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EZuar vollständigen Ausführung einer blutigen Opera- tion gehört auch immer die Stillung der etwa am Ende derselben noch bestehenden Blutung, sehr oft auch die
mn Allgemeine Regein
Wenn die Operation vollendet, die Blutung gestillt, das äufserlich anhängende Blut u. dgl. entfernt, und ein dem Zwecke entsprechender Verband angelegt ist, läfst man das Thier mit der hierzu nöthigen Vorsicht von den, bis dahin an ihm gebrauchten Zwangs- und Befe- stigungsmitteln befreien, es bei erhitztem Körper etwas mit Stroh abreiben, und dann es in den zu seiner wei- tern Pflege bestimmten Stall bringen. Dieser muſs eine mehr kühle als warme Temperatur und möglichst reine Luſt besitzen, frei von Zugluft, geräumig und hell (nach Augenoperationen aber dunkel) sein. Kleine Ställe, in denen sich das operirte Thier allein oder nur neben wenigen andern Thieren befindet, haben vor gro- ſsen, von vielen Thieren bewohnten Ställen den Vorzug; weil in ihnen gewöhnlich mehr Ruhe besteht und die Luft weniger verdorben ist als in den letzteren. Für groſse Thiere sind abgetheilte Stände mit Latierbäumen, oder Kastenstände mit niedrigen Scheidewänden sehr
zweckmäſsig, indem sie die Thiere genügend von den
übrigen absondern, und dennoch bei gehörigem Licht die
Beobachtung aller Theile des Körpers und einen leich-
ten Zugang zu denselben gestatten. Wenn Thiere während einer Operation sich erhitzt,
oder wenn sie längere Zeit im gefesselten und gebun-
denen Zustande auf dem Boden gelegen haben, ist es
zweckmäſsig(wie oben angedeutet), gleich nach Been-
digung der Operation und nach Entfernung der Binde- stricke u. dgl. ihren ganzen Körper, besonders aber die Theile, welche der unmittelbaren Einwirkung der Brem- sen, Bänder und Stricke ausgesetzt waren, mit Stroh- wischen mäſsig stark zu reiben und dann ihnen eine Decke aufzulegen. Es wird dadurch einerseits der vor- handene Schweiſs zum Theil aus den Haaren entfernt, der Körper schneller und gleichmäſsiger trocken, und dadurch dem Entstehen von Erkältungskrankheiten vor- gebeugt; andererseits werden durch das Reiben Stok- kungen in den Gefäſsen, und Extravasate in den ge- bunden gewesenen Theilen beseitiget.
Im Stalle läſst man den, von Blutverlust oder von vorausgegangenen Kraukheiten sehr geschwächten, so wie die mit Gebrechen oder mit Verletzungen der Füfse behafteten, und eben so allen kleineren Thieren, nach überstandenen Operationen ein weiches, gleichmaſsi- ges Strohlager bereiten und gestattet ihnen das Nie- derlegen auf dasselbe. Zu diesem Zawecke müssen die groſsen Thiere entweder mit gehörig langen Halfter- stricken angebunden werden, oder, wie die kleinen Thiere, ganz unangebunden bleiben,— wenn Letzteres die Lokalität(z. B. ein sogenannter Boxstall), das Be- nehmen des Thieres und die Beschaffenheit der operirten
Theile erlaubt. Liegen die groſsen Thiere auch später-
hin anhaltend, so muſs man sie, um das Wundliegen möglichst zu verhüten, täglich zweimal von einer Seite des Körpers auf die andere umwenden, die Streu immer
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künstliche Schlieſsung der Operationswunden, und die Anlegung eines Verbandes. Letzteres, so wie die Rei- nigung von Blut u. s. w. geschieht zuweilen erst später.
nach der Operation.
gleichmäſsig weich und rein erhalten, und dieselbe öfter erneuern. Leider wird jedoch das Durchliegen bei sehr unruhigen und bei magern Thieren durch keine Vorsicht abgewendet. Die durch das Liegen entstandenen Ver- letzungen werden nach den Regeln der Chirurgie be- handelt.—
In andern Fällen müssen in der Regel die Thiere von groſser Art unmittelbar nach Operationen stehend, hoch und kurz angebunden erhalten werden, besonders aber dann, wenn sie nicht zu matt sind, wenn sie eine Neigung zeigen sich zu reiben oder mit den Zähnen au den operirten Theilen zu nagen, oder wenn man durch ihre Bewegungen beim Niederlegen und Aufstehen eine zu heftige Dehnung, Zerreiſsung, oder Druck an den operirten Theilen, Blutungen, Vorfälle u. dgl. zu fürch- ten hat. Unter diesen Umständen kann man ein Thier, welches wegen Mattigkeit oder wegen Leiden der Fälse das lange Stehen nicht gut erträgt, durch einen Hänge- gurt oder Schwebegurt unterstützen, den man nöthigen- falls aus dicken Säcken, aus mehrfach zusammengeleg- ter Leinwand u. dgl. leicht anſertigen und mittelst Stricke
an Krampen oder Ringen an der Decke des Stalles be-
festigen kann. Doch muſfs hierbei das Thier immer noch von selbst aufrecht stehen können; denn durch den Gurt kann es nur unterstützt, aber nicht schwebend getra- gen werden. A bau ustlatl moh n0
Will man bei operirten Pferden das Scheuern am Kopfe, am Genick, am Halse, am vordern Theile der Brust und an den Vorderfüfsen verhüten, so mufs man sie im Stande umkehren, und sie mit dem Kopfe rechts und links an die Seitenpfähle anbinden.— Gegen das Nagen mit den Zähnen dient der Maulkorb. Das Na- gen und Reiben mit dem Maule an den Füſsen und an der Brust und die zu heftigen Seitenbewegungen des Halses verhindert man, aufser dem kurzen Anbinden des Thieres, auch durch einen dicken glatten Stock, welchen man mit dem einen Ende an die Halfter, mit dem an- dern aber an den, um den Leib liegenden Deckengurt bindet. Zuweilen genügt dies Hülfsmittel auf einer Seite des Thieres. in andern Fällen wird es auf beiden Sei- ten erforderlich.— Für denselben Zweck, und eben so um das Reiben des Halses an der Krippe u. s. W. zu verhindern, benutzt man das gegliederte Holz-Halsband (Zacken- oder Rosettenhalsband, den hölzernen Hals- kragen), welcher ³) aus 12 hölzernen, 15 Zoll langen, etwa 1 Zoll dicken, runden, glatten, an den Enden ab- gerundeten und daselbst mit einem circa 4— 5 Linien breiten Loche queer durchbohrten Stäben,— 5) aus 12 länglich runden, glatten, 3 Zoll langen, in der Längen- richtung mit einem 4— 5 Linien breiten Loch durch- bohrten Klötzen,— c) aus 12 eben solchen, nur 2 Zoll langen Klötzen,— und d) aus 2, etwa 3 Linien dicken und 2 Ellen langen Schnüren in der Art zusammenge- setzt ist, dals an dem einen Ende zwischen je 2 Stä- be eins der gröſsern, am andern Ende aber eins der
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