Druckschrift 
Zwe und dreyssig Hochzeitpredigen über Außerlesene Sprüch der Schrifft, Alten und Newn Testaments, bey Fürstlichen, Gräfflichen, Adelichen und anderer vornehmer und Ehrlicher Leute Hochzeitlichen Ehrentagen am SCasslischen und Marpugischen Fürstlichen Höfen, so dann auch bey der Universitet zu Marpug und Giessen gehalten und auff vielfaltiges begeren in Druck gegeben Durch / Johannem Winckelmannumg, der H. Schriff Doctorem und in der Universitet zu Giessen Professorem , Pfarheren daselbsten und des Oberfürstenthumbs Hessen Darmbstatischen theyls Superintendenten
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Zwey vnd dreiſſigſte Hochtzeit Predige. 319 Paulus allhie nicht rede von dem taͤglichen Gebet der Chriſten/ ſondern von dem Geber vnd Faſten/ daß von wegen beſondern Zuſtandts vnnd Sefaͤhr⸗ lichkeit fuͤrgenommen vnnd angeſtellet wird/ damit daſſelbe deſto einbruͤnſti⸗ er ſey. f Dann wann er vom gemeynen taͤglichen Gebet redere/ ſo muͤſten alle Chriſten Leyen keine Weiber haben/ weil Paulus befihlet/ ſie ſollen ohne vn⸗ terlaß beten/ 1. Theſſ. 5. Auch muͤſtet jhr Clericken im Bapſtthumb auch jm⸗ merzu faſten/ weil der Apoſtel faſten vnd beten bey einander ſetzet. 1 Solts aber die Ehe das Gebet verhindern? War nit Abraham ein Prophet/ vnd betet fuͤr Abtmelech? Verließ er aber darumb ſein Ehe. Weib/ die Saram? Oder meyner jhr Meßpfaffen jhr koͤnnet beſſer vnd inbruͤnſti⸗ ger beten als Abraham der Vatter aller glaubigen? Andere einwuͤrff der Pa⸗ piſten wollen wir jetzs vbergehen/ vnd zum andern Puncten ſchreiten.

Der Ander Theyl.

S Je Hurer aber vnnd Ehebrecher wird Gottrichten. Bey den Hebreern war Hurerey verbotten. Dann Gott hatte Deut. 23. be⸗ ◻Ꝙ‿ fohlen: Es ſoll kein Hur vnter den Toͤchtern Iſrael/ vnnd kein Hu⸗

rer vnter den Soͤhnen Iſrael ſein. Alſo auch war der Ehebruch am Lebengeſtrafft Ehebrecher vnd Ehebrecherin muſten geſteinigt werden/ Levit. 20. Deut. 22. Was nun die Hebreer auß Gottes Geſetz wuſten das widerho⸗ let jhnen allhie der Apoſtel. Aber doch weil die Eheſcheydungen auch bey jh⸗

nen allzuſehr gebraͤuchlich waren/ vnd vnſer Herꝛ Chriſtus ſolche auß der er⸗

ſten Eheftifftung auffgehaben/ Matth. 19. vnd ſolche leichtfertige Eheſchey⸗ dungen dem Ehebruch zugezehlet werden/ ſo werden ſie in dieſem Apoſtoli⸗ ſchen Spruch auch mit begriffen.

Ben den Heyden aber wurden auch wol Hurenheuſer durch die Geſetz zugelaſſen/ wie Sollen ſie in ſeinen Beſetzen verſtattet/ ſo iſt auch bewuſt/ was fuͤr grewliche ſchandliche Dienſe der veneri geleiſtet. Derowegen iſt dieſer

Spruch deß Apoſtels/ wie ein Donnerſchlag wider Hurer vnnd Ehebrecher

gerichtet/ Gott wird ſie richten/ welches zu verſtehen iſt/ von zeitlicher vnd ewiger Straff/ wo nicht die Bekehrung in dieſem leben erfolget. Dann dieſe Laſter ſeind ſchnurſtrack Gottes Eheſtifftung zu wider.

Demnach ſoll vns dieſer Spruch zur warnung geſagt ſein/ daß ein je⸗ der ſich huͤte /1. Juͤr dem ſchandtlichen Laſter der Hurerey/ als die einen Men⸗ ſchen gar vervnreinigt/ vnnd jn in viele wege laſterhaffng macht/ wie S.

Rr uwij Paulus