Druckschrift 
Zwe und dreyssig Hochzeitpredigen über Außerlesene Sprüch der Schrifft, Alten und Newn Testaments, bey Fürstlichen, Gräfflichen, Adelichen und anderer vornehmer und Ehrlicher Leute Hochzeitlichen Ehrentagen am SCasslischen und Marpugischen Fürstlichen Höfen, so dann auch bey der Universitet zu Marpug und Giessen gehalten und auff vielfaltiges begeren in Druck gegeben Durch / Johannem Winckelmannumg, der H. Schriff Doctorem und in der Universitet zu Giessen Professorem , Pfarheren daselbsten und des Oberfürstenthumbs Hessen Darmbstatischen theyls Superintendenten
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Die Erſte Hochtzeit Predigt./ vns gleich ſey. Die andern Thiere hat GOtt mit jhren fuͤnff Sinnen ge⸗ ſchaffen/ vnd jhnen mit den Menſchen ein gemeine Nahrung bereitet/ vnder denen auch die Menſchen wohnen ſollen/ darbey er ein Wort geſagt/ vnd iſt alſo geſchehen. Daß nun Gott bey den Menſchen gleich ſich berathſchlagt/ darmit wird vns angedentet/ wie ein Edle Creatur der Menſch ſey/ vnnd

das Gott jhn in hoͤchſten Gradt ſeiner Werck geſetzt/ in dem er ihn nach ſei⸗

nem Ebenbild geſchaffen. Aber durch den leydigen Fall iſt er auß ſeinem Gradt vnnd ſeligen Standt weit herꝛunder geſett/ derowegen die Heilige Dreyfaltigkeit zum andernmahl zu Rhat gangen/ vnnd hat dem armen verlohrnen Menſchen auß ſeinem Elend durch ſeinen eingebohrnen gelieb⸗ ten Sohn außzuhelffen beſchloſſen/ zu welchem ſeinem lieben Sohn erim 110. Pſalm ſpricht: Setze dich zu meiner Rechten/ ꝛc. Darfuͤr wir billich dem guͤtigen Gott zu dancken haben.

b Der Ander Theyl.

Vn laſſet vns beſehen/ wie Gott der Schoͤpffer ſeinen Rathſchlag in Erſchaffung deß Menſchen zu Werck gerichtet. Vnd Gott ſchuff den Menſchen jhm zum Bilde/ zum Bilde Gottes

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ſchuff er jhn. Die andere Thier hat Gott mit Leib vnd Seel in jhren

fuͤnff Sinnen nur in diß natuͤrliche Leben geſchaffen. Aber dem Menſchen ſetzet er in einen viel hoͤhern Standt/ begabt jhn mit Leib vnd vernunfftiger Seelen/ macht jhn Auffrecht/ Wolgeſtalt/ vnd darzu nach ſeinem Ebenbild in ſeiner aͤhnlichkeit. Was darvon die Lehrer diſputirt haben/ ſtellen wir an ſeinen Ort folgen der Schrifft die beſchreibt vns das Ebenbild Gottes/ dzes ſey Weißheit Erkaͤñtnis Gottes/ Heiligkeit/ Gerechtigkeit/ Vnſterb⸗ lichkeit/ feine Ruhe Sicherheit des Gemuͤhts ohne furchteiniger gefahr/ hertzliche Liebe gegen Gott dem Naͤchſten/ Auffrichtigkeit in allen Kraͤff⸗ ten der Seelen vnd des Leibs: Daſ̃ alſo erklaͤrts S. Paulus/ Eph.4. Ziehet an den Newen Menſchen/ der nach Gott geſchaffen iſt in rechtſchaffener Heiligkeit Gerechtigkeit. Vnd abermal/ Col.3.Ziehet den Newen Men⸗ ſchen an/ der vernewert wird zur erkaͤnntnis Gottes nach dem Ebenbild/ daß der jhn geſchaffen hat. Wie hat dann Gott nur einen eintzigen Men⸗ ſchen geſchaffen/ oder hat er Menſchen in einer groſſen Anzahl geſchaffen ohne fernere Vermehrung/ wie die Engel? Neyn/ ſondern Moyſes ſpricht:

Erſchuff ſie ein Maͤnlein vnd Fraͤwlein. Wie aber vnd in was Ord⸗

A iij nung;