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Zwe und dreyssig Hochzeitpredigen über Außerlesene Sprüch der Schrifft, Alten und Newn Testaments, bey Fürstlichen, Gräfflichen, Adelichen und anderer vornehmer und Ehrlicher Leute Hochzeitlichen Ehrentagen am SCasslischen und Marpugischen Fürstlichen Höfen, so dann auch bey der Universitet zu Marpug und Giessen gehalten und auff vielfaltiges begeren in Druck gegeben Durch / Johannem Winckelmannumg, der H. Schriff Doctorem und in der Universitet zu Giessen Professorem , Pfarheren daselbsten und des Oberfürstenthumbs Hessen Darmbstatischen theyls Superintendenten
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Von Keuſchheit vnd Hurerey

Derſelbe wille Gottes iſt vns offenbar auß ſeinem wort/ darauß muͤſ⸗ ſen wir jhn lernen wie der Prophet Davit ſpricht/ Pſalm. ½. Dein wort iſt ein Leuchte meinen Fuͤſſen/ vnd ein Liecht auff meinen wegen/ daven ons nicht gebuͤhret ab oder zu zuthun/ Deut. 12. b b

Wiewol nun die Vermahnung in gemeyn gehet zur heiligteit/ das iſt/ zu einem heiligen Leben vnd Wandel/ ſo ſihet doch der Apoſtel allhie am

allermeiſten auff die Thugend der Keuſchheit/ die auch Heiligkeit heyſſet/ vnd

ein ſtuͤck der Heiligung iſt/ wie ſolches die oppolitio oder gegenſatz erweiſet: Daß jhr meldet die Hurerey. Durch Hurerey/ verſtehet S. Paulus alle

Vnreinigkeit/ boͤſe Brunſt/ Geylheit/ Ehebruch/ vnd andere vnordentliche

Bewegung vnd Vermiſchung/ Die ſollen Chriſten meiden/ als die der Hei⸗ ligungè diametro ſchnurſtracks zu entgegen iſt. 1 So vermahnet der Apoſtel nun/ daß die Chriſtglaubige ſollen Hure⸗

rey vñ Vnreinigkeit meiden aber ein jeglicher vnter euch/ ſetzet er dargegẽ/

wiſſe ſein Faß zubeſitzen in Heiligung vnnd Ehre. Etliche gelehrte ver⸗ meynen der Apoſtel rede allhie von der ehelichen Beywohnung der Maͤnner bey jren Weibern/ daß dieſelbe ſoll heilig/ keuſch/ vnd erbar ſein/ vnd nenne da Weib ein Faß/ wie dann S. Petrus auch das Weib ein ſchwach Gefaͤß nennet/ 1. Petr.. Aber er redt allhie von eines jeglichen Leib/ welchen er ein Gefaͤß nennet/ weil derſelb mit ſeinen Gliedmaſſen gleich iſt ein Werckzeug/ dardurch der menſch oder die Seel im Menſchen jre Wuͤrckungẽ vernchter. Vnd will S. Paulus/ daß wir Chriſten ſollẽ vnſer Leiber heilig/ keuſch/ rein/ vnd ehrlich behalten/ vnd mit Hurerey vnnd Vnreinigkeit jhnen kein vnehre

anthun/ wie er ſagt/ 1. Cor. 6. Wer Hurerey treibt/ der ſuͤndigt wider ſeinen

eygnen Leib/ vnnd zun Roͤm. am. Cap. ſchreibt er/ daß die Heyden haben

durch die Suͤnde der Hurerey vnd Vnreinigkeit jre eygne Leiber geſchaͤndet.

Der heiligung/ Zucht vnnd Erbarkeit/ darinn Chriſten⸗Menſchen jhre Leiber halten ſollen ſetzt er zu entgegen die Luſtſeuche/ peſliones con- cupiſcentiæ, das iſt/ das heimliche Leiden der Brunſt/ boͤſer Luſt vnnd Be⸗ gierde/ dardurch das Fleyſch vnd die verderbte Natur ſtimulirt vnd gereitzt wird zu Hurerey. Dardurch wird der Leib befleckt/ vnnd das Gewiſſen ver⸗ wuͤſtet/ vnd iſt S. Pauli Meynung/ daß Chriſten denen vnordentlichen be⸗ wegunaen nicht nachgeben/ ſondern ſie durch den Geyſt/ daͤmpffen ſollen.

Von ſolcher Luſtſeuche/ die Chriſten abzutreiben helt er jhn fuͤr das Exempel der Heyden/ welche von Gott nicht gewuſt/ die Gott weder in

b ſeinem