Druckschrift 
Zwe und dreyssig Hochzeitpredigen über Außerlesene Sprüch der Schrifft, Alten und Newn Testaments, bey Fürstlichen, Gräfflichen, Adelichen und anderer vornehmer und Ehrlicher Leute Hochzeitlichen Ehrentagen am SCasslischen und Marpugischen Fürstlichen Höfen, so dann auch bey der Universitet zu Marpug und Giessen gehalten und auff vielfaltiges begeren in Druck gegeben Durch / Johannem Winckelmannumg, der H. Schriff Doctorem und in der Universitet zu Giessen Professorem , Pfarheren daselbsten und des Oberfürstenthumbs Hessen Darmbstatischen theyls Superintendenten
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daslehte erdenklos rauß einer Frͤwlein

dwohnung, ohnungei⸗ 8 Menſch enkraͤffti hat. Vnd euch/ vnd ach ſo ſett chet vher

dvberal⸗

erget ſie der Ich gebt An/ vnnd imen zu nter dem daß ſie al⸗ und Nah⸗ lotrefflich beſchloſſen was er ge⸗ kan ſeinen

n Standt/ anni. iſter uffener Er⸗ daß er aller wie erdau

zeneſ.. J recht

Die Erſte Hochtzeit Predigt. 7 rechtſchaffener Heiligkeit/ Gerechtigkeit/ in voͤlliger Liebe gegen Gott/ ſeyn hoͤchſtes Guth gegen den Naͤchſten/ wie er ſeine Hevam mit iñiger Liebe angenomen/ Gen. 2. In allen Sinnen/ Geſicht Gehoͤr/ Geſchmack Ge⸗ ruch/ ꝛc. Scharpff/ an Leibskraͤfften Starck/ Geradt/ Hurtig/ ohne Mattig Muͤhttgkeit/ ohne alle Furcht einiger gefahr oder des Todes. Dañ Gott hat den Menſchen Auffrichtig gemacht/ Eecleſ. 7. Gott hat den Menſchen

geſchaffen zum ewigen Leben(e⸗ A.σασησααα vnnd hat jhn gemacht zum Bilde daß er gleich ſein ſoll/ wie er/ Sap. 2. Das iſt ein groſſe Wuͤrdelein

ſeliger Standt. b

Darnach hat er jhm gegeben die Herꝛſchafft vber alle Thier auff Er⸗ den/ die ihm ad nutum nach ſeinem Gebott vnd Willen gehorchen muͤſſen/ alſo daß vnſere erſte Eltern in jhrer Vollkomenheit mit einem Loͤwen vmb⸗

gangen weren/ wie man etwa jetzo mit einem zahmen jungen Huͤndlein vmbgehet iſt das nicht ein groſſe Herrlichkeit? Zum dritten hat er jhm auch

zur Luft/ Frewde vnd Speiſe alle gnuͤge jhm vollauff gegeben/ daß da der ge⸗ ringſte Mangel nicht geweſen/ vnnd dieweil Gott der Herꝛ den Menſchen

zu ſeinem Ebenbild geſchaffen zum ewigen Leben/ wuͤrde er jhn zu gewiſ⸗

ſer Zeit auß dem natuͤrlichen Leben ins Himmliſche/ Geiſtliche Leben zu ſei⸗

ner ruhe transferirt verſetzt haben. Dz iſt der ſelige Stand der Menſch⸗

en fuͤr dem Fall geweſen/ den wir in dieſem Leben nicht gnugſam verſtehen koͤñen. Aber/ leyder/ leyder/ wohin iſts durch die Suͤnde vnd Vngehorſam gerahten?die groͤſte Herꝛlichteit/ das Ebenbild Gottes iſt hinweg verloh⸗ ren/ da iſt im Verſtand groß Tunckel/ Finſter/ Vnwiſſenheit/ der will von Gott dem Hoͤchſten gut abgewen det zum gutẽ erſtorben/ wir ſeynd Todt in Suͤnden/ Eph. 2. Da iſt ein Vnordnung Wiederſpenſtigkeit in allen Vnderſten vnnd Oberſten kraͤfften/ daiſt Furcht vnd Gefahr des Todes/

Sorge/ Schwachheit in Kraͤfften/ Kranckheit endlich der Tod nach de vertheil Gottes: Menſch du biſt Erden muſt wiederumb zur Erden wer⸗

den/ Gen.z. vnd ſolte der ewige Todt/ ewig Qual Pein darauff erfolgen.

Ob auch wol Gott nach dem Fall zun Menſchen ſpricht: Ewer Furcht vnd

Schreckẽ ſey vber alle Thier auff Erdẽ /ꝛc. Gen. 0. So iſt doch die erſte Herꝛ⸗ ſchafft ſehr hinweg/ vnd nur noch ein veſtigium deroſelben vbrig/ daß die Menſchen/ mit liſt/ mit Gewalt vnd Zwang dero mechtig werden moͤgen/

gehet von wegen der Grewlichkeit etlicher Thieren ohne Gefahr vielmals nit ab/ ja vielmehr werden Menſchen von Woͤlffen/ Beeren/ Loͤwen an⸗

dern raſenden Thieren jaͤmmerlich Anleach oder beſchaͤdigt. Alſo peiche 1 4

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Paulus