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Zwe und dreyssig Hochzeitpredigen über Außerlesene Sprüch der Schrifft, Alten und Newn Testaments, bey Fürstlichen, Gräfflichen, Adelichen und anderer vornehmer und Ehrlicher Leute Hochzeitlichen Ehrentagen am SCasslischen und Marpugischen Fürstlichen Höfen, so dann auch bey der Universitet zu Marpug und Giessen gehalten und auff vielfaltiges begeren in Druck gegeben Durch / Johannem Winckelmannumg, der H. Schriff Doctorem und in der Universitet zu Giessen Professorem , Pfarheren daselbsten und des Oberfürstenthumbs Hessen Darmbstatischen theyls Superintendenten
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26 DWom Creut der Eheweiber Weiber Troſt geweſen/ daß ob ſchon dieſe Laſt/ ſo jnen aufferlegt/ Schwer dannoch ſie geſehen/ ſie ſeyen von Gott nicht verſtoſſen noch verworffen/ weil

er den Weibs Samen verheiſſen/ der dem Feind den Kopff zertretten/ daß

er nicht die Herꝛſchafft vber ſie haben ſoll. Darmit hat ſich vnſere erſte Mut⸗

ter in ihren Elendt troͤſten muͤſſen/ vnd jhr Geſpraͤch mit Adam darvon ha⸗

ben: Ob vns wol ein ſchwere Laſt aufferlegt/ ſo ſeynd wir dannoch von vn⸗ ſerm frommen Gott nicht verworffen vnd ewig verlohren. Welchen Troſt auch S. Paulus ſetzt/ j. Timoth.2/ Ein Weib kan Selig werdẽ durch Kin⸗ derzeugen/ wann ſie bleibt im Glauben/ ond in der Liebe/ vnnd in der Heili⸗ gung ſampt der Zucht ſo nennet S. Petrus auch die Weiber Mitt⸗ Erben der verheiſſenen Gnaden deß Lebens/ 1. Petr. 3.

Darnach muͤſſen ſie auch zu jrem Troſt/ Nutzen Beſchwerlichkeit gegen einander ſetzen/ das gute anſchawen/ ſo dannoch bey dieſem Werck bleibt/ nemblich daß Gottes Segen nicht ſoll von jnen genommen werden/ ſie ſollen Muͤtter ſein. Dann Gott macht die Vnfruchtbare zur froͤlichen Kinder⸗Mutter/ Pſalm. u13. Zum dritten/ ob ſchon bey dieſem Werck groß Schmertzen/ Ach vnd Krach iſt/ ſo iſt doch Gott der Herrꝛ darbey/ vnd hilfft tragen/ vnd wann auch der Todt fuͤr Augen iſt/ ſo kan er doch vom Todt er⸗

retten/ Pſalm. 68. Vnnd bringt er die lieben Kinder auß Mutter Leib zur

Welt. Da iſt dann wider Frewde/ vnd wird alles Leyds vergeſſen/ wetl ein

Menſch zur Welt geboren iſt/ Johan. 16. Da wird dann Gott ſein Reich

Vermehret/ vnnd zieret Gott das Weiblich geſchlecht alſo/ daß was zum Kinderpflegen vonnoͤthen/ jhnen wol anſtehet/ welches hergegen einem Mann/ wann er ſichs vnterfangen will/ anderſt nicht anſtehet/ als einem Camel das tantzen/ wie D. Luther allhie ſagt.

Es hat diß Creutz auch den Nutzen/ daß die verderbte Natur/ vnnd fuͤndtlich Fleyſch dardurch gezaͤhmet/ vnd daß frommen Gortſeligen Wei⸗ bein alles erlittenes Leyd hiernaͤchſt reichlich ſoll vergolten werden/ wie S.

Paulus ſpricht: vnſer Truͤbſal/ die Zeitlich vnd leicht iſt/ ſchaffet ein Ewige

vnnd vber alle maß wichtige Herꝛlichkeit vns/ die wir nicht ſehen auff das Sichtbare/ ſondern auff das Vnſichtbare. Dann was Sichtbar iſt/ das iſt

Zeitlich/ was aber Vnſichtbar iſt/ das iſt Ewig. Diß Gute alle miteinander vberweget die Beſchwerlichteit weit/ daß darnach Gottes Guͤtigkeit im Zorn leuchtet. Im Zorn iſt er eingedenck ſeiner Barmhertzigkeit/ Hab. 4.

Demnach wie Gott der Hern dannoch das Weiblich geſchlecht mit ſo vie⸗ lem guten vnter der Zuͤchtigung vnnd Straff ehret/ alſo wil er auch dem

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