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steht, in einem höhern Grade zu bemerken als unter entgegengesetzten Umständen.
Soll die Durchschneidung von der hintern Fläche der Hufbeinbeugesehne ber geschehen, so trennt man die letztere und die Sehne des Kroubeinbeugers an der Operationsstelle etwas auseinander, schiebt dann das spitze Tenotom mit den Flächen gegen die Sehnen ge- richtet zwischen diese, kehrt dann die Schneide des Messers gegen die Hufbeinsbeugesehne, und durchschnei- det dieselbe mittelst Anwendung der oben angegebenen Handgriffe.
Wenn man die Durchschneidung des Kronbeinbeu- gers bewirken will, kann man entweder das sichelför- mige Tenotom unter der Haut über die hintere Fläche der Sehne führen und dieselbe von dieser Seite her durchschneiden, oder man führt ein schmales, sanft ge- balltes Bistouri zwischen den Kronen- und Hufbein- beuger und bewirkt die Trennung von vorn nach hin- ten. Im erstern Falle kann, wenn dies die Nothwen- digkeit bedingt, dann noch die Hufbeinsbeugesehne in derselben Richtung durchschnitten werden,— im letztern Falle aber diese Sehne schon vorher durchschuitten sein.
Als Abweichungen von dem bezeichneten Verfah-
ren sind zu nennen: 1) daſs man zwischen die Sehnen
eine Hohlsonde bis zur andern Seite der Haut schiebt
und auf der Hohlsonde die Durchschneidung der Sehnen mit einem Knopfbistouri ausführt;— 2) daſs Dela- fond die zu durchschneidende Sehne von den umge- benden Theilen trennt, sie auf eine nach der Fläche ge- bogene Scheere nimmt, so dafs sie an der Oberfläche der Wunde liegt und sie dann durchschneidet.
Durch diese Vorsicht wird zwar in beiden Fällen die Verletzung der Blutgefäfse und Nerven sicherer ver- mieden, aber auch die Wunde mehr ausgedehnt, mehr gereizt, mehr der Luft ausgesetzt, und in Folge dessen entsteht heftigere Eutzündung, zu reichliche Eiterung und spätere Heilung mit gröſsern Narben.
§. 164.
Nach dem Durchschneiden der Sehnen mufs der Fes- sel sich leichter und im stärkern Grade vorwärts strek- ken lassen. Gelingt dies bei Anwendung einer mäſsi- gen Kraft mit den Händen nicht, sind die Sehnen unter einander verwachsen, und war auch das Zurücktreten
ihrer Enden an der Schnittstelle uur gering, so kann
man, nach Professor Dick, versuchen, die Theile durch
eine gröſsere Kraftanwendung nachgiebiger zu machen, indem der Operateur sein Knie gegen die vordere Fläche des Fesselgelenks setzt und mit der einen Hand das Schienbein festhält, mit der andern aber den Huf ergreift und diesen nebst dem l'essel so stark vor- wärts zieht, daſs die Adhäsionen der Sehnen hinrei- chend nachgeben müssen.— Sollte auch dies Verfahren nicht genügen und nur der Hufbein- oder nur der Kron- beinbeuger durchschnitten worden sein, so würde man nun die zweite Sehne(wie bereits oben angegeben) noch durchschneiden müssen. Man darf jedoch über ein mäſsiges Nachgeben des Gelenks nicht zu ängstlich sein, da dasselbe sich, wenn erst das Pferd wieder auf den Fuſs auftritt, nach und nach bedeutend vermehrt und bessert.
Sollte ein Gefäfs bei der Operation verletzt sein und stark bluten, so unterbindet man es oder man dre- het es zu. Daun reiniget man die Wunde, legt über dieselbe eine Werg-Compresse und eine desgleichen an die entgegengesetzte Seite der Sehnen, und umwickelt den Fufs von der Krone an bis zum Fufswurzelgelenk mit einer mälsig fest und recht gleichmäfsig angelegten Binde. Dieterichs(a. a. O.) empfiehlt das Heſten der Wundränder durch die blutige Naht und dann das Ausstreichen des etwa wieder in ihr angesammelten Blu- tes vor dem Anlegen des eben bezeichneten Verbandes; ich kann jedoch dies Verfahren als zweckmälsig nicht anerkennen, weil nach meinen Beobachtungen diese Wunden niemals durch schnelle Vereinigung heilen, so- mit die Naht nichts nutzt, dagegen ein wenig Blut in der Wunde nicht schadet.
Nach angelegtem Verbande läfst man das Pferd entfesseln und aufstehen, führt es in den Stall und be- handelt es daselbst den Umständen angemessen, wie dies unten im§. 167. angedeutet wird.
§. 165.
5) Die Ausführung der subkutanen Durch- schneidung geschieht folgendermaalsen: Nachdem das Pferd in der oben bezeichneten Weise liegend befesti- get und der Fufs von einem Gehülfen gehalten ist, um- falst der Operateur mit seiner linken Hand das Schien- bein an der Operationsstelle und spannt hierdurch die Haut straff an; dann untersucht er die Lage der Gefäſse und Nerven und entscheidet sich darüber: ob er die be- treffende Sehne 1) in der Richtung von hinten nach vorn oder 2) entgegengesetzt durchschneiden will und wählt hiernach den Einstichpunkt für das spitze Teno- tom. Dieser soll nämlich immer so augebracht werden, dafs er nicht gerade gegenüber der Sehnenwunde steht und den Eintritt der Luft zu derselben gestattet; sondern er mufs deshalb im ersten Falle immer 6— 8 Linien vor der Sehne, d. h. dem Schienbein zu, im Falle 2 aber eben so weit hinter der Sehne sein.
An der bezeichneten Stelle steche man nun das spitze Messer, und zwar stets die Schneide nach dem Fessel, den Rücken nach dem Kuie gekehrt, durch die Haut, schiebe es so, indem es mit einer Fläche gegen diese liegt, im Zellgewebe unter derselben mit der Spitze bis an die Grenze der zu durchschneidenden Sehne,— z. B. wenn die Hufbeinbeugesehne von hinten her durch- schnitten werden soll, von vorn bis an die Zusammen- fügung dieser Sehne mit der des Kronbeinbeugers, wo- bei fortwährend der Zeigefinger der linken Hand fühlend die Spitze des Messers unter der Haut leitet. Ist das Messer hinreichend vorgerückt, so läſst man durch den Gehülfen den Fuſs(selbst etwas das Knie) beugen, um die Sehnen zu erschlaffen,— erhebt den Stiel des Mes- sers fast bis zur senkrechten Stellung und dringt mit der Klinge, die Flächen gegen die Sehnen gerichtet, zwischen der Kronbein- und der Hufbeinbeugesehne langsam so tief ein, daſs man die Spitze am andern(un- ten liegenden) Rande der Sehne, an der innern Fläche der hier befindlichen Haut fühlen kann. Hierauf wendet man seine Schneide gegen die Hufbeinbeugesehne, läſst dann durch den Gehülfen den Fessel und Huf möglichst
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