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Chirurgische Anatomie und Operationslehre für Thierärzte / von Dr. E.F. Gurlt und Dr. C.H. Hertwig, Professoren an der Königlichen Thierarzneischule zu Berlin
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nit dem Messer st das dirne erahaſte, auch in den reiden ſahren, aber es verlang uar hkeit bei der Blutsilung, 4 den. hie hierau erſorden⸗ Ä: ein gerades Biäoutz än Uuterbindungsfäden; zwähi and üngersbreit; Schwann u brähre wie bei der vorigen b. zeſestigung des Thieres it Ger

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doch immer geschehen sollte, da auch nach der in Rede stehenden Operationsmethode dic Verengerung der Harn- röhre zuweilen eintritt. Dieterichs empfiehlt(Akiur- gie§. 561.) vor dem Abnehmen des Bandes zwei Blei- drähte mittelst der Spicknadel zu entgegengesetzten Sei- ten durch die Substanz und Haut der Ruthe einzubringen, sie ringförmig umzubiegen und dann liegen zu lassen, um daran, wenn nach mehrern Tagen Harnzwang ein- treten sollte, die Ruthe vor- und eine Röhre einbringen zu können.

In den ersten Tagen nach der Operation macht man Umschläge und Waschungen von kaltem Wasser, und nach eingetretener Eiterung macht man Einspritzungen von schwachem Bleiwasser. Uebrigens mufs die Nach- behandlung hier und nach den beiden andern Methoden den Zufällen angemessen sein.

§. 141.

Bei den Hunden bedingt der Ruthenknochen eine Verschiedenheit von der Operation bei andern Thieren. Sie kann nämlich hier entweder eine partielle Amputa- tion oder eine gänzliche Exstirpation des Gliedes sein, je nachdem dies die Ausbreitung des Krankheitszustandes verlangt oder auch nur das Vertrauen zu dem einen oder dem andern Verfahren dasselbe als vorzüglicher erscheinen läfst. In letzterer Hinsicht mufs ich nach meinen Erfah- rungen bekennen: dals ich stets die Exstirpation der theilweisen Amputation vorziehe, weil nach jener die Heilung viel leichter erfolgt und weniger üble Zufälle eintreten als da, wo der Ruthenknochen mit verletzt ist. Andere Umstände kommen dabei weniger in Be- tracht, da z. B. zur Zucht auch ein Hund mit blofs amputirtem Gliede nicht mehr zu gebrauchen sein wird.

Zur Amputation gebraucht man: ein Bistouri, eine feine Säge oder eine Knochenscheere, Pinzette, Heftnadeln, Fäden, eine gespaltene Compresse, d. i. einen Streifen Leinwand, 10 12 Zoll lang, 2 Zoll breit, an einem Ende bis zur Hälfte der Länge gespalten, Schwamm und Wasser, aus Vorsorge ein knopfför- miges Brenneisen.

Das Thier, mit einem Maulkorb bekleidet, wird mit dem Rücken auf einen Tisch gelegt und an den Beiuen gehalten. Den Penis drängt man aus der Vorhaut her- vor und läfst ihn so nahe an der Wurzel als möglich von einem Gehölfen fest umfassen und dadurch zugleich die Vorhaut zurückhalten, oder, man legt ein Band mit einer aufziehbaren Schleife recht fest um diesen hintern Theil des Gliedes. Den vordern Theil hält der Opera- teur mit seiner linken Hand; mit dem Bistouri iu der rechten macht er einige Linieu hinter der kranken Sub- stanz einen Kreisschnitt durch die Haut und die schwam- migen Körper bis auf den Ruthenknochen, legt dann den Leinwandstreif mit dem Ende seines Spaltes auf den letztern und läfst damit durch einen Gehülfen, welcher die beiden Enden ergreift, die Weichgebilde nach dem Becken zurückziehen, um sie gegen Verletzungen mit der Säge zu schützen. Hierauf sägt man den Ruthen- knochen queer durch, entfernt den völlig abgetrennten Vordertheil des Gliedes und die Leinwaud, und stillt an

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dem Stumpfe die(gewöhnlich nur mäſsige) Blutung durch die Ligatur oder durch das Glüheisen. Wenn man zur Trennung des Knochens eine Kuochenscheere benutzt, ist das Anlegen der gespaltenen Compresse nicht streng nöthig; dies Verfahren ist aber weniger zweckmäfsig, weil Splitter dabei entstehen können. Zur Exstirpation ist nur ein schmales Bistouri, Pinzette, Heſtnadel, Faden, Wasser und Schwamm er- forderlich. Das Thier wird eben so gehalten wie oben gesagt. Man drängt den Penis möglichst vollständig aus der Vorhaut hervor und läſst letztere durch einen Gehülfen zurückziehen. Sollte dies durch Anschwellung oder Verdickung gehindert sein, so spaltet man sie in der Mitte auf. Nach dieser Vorbereitung macht man auf dem Rücken des Gliedes etwa einen halben Zoll vor dem hintern Ende des Ruthenknochens einen Queer- schnitt, der sich bis auf diesen Knochen und rechts und links bis über die Hälfte der Seitenflächen erstrecken muſs, beugt dann das vordere Ende des Gliedes stark vom Leibe ab und nach hinten, um die Wunde mehr auszudehnen; schneidet dann die Weichgebilde am hintern Ende des Rutheuknochens queer durch bis auf die Harnröhre, drückt dieses Ende des Knochens etwas von der letztern ab und vollendet die Ablösung des

Gliedes, indem man die Harnröhre in schräger Richtung

unter dem Knochen nach vorn so durchschneidet, dals sie ein wenig über die schwammigen Körper hervor- steht. Stärkere Blutgefälse werden unterbunden oder zugebrannt, die Blutung aus kleinern Gefäfsen durch kaltes Wasser und durch Ausfällung der Vorhaut mit Werg oder Charpie, welche allenfalls mit Mehl, pulve- risirtem Gummi u. dgl. bestreut sein kann, gestillt. Eine solche Tamponation muſs aber nach 3 4 Stunden vor- sichtig wieder entfernt werden. Aeufserlich macht man in den ersten zwei Tagen auf das Mittelfleisch und die Vorhaut kalte Umschläge. Die weitere Behandlung rich. tet sich nach dem Verlauf der Wunde und nach den etwa eintretenden Zufällen. Iu dieser Hinsicht ist na-

mentlich wieder auf Harnbeschwerden zu achten, wel-

che aus einer Verengerung der Harnröhre hier um so

mehr entstehen können, da bei Hunden, wegen der grö- ſsern Beweglichkeit ihres Körpers und wegen des Lek- kens und Abbeiſsens eine Röhre nicht gut für die- thige Zeit in der Harnröhre zu erhalten ist. Ich habe bei gänzlicher Verengung dieses Canals einen 4 5 Li- nien langen Einschnitt am Mittelfleische in denselben gemacht, die Wundränder mit Lapis infernalis und mit Bleimitteln schnell verdichtet und auf diese Weise eine Harnröhrenfistel gebildet, aus welcher die Urinentlee- rung statt fand*).

*) Bei Pferden habe ich dieses Verfahren ebenfalls mit gutem Er- folge als letztes Mittel bei sonst unheilbaren Verengungen der Harnröhre angewendet. Ausserdem habe ich bei einem Wallach,

welchem der Penis am obersten Ende des Schlauchs abgenommen werden musste, in den letztern daselbst einen, bis in das Mittelfleisch gehenden, 3 Zoll langen Einschnitt gemacht, den Stumpf des Pe- nis in denselben gelegt, mit 4 Heften an die Wundränder beſesti- get, ihn mit der Haut verwachsen lassen und hierdurch die be- ständigen Verunreinigungen des Schlauchs durch den Urin ver- mieden.

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