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Anleitung für Landleute zu einer vernünftigen Gesundheitspflege worinn gelehret wird wie man die gewöhnlichsten Krankheiten durch wenig und sichere Mittel hauptsächlich aber durch ein gutes Verhalten verhüten und heilen kann : Ein Hausbuch für Landgeistliche, - Wundärzte und verständige Hauswirthe zumal in Gegenden wo keine Aertze sind / Dr. Heinrich Felix Paulitzky Gräflich-Leiningischen Landphysikus der Grafschaft Guntersblum [et]c.
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des Landvolks und ihrer Verſchlimmerung. 25

die zaͤrtlicheren Einwohner der Staͤdte. Der Jaͤhzorn iſt ihre Hauptleidenſchaft und eine Urſache vieler von ihren Krankheiten. Es gibt Leute, die ganz vorzuͤglich dazu geneigt ſind, und ſich bey jeder nichtswuͤrdigen Gelegen⸗ heit aͤrgern. Sie ſind aber auch ſelten geſund. Gleich⸗ muͤthige, friedliebende und genuͤgſame Leute hingegen, die ſich ſo leicht nicht aͤrgern, ſich in keine Zaͤnkereyen ein⸗ laſſen, die ihrer ordentlichen taͤglichen Arbeit nachgehen, und im uͤbrigen ſich nicht viel Sorgen und Bekuͤmmerniß machen, die leben am gluͤcklichſten, ſie genießen eine dauerhafte Geſundheit und werden alt. 4 Unter allen Affekten wirkt keiner ſo gewaltſam, als

der ausſchweifende Zorn oder heftiger Verdruß. Er kann

hitzige Gallenſieber, Koliken, galliges Erbrechen, die Gelbſucht, Entzuͤndungen des Magens und der Gedaͤrme, Ohnmachten und manchmal einen ſchnellen Tod verurſachen.

Man kann dergleichen uͤblen Folgen am beſten vor⸗ beugen, wenn man friſche Molken oder geſalzenes Waſſer gleich nach dem Zorn, aft und in kleinen Zuͤgen trinket. Dadurch wird die Wallung im Blute vermindert, die ergoſſene Galle wird verduͤnnt und allmaͤhlig abgefuͤhrt, Man darf kein Bier oder Wein auf den Aerger trinken, und noch weniger Brantewein, oder mit Brantewein verfertigte Sachen nehmen. Es geſchieht ſolches zwar oft; aber es kommen auch viele Menſchen daruͤber ums Leben. Es iſt eben ſo unvernuͤnftig gehandelt, als wenn man Gift zu ſich naͤhme.

3 Wenn jemand vom Zorn oder auch von andern heftigen

Gemuͤthsbewegungen ſo ſehr uͤbermannt worden iſt, daß er in Ohnmacht faͤllt, ſo muß man ihn auf ein Bette legen, und ihm Weineſſig vor die Naſe halten. Wenn er wieder zu ſich gekommen, ſo gibt man ihm einige Schaalen warmen Thee, oder Waſſer mit Eſſig oder Zitronenſaft und Zucker verſetzt zu trinken. Dergleichen 4 ſaͤuer⸗