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74. Die Ehe ſoll in einer Gemeinde geſchloſſen werden, wo einer von beyden Ehegatten ſeinen Wohnſitz hat. In Beziehung auf die Heirath hat man ſeinen Wohnſitz in einer Gemeinde, wenn man ſechs Monate ununterbrochen daſelbſt gewohnt hat.
75. An dem, nach Verlauf der Aufgebotsfriſten, von den Parteyen hiezu beſtimmten Tage ſoll der Civil⸗ ſtandsbeamte ihnen auf dem Gemeindehauſe, in Beyſeyn von vier Zeugen, wozu Verwandte und Nichtverwandte gewählt werden können, die oben angeführten Urkunden, die ſich auf ihren Zuſtand ²³) und auf die Formalitäten der Heirath beziehen, ſodann das ſechſte Capitel des Titels von der Ehe, welches die wechſel⸗ ſeitigen Rechte und Pflichten der Eheleute enthäalt, vorleſen. Er ſoll ſich von beiden Theilen, von einem nach dem andern, die Erklärung geben laſ⸗ ſen, daß ſie ſich zum Manne und zur Frau nehmen wol⸗ len. ²24) Sodann erklärt er im Namen des Geſetzes, daß ſie durch die Ehe vereiniget ſeyen, und ſetzt auf der Stelle hierüber eine Urkunde auf.
76. In der Heirathsurkunde müſſen ausgedrückt⸗ werden:
1.) Die Vornamen, Geſchlechtsnamen, das Ge⸗ werbe, das Alter, die Geburtsorte und die Wohnorte der Ehegatten;
2.) Ob ſie volljährig oder minderjährig ſeyen;
3.) Die Vornamen, Geſchlechtsnamen, das Ge⸗ werbe und die Wohnorte der Eltern;
4.) Die Einwilligung der Eltern, Großeltern, und
jene der Familie, in den Fällen, wo ſie erfordert
wird;(*†). b 5.) Das ehrerbietige Anſuchen um den elterlichen
Rath ²5), wenn ein ſolches Statt gehabt hat;(**) 6.) Die in den verſchiedenen Wohnorten geſchehe⸗
nen Aufgebote;
25) Die ehrfurchtsvolle Anfrage. L. Die ehrerbietigen Aken.§. Die Acten uͤber das ehrerbietige Nachſuchen des elterlichen Raths. D. Die ürkunden, die den El⸗ tern bewieſene Achtung betreffend M. Die Urkunden uͤber das erfolgte ehrerbietige Geſuch(um den Bey⸗ rath der Eltern, oder der Familie E.


