Teil eines Werkes 
Zweyter Band (1809) Code Napoléon
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455
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3s B. 20r T. Von der Verjährung. 455

begründet wird, daß der Theil, welcher die Verjährung vorzuſchützen unterlaſſen hat, derſelben entſagt habe.

2225. Die Gläubiger oder jede andere Perſon, die ein Intereſſe dabey hat, daß die Verjährung vollendet ſey, können dieſelbe vorſchützen, wenn gleich der Schuldner oder Eigenthümer ihr entſagt.

2226 Das Eigenthum an Sachen, die dem bür⸗

gerlichen Verkehre entzogen ſind, kann man nicht verjähren.

2227. Gegen den Staat, die öffentlichen Anſtalten und Gemeinden finden die nämlichen Verjährungsarten, wie gegen Privatperſonen, Statt, und ſie können ſich der⸗ ſelben auch auf gleiche Weiſe bedienen.

Zweytes Capitel. Von dem Beſitze.

2228. Der Beſitz iſt die Inhabung einer Sache oder die Benutzung eines Rechtes, welche Sache oder welches Recht wir entweder in eigener Perſon im Gewahrſam ha⸗

ben oder ausüben, oder welche ein Anderer in unſerem Na⸗

men im Gewahrſam hat oder ausübt. 1)

2229. Um verjähren zu können, muß man ſich in einem fortdauernden und ununterbrochenen, ungeſtörten, öffentlichen, nicht zweydeutigen Beſitze, und zwar als Ei⸗ genthümer, befinden.(*)

2230. Man hat immer die Vermuthung für ſich, daß man in eigenem Namen und als Eigenthümer beſitze, wenn nicht erwieſen wird, daß man Anfangs für einen Andern beſeſſen habe.

2231. Hat man anfänglich für einen Andern beſeſ⸗

ſen, ſo wird immer, und ſo lange nicht das Gegentheil er⸗

wieſen iſt, vermuthet, daß man noch aus demſelben Rechts⸗ grunde beſitze.

2252. Handlungen der freyen Willkühr(actus meo- rae facultatis), wie auch die einer bloßen Vergünſti⸗ gung, können weder einen Beſitz noch eine Verjährung be⸗ gründen.

eines Rechts, welches wir ſelbſt ausuͤben, oder durch einen andern bewahren und ausuͤben laſſen. E.

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