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grölser, also auch schmerzhafter ist und mehr Zeit zur Heilung verlangt,— daſs die Entzündung heftiger wird und fast immer nur mit Eiterung endet, und daſs wäh- rend der letztern oft Wucherung der neugebildeten Substanz zwischen den Sehnenenden und dicke haarlose Narben entstehen.
Die subkutane Sehnendurchschneidung ist um das Jahr 1836 unter den Thierärzten, wahrscheinlich zuerst von Günther d. V., ausgeführt worden(nach Andeu- tungen in der oben genannten Schrift von Stromeyer, S. 16. 71 u. 93), und jetzt fast allein im Gebrauch, weil sie vor dem offenen Sehnenschnitt die groſsen Vortheile gewährt, dafs: 1) die Operation weniger schmerzhaft ist; 2) daſs sie in der Regel nur eine sehr geringe Entzündung und keine Eiterung zur Folge hat, daher die Zufälle nach der Operation viel milder sind und die Zeit zur Heilung kürzer ist, und— 3) daſs die letz- tere fast immer ohne Verdickung der Sehnenmasse und mit sehr kleiner, oft kaum sichtbarer Narbe, geschieht. Beide Verfahren sind übrigens fast durchaus gleichmä- lsig anwendbar, und nur in dem Falle, wo die Sehnen- durchschneidung in der Nühe eines Gelenkes geschehen soll, verdient der subentane Schnitt unbedingt den Vorzug.
Auſser diesen Verschiedenheiten in der Verfahrungs- weise finden bei der Ausführung der Operation noch Unterschiede darin statt: daſs bald nur eine, bald zwei oder gar alle drei Beugesehnen durchschnitten werden. In den allermeisten Fällen besteht die Contraktur allein oder hauptsächlich in der Sehne des Hufbeinbeugers, und es ist daher auch gewöhnlich hinreichend, nur diese Sehne zu durchschneiden. Dies ist als sicher anzuneh- men, wenn man die Beugesehnen nur contrakt, steif, aber ohne grobe Desorganisation findet, oder wenn die Hufbeinsbeugesehne allein oder hauptsächlich verdickt oder verhärtet ist; und man kann an dieser Ausicht auch dann noch halten, wenn selbst nach dem Durch- schneiden der genannten Sehne nicht sogleich eine hiurei- chende Vollständigkeit in der Bewegung des Fesselge- Sind aber die Sehnen des Huf- und Kronenbeinbeugers mit einander oder mit der
lenkes statt finden sollte.
Sehne des Fesselbeinbeugers, oder selbst mit dem Schien- bein fest verwachsen und sehr verdickt, so ist es zweck- mälſsig, erstere beide Sehnen zugleich zu durchschnei- den. In einigen solchen Fällen hat man auch die Sehne des Fesselbeinbeugers durchtreunt, wenn die Operation an den beiden andern Sehnen nicht den gewünschten Erfolg gewährte; es entstand hiernach stets ein sehr starkes, selbst ein übermäfsiges Durchtreten im Köthen- gelenk, meistens auch eine sehr heftige Entzündung und übermäfsige Eiterung, so dals letztere selbst bis hinter die Gleichbeine drang und die Heilung sehr verzögerte, ja in einzelnen Fällen ganz störte. Diese Durchschnei- dung ist daher nur als letzter Versuch zu unternehmen. §. 161.
Die Ausführung der Operation(namentlich auf sub- kutane Weise und an den Vorderbeinen) kann zwar bei ruhigen Pferden im Stehen derselben geschehen; dies ist jedoch nicht zu empfehlen, weil dabei sehr leicht durch ein Zucken des Thieres mit dem betreffenden
Fufse eine Störung oder eine gröſsere Verletzung ent- steht. Man lege daher die Pferde nieder, ziehe die Fülse einfach zusammen, entfessele den zur Operation bestimm- ten Fufs und stelle ihn dann mit dem Spannstock(S. 19) fest, welchen man au einem Vorderfuſse unmittelbar über das Knie- und an einem Hinterfufse über das Sprung- gelenk schnallt, so daſs der ganze untere Theil des Fuſses frei bleibt. In Ermangelung des Spannstockes binde man den Fuſs auf die S. 18. angegebene Weise so nahe als möglich am Knie- oder Sprunggelenk auf dem entsprechenden, obenliegenden Fuſs fest,— Was jedoch schwieriger und weniger zweckmälsig ist als das-Verfahren mit dem Spannstock. Beginnt man die Operation von der äufsern Seite eines Fuſses, so kaun man bei ruhigen Pferden wohl auch fertig werden, ohne denselben besonders auszubinden.
Das Niederlegen des Thieres geschieht auf die
Seite desselben, welche der gewählten Operationsseite
des Fufses entgegengesetzt ist. Im Allgemeinen eignet
sich die eine Seite eben so gut Zur Ausführung des Sehnenschnittes wie die andere. Dieterichs(Akiur- gie S. 190) bestimmt, ohne Angabe eines Grundes, die Operation stets von der äuſsern Seite zu unternehmen, wenn nicht gerade Entartungen und starke Narben der Haut daselbst vorkommen, wo man dann von der innern Seite operirt. Manche Thierärzte glauben bei dem Ein- schnitt an der äufsern Seite die Verletzung der grõſse- ren Gefäſse und Nerven sicherer zu vermeiden als an der inneren; ich halte entgegengesetzt dafür, daſs man bei dem Einführen des Messers an der innern Seite(be- sonders bei der subkutanen Durchschneidung) die hier sicht- und füblbaren gröſsern Gefäfse weit leichter ver- meiden kann, als wenn man von der andern Seite her in der Tiefe der Wunde die Messerspitze bis über den Rand der Sehnen gegen sie führt, Aulfserdem ist bei dem offenen Sehneuschuitt die innere Seite noch des- halb vorzuziehen, weil an ihr die zurückbleibenden Narben weniger in die Augen fallen, als an der äuſse- ren Seite. §. 162.
Die geeignetste Stelle an den Sehnen zu ihrer Durchschneidung ist(abgesehen davon, ob man die in- nere oder die äufsere Seite des Schienbeins wählt,) an den Vorderfüfsen von der Mitte der Länge der Griffel- beine bis zum untern Ende dieser Knochen, an den Hinterfüfsen aber von der Grenze des obern Drittheils der Griffelbeine bis zum untern Ende derselben; und man wählt daher gewöhnlich die Mitte dieses Raumes, wenn die Sebhnen daselbst nicht durch feste Verwach- sungen, groſse Verdickungen u. s. W. Zu sehr desorga- nisirt sind. Ist aber Letzteres der Fall, so macht man die Durchschneidung am besten unterhalb der entarteten Parthie, jedoch sowohl an den Vorder- wie auch an den Hinterbeinen, nicht unmittelbar am Fesselgelenk, weil hier fast unvermeidlich die Synovialscheide der Gleichbeine mit verletzt wird und hierdurch zuweilen sehr heftige Entzündung und langwierige Eiterung ent- steht. Nach oben(der Fuſswurzel zu) geht man nicht gern über die bezeichnete Grenze hinauf, weil man dort die Synovialscheide trifft, welche vom Kniebogen an


