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Zwe und dreyssig Hochzeitpredigen über Außerlesene Sprüch der Schrifft, Alten und Newn Testaments, bey Fürstlichen, Gräfflichen, Adelichen und anderer vornehmer und Ehrlicher Leute Hochzeitlichen Ehrentagen am SCasslischen und Marpugischen Fürstlichen Höfen, so dann auch bey der Universitet zu Marpug und Giessen gehalten und auff vielfaltiges begeren in Druck gegeben Durch / Johannem Winckelmannumg, der H. Schriff Doctorem und in der Universitet zu Giessen Professorem , Pfarheren daselbsten und des Oberfürstenthumbs Hessen Darmbstatischen theyls Superintendenten
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Andere hHochtkei Preigt. 86

von meinen Beinen/ vnd Fleyſch von meinem Fleiſch/ man wird

ſie Maͤnnin heiſſen/ darumb daß ſie vom Mann genommen iſt. A⸗ dam hat einen tieffen Schlaff geſchlaffen/ noch erkennet er ſein Evam/ daß ſie ſey Bein von ſeinen Beinen. Gibt jhr einen Namen/ daß ſie werde heiſ⸗ ſen Maͤnnin/ auß der Vrſach/ daß ſie vom Mann genommen ſey. Erkeñet vnd bekennet/ daß dieſe jhn naͤher angehoͤre als alle andere Thiere/ vnter de⸗ nen er kein Geſellin antreffen kuͤnte. Er weiſſagt auch als ein Prophet Got⸗ tes/ wie hart Eheleut zuſammen ſollen verbunden ſein. Darumb wird ein Mann ſeinen Vatter vnnd ſeine Mutter verlaſſen/ vnnd an ſeinem Weibe hangen/ vnd ſie werden ſein zwey ein Fleiſch. Alſo gehoͤren Mann vnd Weib naͤher zuſammen/ als Eltern vnd Kindern/ nicht zwar daß Kinder/ wann ſie in Eheſtandt getretten/ jhre Eltern gantz vnd gar ver⸗ laſſen ſollen/ das were dem vierdten Gebott zu wider/ aber der heilige Geyſt bindet ſie haͤrter zuſammen als Eltern vnd Kinder. Zwey ſollen ſeinein Fleiſch. Von wegen ſolcher verbindung ſpricht Paulus/ Actor. 17. zu A⸗ then: Gott hat gemacht/ daß von einem Blut aller Menſchen geſchlecht auff dem gantzen Erdboden wohnen ſollen. Die Wort Adams Darumb wird ein Menſch ſein Vatter vnd Mutter verlaſſen/ ꝛc. Zeucht der Herꝛ Chriſtus an/ Matth. 19. Vnd ſchreibt ſie Gott dem Herꝛn ſelbſt zu. Ja ſetzt hinzu: was nun Gott zuſammen fuͤget/ das ſoll kein Menſch ſcheyden. Es iſt aber daran nichts gelegen/ weil Adam dieſe Wort hat außgeſprochen als ein Prophet Gottes durch deſſen Zung Gott der heilige Geyſt geredt hat Eſa. 23. Es ſetzt Moyſes am Ende dieſes Capituls/ Vnd ſie waren beyde nackend/ der Menſch vnd ſein Weib/ vnd ſchaͤmeten ſich nicht. Im ſtandt der Vnſchuldt da ſich keine Vnordentliche Fltiſchliche Luͤſte gere⸗ getjiſt kein Scham geweſen/ wie noch heut bey den nackenden jungen Kind⸗

lein/ Ja die bloͤſſe iſt an dem Menſchen damahls ein beſonderer Wolſtandt

geweſen.

e wir nun gelernet haben/ daß der heilige Eheſtand von wegẽ der 45 83 Fortpflantzung/ erhaltung vnd Vermehrung deß Menſchlichen eſchlechts/ vnd anderer Vrſachen halben einnoͤtiger vnd nutzli⸗ cher Standt ſey/ daß wol der Nämer Merellus Ihn deßwegen erum⸗