Druckschrift 
Zwe und dreyssig Hochzeitpredigen über Außerlesene Sprüch der Schrifft, Alten und Newn Testaments, bey Fürstlichen, Gräfflichen, Adelichen und anderer vornehmer und Ehrlicher Leute Hochzeitlichen Ehrentagen am SCasslischen und Marpugischen Fürstlichen Höfen, so dann auch bey der Universitet zu Marpug und Giessen gehalten und auff vielfaltiges begeren in Druck gegeben Durch / Johannem Winckelmannumg, der H. Schriff Doctorem und in der Universitet zu Giessen Professorem , Pfarheren daselbsten und des Oberfürstenthumbs Hessen Darmbstatischen theyls Superintendenten
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Ein vnd dreyſſigſte Hochtzeit Predigt. 309

Dann gleich wie ein Breutigam ſeine Braut hertzlich liebet/ alſo lie⸗ bet er auch vns als ſeine liebe Spons auffs allerzaͤrteſt vnd hertzlichſte. Wie ſich ein Breutigam frewet vber ſeiner Braut/ ſo wird ſich dein Gott vber dir frewen/ Eſa. 62. 2

Wer iſt dann der Breutigam? Es iſt die ſuͤſſe Wurtzel Jeſſe/ Da⸗ vids Sohn/ aber er iſt auch/ wie Johannes hernach ſagt/ der Herꝛ vom Himmel deß groſſen Koͤnigs Sohn/ deß Allmaͤchtigen ewigen Gottes Sohn/ der iſt vnſer Breutigam/ vnd Herrꝛ vnd Koͤntg/ der ſchoͤneſt vnter allen Menſchen Kindern/ Pſalm. 45. Er iſt heilig vnd von Suͤndern abge⸗ ſondert/ vnd als Menſch mit dem Oel der Frewden dem heiligen Geyſt ge⸗ falbet vber ſeine genoſſen vnd ohne maß/ Johan. 3. Der kan wol ein Braut an ſich locken. Wer ſoll aber die Braut dieſes groſſen Herꝛn ſein? Ach alle liebe glaubige Seelen/ du/ ich/ vnd wir alle. Vnd das iſt der Name der Kirchen Gottes/ die er der Breutigam mit ſeinem eygnen Blut erworben hat/ Act. 20. Wir waren alle in Suͤnden empfangen vnd gebohren/ Pſal. /i. von Na⸗ tur ſchwartz vnd heßlich. Ich gieng fuͤruͤber vnnd ſahe dich in deinem Blut liegen/ Ezech. 16. Noch hat er ſich vnſer angenommen vnnd zu ſeiner Braut außerkohren/ da wir nur zu jhm kommen vnd mit wahrem Glauben vns an jhn halten. Ich will mich mit dir verloben in Ewigkeit/ Ich will mich mit dir verloben in Gerechtigkeit vnd Gericht/ in Gnade Barmhertzigkeit/ ja im Glauben will ich mich mit dir verloben/ vnd du wirſt den Herꝛn erkennen.

Dieſe verloͤbnis bringt mit ſich/ daß er vns theylhafftig macher ſeines Namens/ daß die Braut ſiehet dem Koͤnige zu ſeiner rechten/ Pſal. 45. Als Ahaßverus das gefangene Maͤgdlein die Ehſter jhm vormahlen ließ/ da wurde ſie genant eine Koͤnigin vber hundert vnd ſiben vnd zwantzi. aͤnder/ Eſdr.i. Wañ ein Roͤmiſcher Keyſer gebohren wird/ ſo will die Auguſta auch

deß namens vnnd ehren theylhafftig ſein. Alſo will vnſer Breutigam auch

vns ſeines namens vnd ſeiner himmliſchen Guͤter theylhafftig machen. Er heyſſet Chriſtus/ wir ſollen Chriſten heiſſen/ die im Geruch ſeiner lieblichen

Salben herein gehen. O der groſſen Wuͤrdigung. Fragt man dann/ wie geſchicht die Verloͤbnis? Antworten wir in der heiligen Tauffe/ da ſagt ein jede Seel ab dem Teuffel allen ſeinen Wercken/ aller weltlichen Boßheit/ vnnd ergib ſich gantz zueygnen an jhren Breuti⸗ gam. Darvon S. Paulus ſagt zun Epheſ. am. Cap. Chriſtus hat geliebt die Gemeyne/ vnd ſich ſelbſt fuͤr ſie gegeben/ vnnd hat ſie gereiniget durch das OQa iij Waſſer⸗

8., 1. 2 1 2=. Ee **. 3 8 re. 4 3