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Julii Casserii, Placentini, und Danielis Bucretii Anatomische Tafeln, zusamt deroselben höchstnöthigen Erklärung
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6 Das II. Buch/

Das 11. Buch⸗

Von denen Beinen. Vorrede.

S pflegen die Anaromici nicht unbillig/ wenn ſie nunmehro die inwendigen Theile des menſch⸗ lichen Leibes zu unterſuchen Vorhabens

ſind/ den Anfang zu machen von den

Beinen/ wiewohl dieſes an einem Ca- daver oder Todten⸗Coͤrper nicht angehet/ dahero man ſelbe mit Barrholino auff die letzte verſparen ſolte/ ſo kan mans doch an einem auffgetrockneten mit Kunſt zuſam⸗ men geſetzten Gerippe oder Sceleto thun; denn wie wolte man ohne gnugſame Wiſ⸗ ſenſchafft dererſelben ſonſten den Urſprung und Einpflantzung der Muſceln(Mauſen) in die Knochen/ die Ein⸗ und Abtheilung derer Blut⸗Gefaͤſſe und Nerven/ die La⸗ ger derer Dau⸗Glieder/ die Graͤntzen und Umſchrenckungen derer drey Bauche oder Behaͤltnuͤſſe/ ja weil ſie dem gantzen Leibe/ daß er ſtandhafft/ auffrecht und foͤrmlich ſey/ und deſſen Theilen den Grund und Unterſtuͤtzung mittheilen/ ſolchen ſelbſt gruͤndlich verſtehen koͤnnen.

Ein Bein aber iſt bekanter maſſen ein hart und trockner Theil des Leibes/ for- mirt aus Fiebern oder Zaſern/ die gantz Anfangs/ haͤutigt/ hernach knorplicht/ endlich von Haͤrte beinicht werden. Wor⸗ aus zuſchlieſſen die Ubereinſtimmung ei⸗ nes Beines/ Knorpels/ der Haut (membrana) und ſpann⸗aderichten Bandes/ ja auch faſt des Haarwach⸗ ſes oder der Sennen ſelbſten in der Sub- ſtantz; deſſen Bau und Zuſammenfuͤ⸗ gungs⸗Art alleine den Unterſchied ma⸗

chet: zur Behauptung dieſes Lehr⸗Sa⸗ tzes geben ſich viel Beweiß⸗Gruͤnde an denn haͤrter oder weicher ſeyn/ macht kein abſonderliches Weſen/ da ſie ſonſten nur in andern uͤbereinkommet/ zu dem ſehen wir bey der Oſſificarion oder Beinzielung/ daß aus der Haut ein Knorpel/ und aus dieſem nach und nach Knochen werden/ (wie denn derer zarten Kinder Beine nur knorplicht ſeynd/ auch gewiſſe Thiere/ die derer Beine ermangeln/ an derer Statt nur Knorpelhaben) welches ingleichen an denen ſonſten viel weicher als der Knorpel gefundenen ſpannaderichten Baͤndern/ (von deren haͤutigten Weſen etwas aller Knorpel Enden/ bey jungen Thieren an⸗ ſitzet;) bey alten Leuthen auch geſchiehet: Die Gleichheit aber der Haarwaͤch⸗ ſe mit jenem beſtaͤtigen/ weil ſie an denen Fuͤſſen der Voͤgel/ und an der Grund⸗ feſte des Hertzens ja noch vielen anderen Or⸗ ten beinicht werden/ wie man denn ſiehet die Haarwaͤchſiſche Zaſern durch die Ge⸗

beine hingehen/ und dieſer ihren Wachs⸗

thum und Vermehrung/ auch die Haar⸗ wachſe mit ihrer Einpflantzung unter⸗ ſchiedliche Hoͤcker und Fortſaͤtze derer Bei⸗ ne mit machen. 4

Oberwehnte Zaſern oder Fibræ, kom⸗

men in gehoͤriger Zahl und Ordnung an und uͤbereinander zu liegen/ vereinigen ſich/ und formiren ſolcher Geſtalt die Taffeln/

woraus die Knochen beſtehen/(wiewohl dieſer viele keine Taffeln haben/ ſondern

nur aus Buͤndlein der Zaſern zuſammen⸗

geſetzt ſeyn /) welches an denen Knochen⸗

gleichen⸗

dange ſthe eina durq tene ſin/ Vin