26 Urſachen der gewoͤhnlichen Krankheiten
ſaͤuerliches Getraͤnke hilft auch mehrentheils, wenn etwa der Kranke noch Ekel, Herzwehe, Neigung zum Brechen und Schwindel hat. Brechmittel darf man da nicht geben, ſie koͤnnten den ſchlimmſten Erfolg nach ſich ziehen, Wenn aber jene Zufaͤlle fortdauren, ſo koͤnnen einige Kly; ſtiere und ein paar Meſſerſpitzen praͤparirten Weinſteins genommen werden,
§6. 21.
Bon der Anſteckung.
Weil ſich die Landleute die mehreſte Zeit uͤber im Freyen aufhalten, ſo koͤnnen ſich anſteckende hitzige Krank⸗ heiten nicht ſo ſehr unter ihnen verbreiten, und ſie ſind an und fuͤr ſich auf dem Lande weniger gefaͤhrlich, wie in den Staͤdten und da, wo eine Menge von M enſchen in einem engen Raume zuſammengehaͤuft iſt. In der freyen Luft, wenn ſie trocken und rein iſt, werden die anſteckenden Theilchen zerſtreuet und vernichtet, daher wird die Staͤrke der Anſteckung vermindert, oder ſie wird ganz vertilgt. Eine ſtillſtehende und naßkalte Luft hin— gegen iſt ſehr geſchickt, ihre Gewalt zu vermehren. Daher werden die feuchten und ſumpfigen Gegenden von anſteckenden Krankheiten am meiſten heimgeſucht, und ſie greifen unter dem aͤrmſten Volk am mehreſten um ſich, weil es ſich am wenigſten gegen die widrige Witterung ſchuͤtzen kann, und ſeine Wohnungen gemeiniglich mit vielen Menſchen angefuͤllt ſind. Auch durch die Kranken⸗
beſuche, durch den⸗ Gebrauch der Betten, des Leinen⸗
geraͤths und der Kleider der Verſtorbenen und durch den Prunk mit den Leichen derer, die an anſteckenden Krank⸗ heiten perſtorben ſind, wird die Anſteckung immer weiter verbreitet. Man ſieht daher, wie noͤthig es ſey, fuͤr reine Luft in den Krankenſtuben zu ſorgen, und wie ſehr
man ſich huͤten muͤſſe, die Kleider und Bettungen der Krank⸗
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