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zustandes, des Ortes und der übrigen Verhältnisse, un- ter denen ein Thier sich befiudet. Sie sind daher für jeden besondern Fall und bei jedem Thiere eigenthüm- lich; im Allgemeinen aber müssen sie sich darauf stützen: Istens dals eine beabsichtigte Operation in dem vorhan- denen Falle nöthig oder nützlich ist; IItens daſs die- selbe ausführbar ist, und IIItens daſs sie mit einem gu-
ten Erfolge begleitet sein werde.
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1I. Bei der Beurtheilung der Nothweudigkeit oder der Nützlichkeit einer Operation muſs man zunächst die Art, den Grad, den Sitz, die Dauer und die Wirkun- gen der Krankheit, dann den Heilzweck und die pri- mären und sekundären Würkungen der Operation selbst genau erwägen. bui⸗ aladl
Mit Röüeksicht auf dicsei Verhältnisse Huden sieh dann die Operationen im Allgemeinen da augezeigt:
1) wo durch Abweichungen in der Form, Gröſse,
Lage oder Verbindung einzelner Theile des Thier-
körpers ein solcher abnormer Zustand herbeigeführt ist, welcher dem Leben Gefahr drohet, oder der Gesundheit, der Brauchbarkeit oder der Schöunheit Eintrag thut, und der durch andere Heilmittel nicht zu beseitigen ist(2. B. feste Einschnürung der Ge- därme bei Brüchen,— ſestsitzende fremde Körper im Schlunde); 19 2) auch da, wo bei Kraukheiten der bezeichneten Art weine 0 peration nicht gerade das einzige Heil- oder Rettungsmittel ist, doch aber die Heilung durch sie sicherer, oder schneller und wohlfeiler bewirkt wer- den kann, als durch Heilmittel anderer Art(z. B. die Heilung einer weit verbreiteten Nackeufistel ver- mittelst Daurchschneidung des Nackenbandes;— das Abschneiden einer groſsen Warze, im Vergleich aur Zerstörung derselben durch Aetzmittel u. dgl.). — Denn Wohlfeilheit, Schnelligkeit und sicherer
Erfolg gehören zu den wichtigsten Anforderungen
an jede gute thierärztliche Kur..
3) Wo materielle Ursachen, oder auch materielle Pro- dukte einer sogenannten örtlichen Kraukheit zuge-
gen sind und durch eine Operation entferut werden können(z. B. fremde Körper in aMuudeu, Eiter in Abscessen). uu aien doan 4) Eben so ua, Wo materielle Produkte einer zwar allgemeinen, aber schon vorübergegangenen Krank- heit als ein örtliches Leiden noch fortbestehen(z. B metastatische Geschwülste und Erieſsuhgen nach fieberhaften Krankheiten). 5) Wo bei dynamischen Krankheitsprozessen eine Operation durch ihre primären oder sekundären Wir- kungen solche Veränderungen herbeiführen kann, adaſs hierdurch die Krankheit zum Erlöschen ge-
uibracht wird(z. B. Reiben des Leibes bei Krampf-
kolik, Aderlassen bei Entzündungen); und
6) selbst da, wo eine Krankheit zwar nicht durch
Operation völlig gelleilt werden kann, doch aber meihre gefährlichen oder lästigen Zufälle durch ein operatives Verfahren beseitiget werden können(2. B. bei Hartschnauffigkeit durch die Tracheotomie,—
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bei der chronischen Hufgelenkslahmheit durch die
Neurotomie).
Bei denjenigen Operationen, die zur Verbesserung eines Thieres für bestimmte ökonomische Zwecke, oder die blos der Mode wegen nach dem Willen der Eigen- thämer unternommen werden, kommt es fast nur allein auf die Beräcksichtigung der folgenden Umstände au, weil in diesen Fällen die Nützlichkeit oder Nothwen- digkeit der verlangten Operationen als schon ermittelt, in der Regel angenommen werden kann.
X 1*§. 12.
II. Als ausführbar kann jede Operation betrachtet werden, wenn die hierzu nöthigen Hülfsmittel vorhanden sind, und wenn der Operateur die erforderliche Geschick- lichkeit besitzt. Es ist jedoch wohl zu beherzigen, daſs mit der praktischen Ausführbarkeit einer Operation nicht immer ein gläcklicher Erfolg verbunden ist, und daſs daher die Folgen eiues gewagten Uuternehmens nach allen Seiten auf das Genaueste erwogen werden müs- sen. Da übrigens die thierärztliche Operationslehre noch lange nicht ihre Vollendung erreicht hat, so wer- den in der Folge gewiſs noch manche Operationen verbes- sert, und andere, an deren Ausführbarkeit man jetzt nicht denkt, neu erfunden und ausgeführt werdeu, wie dies z. B. in neuerer Zeit mit dem Durchschneiden des Nackenbandes bei bösartigen Genickfisteln, mit dem Durchschneiden der Nerven bei Spatt, Schale und chro- nischer Gelenklahmheit, mit der Operation des sogenann- ten innern Bauchfellbruchs, mit dem Darmschnitt bei hartnäckiger Verstopfung des Dickdarms durch feste Kothmassen, mit dem Austechen der Kolben der Riech- nerven bei Auhäufung von wässeriger Flüssigkeit im Gehirn der dummkollerigen Pſerde, u. s. w. gesche- hen ist. n
619§. 13.
III. Der Erfolg eiuer Operation kann entweder dem Zwecke derselben ganz, oder nur zum Theil entspre- chen, oder er kann sogar ungünstig sein. Diese Ver- schiedenheit des Erfolges ist, abgesehen von der ge- schickten oder ungeschickten Ausführung der Operation, von folgenden Umständen abhängig: 1) von dem Kör-
perzustande des zu operirenden Thieres; 2) von der
Gemüthsart desselben; 3) von den äuſsern Einwirkun- gen, und 4) von dem, mit der Operation an und für sich verbundenen Grade der Gefahr. 1) Wenn die Constitution eines Thieres von der Art ist, bundene Verletzung ertragen kann, sondern dafs auch
dafs es nicht nur die, mit der Operation ver-
die Reactionen des Organismus in einem, dem Zwecke entsprechenden Grade erfolgen können, so ist mit gro- ſser Wahrscheinlichkeit ein guter Erfolg zu erwarten. Mehr spezielle Regeln hierüber festzustellen ist sehr schwer, da jeder Fall seine Eigenthümlichkeiten hat. ) dals alle wichtige oder tief eingreifende Operationen, wenn sie
Im Allgemeinen läſst sich nur angeben:
nicht etwa durch einen vorhandeuen Krankheitszustand als nöthig indicirt sind, nur an völlig gesunden und kräftigen Thieren gemacht werden sollten; dafs man sie dagegen aber 5) an Thieren, die zu jung und zart, oder
zu alt, zu abgemagert und geschwächt sind, auch bei


