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Svccincta Descriptio Ossium Et Musculorum Corporis Hvmani Ac Horvm Praecive Qvi In Svperficie Corporis Svnt Obvii Methodo Idonea Tabellari Concinnata : cum XIX. Tabulis aeneis / a Christiano Theophilo Hofmann Medic. Doct. Anatomiae Et Chirvrgiae Profess. Pvbl. Ord. in Viniversitate Altorfina Et Ibid. Poliatro, Academiae Imperial. Nat. Cvrios. Et Electoral. Mogvnt. Scientiar. Collega./von Christian Gottlieb Hofmann der Arzneikunst Doktor, der Zergliederungs- und Wundarzneikust öffnetl. ordentl. Lehrer der Universität Altorf, und Stadt-Physikus daselbst, der kaiserl. Akademie der Naturforscher und der kurfürstl. Mainzischen Akademie der Wissenschaften Mitglied.
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GBAAͤAS

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Corporis animalis motus, ſive ſunt involuntarii, ſi nem-

pe ſine animi intentione peraguntur, quales c. gr. actio cor- dis et diaphragmatis, et ſic p. perpetuo usque ad mortem durantes; five voluntarii, ex noſtra voluntate profecti, ii- que ſatis diu ſaepe, inter ſomnum maxime, praepediti qui-

eſcunt.

Vterque motus a multis perficitur muſculis, quorum numerus vix accurate determinari poteſt, quia tenuiores in- primis in diverſis ſubiectis mirifice inter ſe variant, quae ta- men varietas Anatomico interdum eſt tribuenda. Ali inte- rim numerant quingentos muſculos; alii contra multo mi-

norem ſtatuunt numerum.

Quoad adtionem iure meritoque funes aut vectes re- ferunt, offa quaquaverſum dirigentes ac motitantes. In

aGtionibus ſuis conſpirantes muſculi, ſocii vocantur ſive con-

generes; qui ſibi adverſantur, ſunt antagoniſtac.

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Vſis: vera ac genuina muſculi talis eſt indoles, ut

venter cius contrahatur, adeoque extremitates utraeque ſibi

invicem propius accedant, quo ſimul pars media intumeſcit, qureſcit et in oculos incurrit diſtindius. Haec muſculorum varietas pictoribus aeque ac ſtatuariis maxime animadver- tenda eſt, ſi operibus artis ſuae ipſiſſimam naturam verita- temque conciliare voluerint. Qua interim ratione muſculus animi nutui reſpondeat, latet. Quaecunque circa hoc na- turae myſterium divinare licet, co redeunt, ut absque du- bio mediante nervorum medulla motum iſtum peragi cen- ſcamus. Plura dabunt Halleri ſcripta phyſiologica et Iſen- flammii*) huc ſpectantia.

Cum noſtra tractatio non tam artificibus(vid. praefat.), multo minus in arte anatomica magiſtris, ſed tironibus uni- ce ſit dicata; hi forte aphorismi myologici abunde ſuffici- ent. Ceterum ſubſcribo ſententiae cel. Selle**), nervos ſci- licet et vaſa ſanguifera ut plurimum quoad muſculorum ſr- tum determinari,(quae, nevrologiae puta et angiologiae, ca- pita, tam generatim in praxi medica, quam ſigillatim in chirurgica maximi ſane ſunt momenti); qui ergo ad artem

acceſſurus eſt medicam aut chirurgicam, de penitiori muſcu-

lorum cognitione debet circumſpicere; ita ut potius directio- nes fibrarum ſitumque univerſum, quam fines et adhaeſio- nes eorum probe calleat; quia in cutis inciſionibus, ut on- cotomia, membrorum amputationibus, fracturis, cet. de fi-

brarum

Die Bewegungen des thieriſchen Koͤrpers ſind entweder unwillkuͤhrlich, nemlich wenn ſie ohne unſer Bewuſtſeyn ge⸗ ſchehen, wie z. B. die Bewegung des Herzens und Zwerch⸗ fells, u. ſ. f. und dieſe dauern unaufhoͤrlich fort, bis zum Tod; oder ſie ſind willkuͤhrlich, das heiſt, ſie haͤngen von dem Willen ab, und dieſe werden oft lange Zeit, beſonders im Schlaf, unterbrochen.

Beide Arten der Bewegung geſchehen durch eine Men⸗ ge Muskeln, deren Anzahl man nicht ganz genau angeben kann, weil ſolche, wenigſtens was die kleinern anbetrift, in mancherlei Perſonen oft ſehr verſchieden gefunden werden, welche Verſchiedenheit auch nicht ſelten von dem Zerglie⸗ derer ſelbſt abhaͤngt. Doch pflegt man gemeiniglich fuͤnf⸗ hundert Muskeln zu zaͤhlen, wiewohl auch andere eine weit geringere Zahl annehmen.

In Abſicht ihrer Wirkung ſind ſie mit Recht als Strike oder Hebel zu betrachten, welche die Knochen nach verſchie⸗ denen Seiten ziehen und bewegen. Diejenigen Muskeln, die einander in einerlei Wuͤrkung unterſtuͤzen, nennt man verſchwiſterte Muskeln; die aber auf eine einander zuwider laufende Art wuͤrken, entgegengeſezte Muskeln.

Nuzen: die wahre und eigne Wuͤrkung des Muskels beſteht in der Zuſammenziehung ſeines mittlern Theils, wo⸗ bei nothwendig deſſen beide Enden naͤher an einander kom⸗ men, und zugleich der mittlere Theil anſchwillt, auch haͤrter und ſichtbarer wird. Dieſe Veraͤnderung der Muskeln iſt es hauptſaͤchlich, die der Mahler und Bildhauer vor Augen haben muß, wenn er ſeinen Werken das Gepraͤge der Na⸗ tur und Warheit geben will. Auf welch eine Art es unter⸗ deſſen zugeht, daß ſich der Muskel auf Verlangen des Wil⸗ lens hier oder dorthin bewegt, iſt uns noch unbekannt. Alles, was wir von dieſem Geheimnis der Natur errathen koͤnnen, iſt dieſes, daß es ohnfehlbar durch Einflus des markichten Weſens der Nerven geſchehe. Mehrers hiervon kann man in Hallers phyſiologiſchen Schriften und im Iſenflamm*) nachſehen.

Da gegenwaͤrtige Abhandlung nicht ſowohl fuͤr Kuͤnſt⸗ ler(ſiehe Vorrede), noch vielweniger fuͤr Meiſter in der Anatomie, ſondern blos fuͤr Anfaͤnger in derſelben beſtimmt iſt; ſo moͤgen dieſe wenigen Saͤze von der Muskellehre ge⸗ nug ſeyn. Auch bin ich voͤllig der Meinung des Herrn Selle*), nemlich weil die Nerven und Blutgefaͤſe meiſtens nach der Lage der Muskeln beſtimmt werden, welches ſo wie uͤberhaupt in der Heilkunſt, alſo beſonders in der Wundarz⸗

neikunſt zwei Lehren von groſer Wichtigkeit ſind; ſo hat ein Lehrling der Arzneiwiſſenſchaft und Wundarzneikunſt hoͤchſt⸗ nöthig, ſich die Muskeln ſelbſt bekannt zu machen, wobei es aber mehr auf die Kenntnis der Richtung ihrer Fibern und ihrer allgemeinen Lage, als auf die Endigungen derſel⸗ ben ankommt; weil bei Hauteinſchnitten, Eroͤfnung der Ge⸗ ſchwuͤre

*) Jac. Friedr. Iſenflamm Verſuch einiger praktiſchen Anmerkungen uͤber die Nerven, ꝛc. Erlang 1774. 8. deſſelben Verſuch prakti⸗

ſcher Anmerkungen uͤber die Muskeln. Erlang 1778. 8.

**) C. G. Selle Einleitung in das Studium der Natur⸗ und Arzneywiſſenſchaft. Berlin 1777. 8.