andere dagegen zu fest anziehen.— Zur Blutstillung bei geöffneten Vorarms- und Fesselvenen ist oft eine 2— 3 Queerfinger breite Binde, im Nothfall ein Stroh- seil mit einem Knoten, erforderlich. 1 2 b Al
6) Das Gefäfs zum Auffangen des Blufes kann beim Aderlassen grofser Thiere ein sogenanntes Füllfaſs, ein groſses Waschbecken, ein Topf von 3 bis 5 Quart(9— 15 Pfd.), oder selbst ein Stalleimer,— bei kleinen Thieren ein Glas, eine Untertasse u. dgl. sein. Es ist immer zweckmäſsig, das Blut aufzufau- gen, theils um seine Menge und Beschaffenheit, letztere namentlich bei und nach dem Gerinnen, richtig beurthei- len au können, theils auch, um die Verunreinigung des Stalles durch das auf die Streu oder den Fufsboden fallende Blut, älen beohaohtete— derer hene, G dureh 988 thraxhlut*), zu vermeiden.— Das aufgefangene Blut wird in der Regel während einiger Stunden bei Seite gestellt, um sein Gerinnen zu beobachten, dann aber muſs es vergraben oder in anderer Art so beseitiget werden, daſs andere Thiere nicht zu demselben gelau- gen können. 8 3
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Die Aupſohrung 39„derie ens ist zwar pe Thie- ren 4 uo Nercheene Art, an verschiedenen Blutgefä- ſsen und mittelst des einen oder des audern Iustrumeuts,
in eiuigen Puukten modifizirt; im—— besteht
sie aber aus folgenden Akten:
1) in der Vorbereitung,— 2) in— Eröffuung der Ader,— 3) in dem Ausflieſsen einer bestimmten Menge Blutes;— 4) in dem Verschliefsen der Ader, und— 5) in der zweckmaſsigen Nachbehandlung.
NVorbereitung. Das Thier wird von einem Ge- hülfen an einem hellen Orte in der Stellung gehalten, welche zum sichern Eröffuen der bestimmten Ader er- forderlich ist.(Siehe unten). Dann sucht man diese Ader möglichst deutlich wahruehmbar zu machen, iudem mau zunächst die Haare auf der sie bedeckenden Haut mit einem feuchten Schwamm,„ gewöhnlicher nur mit feuchten Fingern, giatt streicht, oder man uimmt sie, wenn sie zu laug sind oder zu dicht stehen, stelleu- weis mit der Scheere fort. Hierauf bewirkt man durch das Aulegen der Aderlaſsschnur oder auch nur mit den Fingern, einen Druck auf die Ader an demjenigen Ende derselben, welches nach dem Herzen hingekehrt ist, bis sie rundlich über die Haut hervortretend, voll, und ela- stisch Sespannt zu sehen und zu fühlen ist. Gewöhn- lich üht man diesen Druck mit den Spitzen des Zeige- und Mittelfingers der linken Hand, dem Daumen aus,— wie dies am bequemsten gesche- hen kann.
zuweilen auch mit
Erlangt gt man auf diese Weise uicht eine
*) Da diese Infectionen auch durch die mit Blut verunreinigten In- strumente beim Gebrauch an andern Thieren erzeugt werden kön- nen, so muss man immer gleich nach dem Aderlassen das benutzte Instrument gründlich reinigen und abtrocknen; und da auch der giftige Stoff des Blutes bei Anthrax und bei brandigen Fiebern auf Menschen wirkt, so muss der Thierarzt immer so viel als möglich sich vor Verunreinigung mit solchem Blut in Acht nehmen, und, wo sie erfolgt ist, die betroffenen Theile sogleich mit verdänn-
tem Essig, oder Seifenwasser, Auflösung von CMlorkalk u. dgl. reinigen.
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so wie die lenurunieuubh auderar, Thiere
sichere Kenntniſs von der Lage und Beschaffenheit der Ader, so hebt man den Druck auf sie füär kurze Mo- mente auf und erneuert ihn gleich darauf wieder, wo- durch sie sich abwechselnd entleert und wieder füllt, und dabei äufserlich an der betreffenden Stelle bald eine wellenförmige Bewegung, bald eine Vertiefung und bald wieder eine strangförmige elastische Erhöhung verur- sacht. Bei dicker Haut und vielem Fetlt auf den Veuen siud diese Erscheinungen oft nur sehr undeutlich wahr- nehmbar, und man muſs hier durch gelindes und wie- derholtes Tasten mit deu Fingerspitzen die Lage der Ader zu ermitteln suchen.
Bei der Eröffuung einer Ader muſs das lustru- ment immer so angesetzt werden, daſs die Wunde in deren Mittellinie und mit der Länge der Veue gleich- lauſend entsteht. Dabei soll die Wunde in einem rich- tigen Verhältuiſs zur Gröſse der Letzteren sein, d. h. ziemlich so Jang, wie die Ader im angefüllten Zustande breit ist,— um die nöthige Menge Blutes in kurzer Zeit entleeren zu können und doch die Wiedervereini- gung der Wundränder nicht zu sehr zu erschweren. Die Tiefe des Eiustichs wird von der Dicke der Haut und des Zellgewebes an der Aderlafsstelle, somit von der oberflächlichen oder von der tiefern Lage der Vene, von dem mehr oder weniger deutlich bemerkbaren Her- vortreten derselben bei dem augebrachten Druck, be- dingt und mufs im Voraus durch genaues Befühlen der Mit Berück- sichtigung dieser Umstände waählt man eine, denselben
Haut und der Vene abgeschätzt werden.
entsprechend groſse Klinge des Aderlaſs-Instruments, und beim Gebrauch der Lanzette läſst man die Spitze derselben in angemessener Länge über die Fingerspitzen hervorstehen.
Das Ausfliefsen degutes beginnt— lich nach gemachter Aderwunde und ist ein Zeichen, Es soll, stens im Anfange, in einem vollen, dem Durchmesser
dafs und wie die Vene ge'öffnet ist. weuig- der Vene entsprechenden starken Strahle, und in einem gleichmäſsigen Bogen erfolgen; geschieht dies nicht, so ist irgend ein Fehler vorhanden, wie namentlich: eine zu kleine Oeffnung, Verschiebung der Haut, Hervor- treten von Fett oder Zellgewebe in die Wunde, man- gelnde Compression der Ader, zu starke Blutanhäufung in einem entfernteren Theile ‚oder zu dickflüssige, zähe Beschaffenheit des Blutes. Hellrothes Blut, einem weiten Bogen und stofsweis stärker hervorströmt,
welches in
deutet auf eine gleichzeitige Verletzung einer Arterie; doch entscheidet die hellere Farbe allein hierbei nicht, da oft auch das Venenblut ungewöhnlich hellroth er- scheint.— Das Ausflieſsen des Blutes erfolgt an deu aufsteigenden Adern der Fäſse und an der Sporader mehrentheils in genügender Stärke von selbst, wogegen es an der Drosselvene durch fortgesetzte Compression derselben und durch kauende Bewegung des Unterkie- fers(welche man dadurch hervorruft, dafs man dem Thiere die Kinger oder einen runden Stock auf die Zunge hält) befördert werden mufs, da hier gewöhnlich mit dem Aufhören des Druckes auch der Blutausfluſs aufhört. Bei brandigen Entzündungen kann zuweilen nur durch Herausstreichen und Drücken mit der Hand


