret's gekrönter Preisschrift über die epizootischen Krankheiten.

2) Lettre d'un médecin de Montpellier à un magistrat etc. 1771.

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