Druckschrift 
Zwe und dreyssig Hochzeitpredigen über Außerlesene Sprüch der Schrifft, Alten und Newn Testaments, bey Fürstlichen, Gräfflichen, Adelichen und anderer vornehmer und Ehrlicher Leute Hochzeitlichen Ehrentagen am SCasslischen und Marpugischen Fürstlichen Höfen, so dann auch bey der Universitet zu Marpug und Giessen gehalten und auff vielfaltiges begeren in Druck gegeben Durch / Johannem Winckelmannumg, der H. Schriff Doctorem und in der Universitet zu Giessen Professorem , Pfarheren daselbsten und des Oberfürstenthumbs Hessen Darmbstatischen theyls Superintendenten
Seite
320
Einzelbild herunterladen

320 Zwey vnd dreyſſigſte Hochtzeit Predige.

Paulus mit mehrem lehret/ 1. Cor. 6. Du ſolt deine Tochter/ ſagt Gott zu

Varter vnd Mutter im Geſetz/ Levit. 10. nicht zur Hurerey halten/ daß nicht das Land Hurerey treibe vnd werde voll Laſters. Darnach iſts viel ſchaͤndli⸗

cher vmb den Ehebruch/ dardurch das Eheband/ ſo Gott gebunden/ zerꝛiſ⸗ ſen vnd cheliche Trew auß der Acht gelaſſen wird.

Es vergleicht Salomon Prov. 6. ein Ehebrecher/ der zu ſeines naͤch⸗ ſten Weib gehet mite inem Dieb/ vnd ſchleuſt/ daß jener der Ehebrecher viel groſſer Suͤnde thue vnd auch groſſer Straff vber ſich bringe/ als der Dieb. Lieſe es ſelbſt vnd darzu das 24. Cap. Syrachs/ ſo wirſtu finden/ wie Gott ſolches Laſter pflege zu ſtraffen/ vnd Ehebrecher vnd Ehebrecherin offentlich zu ſchanden zu machen.

Wie Gott Hurerey/ Ehebruch vnnd vnordentliche Vermiſchung an der erſten Welt mit der Suͤndtflut/ an Sodoma vnnd Gomorꝛha mit Schweffel vnd Fewr vom Himmel herab geſtrafft/ vnd in grund vnd boden verderbt/ wie er Hurerey an ſeinem Volck den Kindern Iſrael vnd auch an

den Moabitern geſtrafft/ auch vmb ſchaͤndlicher Vnzucht willen beynahe dẽ

gantzen Stamm Benjamin außgerottet/ wie er dem David vmb deß Ehe⸗ bruchs willen abgekehret/ ſolches wiſſen wir auß Gottes Wort. Aber die ewl⸗ ge Straff ſoll bey den Vnbußfertigen darauff folgen/ laut der Spruch S. Pauli/ Cor. 6. Gal./. vnd ſtehet Apocal. 22. Kein Hurer ſoll in das Heilig⸗ chumb Gottes eingehen. Das bedencke ein jeder/ der in dieſen Laſtern gelebt/ vnd ſtehe darvon ab/ vnd der darzu geneyzt/ huͤ e ſich darfuͤr/ vnd bitte Gott/ daß er jhn darfuͤr woͤlle behuͤten/ damit er dem H. Geyſt ſeinen Tempel nicht vervnreinige/ dañ die ſolches thun/ die will erwiderum zerſtoͤren/ preiſet Gott in ewrem Leib. Der Heilige Gott der ein reines Weſen iſt/ woͤlle vns heiligen durch ſein guten Geyſt/ vnd vns fuͤr allen Suͤnden vnd Laſtern behuͤten/ da⸗ mit er in vns geehret werde allezeit/ durch Chriſtun Jeſum/ Amen. Ein Gebet eines frommen Ehe⸗Manns vmb den lie⸗ ben Hauß Frieden, O Gott himmliſcher Vatter/ dnhaſt geſagt: Es iſt nicht gut/

daß der Menſch alleine ſey/ ich wille jhm ein Gehuͤlffin machen/ die

ſich zu jhm halte. Nach demſelben deinem Rath vnnd Willen habe

ich mich auß dem einſamen deben in H. Eheſtandt begeben/ vnd mir

auch eine gehuͤlffin vertrawen laſſen/ welche du mir bereytet haſt. Darfuͤr dancke ich dir als deine gute Gabe/ vnd bitte dich hertzlich/ du woͤlleſt mit dei⸗ nem