Teil eines Werkes 
Erster Band (1809)
Seite
35
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69. Iſt kein Einſpruch eingelegt worden, ſo ſoll hievon in der Heirathsurkunde Erwähnung geſchehen; und wenn die Aufgebote in mehreren Gemeinden geſche⸗ hen ſind, ſo ſollen die Partheyen von dem Civilſtandsbe⸗ amten einer jeden Gemeinde ein Zeugniß beybringen, daß kein Einſpruch eingelegt worden ſeye.

„70. Der Civilſtandsbeamte ſoll ſich die Geburtsurkun⸗ de von jedem der künftigen Ehegatten einhändigen laſſen. Der Ehegatte, dem es etwa unmöglich ſeyn möchte, ſich dieſelbe zu verſchaffen, kann ſie dadurch erſetzen, daß er eine, von dem Friedensrichter ſeines Geburts⸗oder Wohn⸗ ortes ausgeſtellte Notorietätsurkunde beybringt:t.

71. Die Notorietätsurkunde muß eine von ſieben Zeugen, gleichviel ob ſie männlichen oder weiblichen Ge⸗ ſchlechts, Verwandte oder nicht Verwandte ſind, getha⸗ ne Erklärung enthalten, über die Vornamen, den Ge⸗ ſchlechtsnamen, das Gewerbe und den Wohnort des künf⸗ tigen Ehegatten, und ſeiner Eltern, wenn ſie bekannt ſind, ſodann über den Ort und, ſo viel möglich, den Zeitpunct ſeiner Geburt, und die Urſachen, welche die Beybringung der Geburtsurkunde ſelbſt verhindern. Die Zeugen müſſen mit dem Friedensrichter die Notorietäts⸗ urkunde unterzeichnen, und wenn jemand unter ihnen nicht unterzeichnen kann, oder des Schreibens unerfah⸗

ren iſt, ſo muß auch dieſes angemerkt werden.

72. Die Notorietätsurkunde muß dem Gerichte erſter Inſtanz des Ortes, wo die Ehe geſchloſſen werden ſoll, vor⸗ gelegt werden. Das Gericht ertheilt oder verſagt hier⸗ auf, nach angehörtem Vortrage des kaiſerlichen Procura⸗ tors, ſeine Beſtätigung, je nachdem es die Ausſagen der Zeugen und die Gruͤnde, weshalb man die Geburtsurkun⸗ de nicht beybringen kann, zureichend findet oder nicht.

73. Die öffentliche Urkunde über die Einwilligung der Eltern, oder Großeltern, oder, in deren Ermange⸗ lung, über die Einwilligung der Familie, muß die Vor⸗ namen, die Geſchlechtsnamen, das Gewerbe und den Wohnort des künftigen Ehegatten, und aller derjenigen, die bey der Einwilligung 22) mitgewirkt haben, ſo wie den Grad ihrer Verwandtſchaft, ausdrücken.

22) zu dem Acte. D. bey der Handlung. M. an dem Act Theil genommen haben. I. u. S. 3