Cur möglichst
g des gGühen- Arichen an de emplehlen. l8t Oeffaung sehr eweglichen Fa- sser angezeigt. zuſserst selten 2n, dals der in Vasecstoff nicht
kranken Stelle queer durchschnitten, der Rest der letz- tern bis zur alten Wunde der Länge nach aufgespalten, der vorhandene Faserstoff entfernt und das nun offene Geschwür durch gute Eiterung geheilt werden. Bis zur Ablösung der Ligatur-Fäden durch die Eiterung ist eine sorgfältige Beaufsichtigung der Thiere nöthig, um bei etwa eintretenden Nachblutungen möglichst schnelle Hülfe zu leisten.— Die von Dieterichs be- schriebene(Handb. d. Veter.-Akiurgie S. 290) vollstän- dige Ausschälung der kranken Vene, so wie das von Dupuy empfohlene(sur Taffection tuberculeuse, Paris 1817. p. 85) Aufspalten derselben in ihrer ganzen Länge und die Anwendung des glühenden Eisens auf die in- nere Fläche ist ein sehr eingreifendes, gefährliches und fast immer entbehrliches Verfahren.
§. 30. Das Blutlassen aus Arterien
(Arteriotomia).
Das Blutlassen aus den Arterien ist im Allgemei- nen schwieriger auszuführen, als das aus den Venen, weil die erstern tiefer liegen, daher schwerer aufzufin- den sind und ihre Pröffnung mit mehr Nebeuverlet- zungen verbunden, auch die Blutung an ihnen schwie- riger zu stillen ist als an den Venen. Dabei gewährt die Arteriotomie keine in der Erfahrung nachgewiesenen Vortheile vor der Venaesektion; sie ist deshalb auch nur in den Fällen indicirt, wo die Venen nicht die er- forderliche Menge Blutes geben.
a) Die Eröffnung der queerlaufenden Ge- sichts-Arterie oder der sogenannten Schlä- fen-Arterie. Diese Operation ist von einigen engli- schen Thierärzten zur Heilung der periodischen Augen- entzündung, von andern auch zur Heilung der Gebirn- entzündung empfohlen worden.— Zur Ausführung der- selben setzt man Pferden eine Bremse auf; ein Gehülfe hält das Thier an den Trensenzügeln fest, ein zweiter ergreift das Ohr an der der Operation eutgegengesetz- ten Seite. Der Operateur streicht zuerst die etwas be- feuchteten Haare in dem Raume zwischen dem Unter- kiefer- Gelenk und dem Auge, unter dem Jochbogen, glatt an die Haut an; hierauf fühlt er in der bezeichne- ten Gegend mit den Fingerspitzen nach dem Pulsiren der Arterie(was oft bei feinhäutigen Pferden auch zu sehen ist), und wenn dies nicht deutlich bemerkbar sein sollte, so bewirkt er mit dem Zeigefinger der liuken Hand einen Druck gegen die Haut unter dem obern Ende der Jochleiste grade unter dem hintern Augenwinkel, um hierdurch die Fortleitung des Blutes in der Arterie zu hemmen, die- selbe zum Anschwellen zu bringen und mehr sichtbar zu machen. Ist dies geschehen, so kaun man die Eröffnung der Arterie nach zweierlei Methoden ausführen. Nach der ersten macht man mit einer in der rechten Hand auf die gewöhnliche Weise gehaltenen Lanzette einen einfachen Einstich in die Arterie, und zwar an irgend einer Stelle des Raums zwischen dem Auge und dem hintern(obern)
Ende des Jochbogens. Dieser Einstich darf nur gegen
3 Linien tief und in der Längenrichtung des Gefäſses geschehen, so dafs dabei die eine Fläche der Lanzette nach dem Schädel, die andere nach dem untern Rande
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des Hinterkiefers zu gerichtet ist. Das von Einigen empfohlene An- oder Durchschneiden des Gefälses in queerer Richtung ist nicht zweckmäſsig, weil dabei sehr leicht die über der Arterie liegende Vene und der unter derselben liegende Nerv mit verletzt wird.— Nach dem Einstechen spritzt immer sogleich das scharlachrothe Blut im Bogen aus der Wunde hervor, und während des Flieſseus bildet sich zuweilen eine Blutunterlaufung im Umfange der Verletzung, wobei sich oft im Verhältuiſs wie dieselbe zunimmt, die Stärke des Blutstrahls min- dert.— Die Waunde scblieſst man entweder wie bei dem Aderlassen aus den Venen, mittelst einer oder zwei durch die Hautränder gesteckten Nadeln und eines um dieselben gewickelten Fadens— was aber hier wegen der straffen Haut etwas schwieriger ist, und gewöhn- lich ein bedeutendes Blutextravasat unter der Haut zur unmittelbaren Folge hat;— oder man legt auf die Wunde einen etwa einen daumensdicken und zwei Zoll langen Tampon von fest zusammengewickeltem Werg und be- festigt denselben mit einer gegen 6 Ellen laugen Binde, welche von der Stirn aus über den Augenbogen und die Operationsstelle zum hintern Rande des Uuterkiefers und von da zur andern Seite geführt und in derselben Rich- tung 2— 3 mal wiederholt wird. Nach dem Aulegen der Binde mufs das Thier ganz ruhig gebalten werden und durch wenigstens 8— 12 Stunden keine Nahrung bekommen.
Die nach dem Zustecken der Wunde entstehenden Extravasate bringen niemals einen bedeutenden Nach- theil; sie zertheilen sich innerhalb 2— 3 Tagen voll- ständig, besonders wenn man die Haut auf ihnen fleiſsig mit Wasser und Essig wäscht.
Nach einer zweiten Methode geschieht die Eröffnung der genannten Arterien folgendermaſsen: Mau sucht an der bezeichneten Stelle durch das Fühlen die Arterie auf, macht einen 1 Zoll langen Hautschnitt in der Richtung des Gefäfses und legt hierdurch letzteres bloſs, worauf man dasselbe mittelst einer krummen Heftnadel umgeht, und einen Unterbindungsfaden unter dasselbe legt. Die En- den dieses Fadens können nach aufsen unter einander durchgesteckt und locker auf der Arterie zusammenge- zogen werden. Hierauf schneidet man die Arterie queer durch, und wenn eiue hinreichende Menge Blutes aus ihr abgeflossen ist, zieht man die Unterbindungsschleife fest zu und schliefst hierdurch die Arterie. Die Enden der Unterbindungsfäden werden dann nahe an der Haut abgeschnitten und die Hautränder mittelst eines Heftes der Knopfnath vereinigt. Die Nachbehandlung besteht in der Anwendung des kalten Wassers während der ersten 24 Stunden. Bei dieser Methode der Arterioto- mie kommt nicht allein die Menge des eben entleerten Blutes, sondern auch die dauernde Verschliefsung der Arterie und der hierdurch gehinderte Einfluſs des Blu- tes in ihre vordern Zweige in Betracht,— was bei
manchen Augenentzündungen vielleicht von Wichtigkeit
ist. Es ist jedoch leicht einzusehen, daſs dieses Ver- fahren umständlicher und nur bei sehr ruhigen oder bei
torpiden Thieren im Stehen derselben ausführbar ist;
mehr empfindliche Pferde müssen hierzu niedergelegt werden. W 13


