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Zwe und dreyssig Hochzeitpredigen über Außerlesene Sprüch der Schrifft, Alten und Newn Testaments, bey Fürstlichen, Gräfflichen, Adelichen und anderer vornehmer und Ehrlicher Leute Hochzeitlichen Ehrentagen am SCasslischen und Marpugischen Fürstlichen Höfen, so dann auch bey der Universitet zu Marpug und Giessen gehalten und auff vielfaltiges begeren in Druck gegeben Durch / Johannem Winckelmannumg, der H. Schriff Doctorem und in der Universitet zu Giessen Professorem , Pfarheren daselbsten und des Oberfürstenthumbs Hessen Darmbstatischen theyls Superintendenten
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4 Von der Erſten Eheſtifftung

daß die Menſchen nach der Engel Ebenbildt gemacht ſeyen/ ſondern nach

Gottes Bild ſeynd ſie erſchaffen/ Geneſ. 5. 9. Cap. 2. Vber diß/ da Gott ſpricht: Laſſet vns Menſchen machẽ ein Bild daß vns gleich ſey/ iſt gar nit zu glaubẽ/ dz Gott ſich in die Gemeinſchafft der Engel ſetze alldieweil zwi⸗ ſchen dem vnendlichen Gott vnd denerſchaffenen Engeln kein Proportion iſt Andere Juden dichten/ es habe Gott allhie in dergleichen Spruͤchen geredt nach art der groſſen Herꝛn vnd Potentaten/ die ſchreiben: Wir ent⸗ bieten euch wir befehlen euch. Aber die Hebraiſche Sprach weyß von ſolcher deutſchen Cantzeley nicht/ vnnd nehmen die Juden diß jhr Gedicht auß gewohnheit deren Voͤlcker/ vnter welchen ſie gewohnet. Vnd da Gott mit ſolcher art zu reden ſein Hochheit hette wollen fehen la ſſen/ ſo würde er wolbey Verkuͤndigung ſeines Geſetzes/ ſo mit groſſer Mayeſtat vnd Herꝛ⸗ lichkeit geſchehen/ die Sprach gefuͤhret haben. Sie haben andere Glo ſſen mehr!aber ſie tůgen durchaus nichts Derwegen bleibt den Judenin jhrem

Gewiſſen ſtecken dieſer Stifft: Gott/ der ein einiger Gott iſt/ redt gleichwol

als viele: Laſſet vns Menſchen machen. Adam iſt wie Vnſer einer. Wir ſollen vnß dieſe Spruͤche nicht nemen laſſen/ vnnd das hohe Geheim⸗ nis vom einigen Goͤttlichen Weſen/ vnd in demſelbigen die drey Perſonen darauß erkennen/ Inmaſſen vor zeiten auch die Juden diß Geheimnis er⸗

kant/ alſo das im Targum Jonathæ ſtehet/ d; Wort deß Herꝛn habe geſagt/

Laſſet vns Menſchen machen Vnd der Menſch ſey nach dem Ebenbild des eingebornen Sohns Gottes gemacht/ der dann das weſentliche Eben⸗ bild ſeines Vatters iſt/ Heb. 1. Fragt dann einer/ wie es dann kom̃e/ daß diß Geheimnis alſo tückel in der Schrifft des Alten Teſtaments fuͤrgelegt/ nicht beſſer erklaͤret worden? dem geben wir zur Antwort/ daß diß Liecht ſey zuruͤck gehalten biß ins Newe Teſtament/ wann die Sonn der Gerechtig⸗ keit ſelbſt auffgehen wuͤrde/ der hats erklaͤret/ daß der Gott/ welcher allhie ſpricht. Laſſet vns Menſchen machen: ſey Gott der Vatter/ vnnd der Sohn/ vnd der H. Geiſt Nicht deſtoweniger haben diß Geheimnis Gott⸗ ſelige Leute auch im Alten Teſtament durch Gotts erleuchtung erkannt/ a⸗ ber nicht ſo hell/ als heutiges Tags. II. Darnach ſehen wir allhie was für ein Vornehmes vnd treffliches Geſchoͤpff Gottes der Menſch ſey/ dieweil Gott der Herꝛ die Hochheilige

Dreyfaltigkeit/ als er jhn ſchaffen will/ gleich zu Rhat geht/ vnd ſpricht mit

ſenderlichen bedacht: Laſſet vns Menſchen machen/ ein Bild daß

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