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2. Weiter war ich vorgeschritten und im eifrigsten Studium der Zoo- logie begriffen, als im Jahr 1824 vom Landes-Industrie-Comptoir in Wei- mar ein„Wörterbuch der Naturgeschichte, dem gegenwärtigen Stande der Mineralogie, Botanik und Zoologie angemessen“ angekündigt wurde. Es fehlte nicht an Lobpreisungen, die theils vorangingen, theils der ersten Lieferung auf dem Fusse folgten. Ich erinnere mich gelesen zu haben, dass man aus diesem Werke werde ersehen können, was Deutscher Fleiss vermag. Ich fiel also mit wahrem Heisshunger über die erste Hälfte des ersten Bandes her, als sie nach Königsberg kam und erwartete hier die Frucht gemeinschaftlicher Arbeit vieler Deutscher Gelehrten. Aber wie wurde ich enttäuscht! Ich fand grösstentheils Uebersetzungen aus dem Dictionnaire classique, aber oft sehr unrichtige und flüchtige, so dass zuweilen der volle Gegensatz herauskam, und zwar bei den bekanntesten Gegenständen. So heisst es bei Anchlodon, nachdem von den Zähnen an der Spitze des Oberkiefers die Rede gewesen ist,„die andern Theile des Rachens sind mit Zähnen wie beim Narwal versehen“. Es sollte aber heissen„sind, wie beim Narwal nicht mit Zähnen verschen.“ Das konnte ein Druck- fehler seyn, aber es war kein Druckfehler, dass im Artikel animal erklärt wurde, das Wörterbuch habe Schweigger's Anordnung bei den niedern hierklassen zum Grunde gelegt. Da mir Schweigger's Arbeiten sehr pekannt waren, schlug ich gleich Acetabularia auf, und fand, dass auch dieser Artikel aus den Dict. classique übersetzt war, und mit Bestimmtheit das Daseyn von Polypen behauptet wurde, obgleich Schweigger, der die Acetabularia grün gefunden hatte, sie für eine Pflanze erklärt. So fand ich überall das Diet. classique befolgt, wenn der Artikel nur irgend darin vor- kam. Aber ein wahrhaftes Staunen ergriff mich, als ich bemerkte, dass der Uebersetzer durch einen mir völlig unbegreiflichen Irrthum das Franzö- sische Maas überall auf 5⁄ seiner wirklichen Grösse reducirt hatte und es ihm gar nicht auffiel, dass er unter lauter Pygmaeen sich bewegte. S0 heisst es von Adeona, die doch in Schweigger's„Untersuchungen“ in Lebensgrösse abgebildet ist: sie erréiche die Grösse von einigen Linien, weil im Dict. classique gesagt wird, sie hätte deuw à trois décimètres. So nicht allein hier, sondern auch in den andern Artikeln über Corallen.— In einer wahren moralischen Entrüstung über diese Nichtachtung des Publicums schrieb ich eine sehr scharfe Kritik. Nachdem sie niederge- schrieben war, schien es mir doch unedel, so gegen ein Buch, von dem man viel erwartete, aufzutreten. Vielleicht hat der sehr beschäftigte Fro- riep es gar nicht durchgesehen und vielleicht lässt er sich bestimmen, die erste Lieferung zu unterdrücken und mit einer bessern zu ersetzen. Ich schickte also meine Bemerkungen Froriep zu. Dieser dankte mir zwar und versicherte, es sey traurig, dass man oft beim besten Willen so schlecht bedient werde, und fügte hinzu, dass ihm diese Unternehmung schon Tausende gekostet habe, allein er unterdrückte doch die erste Liefe- rung nicht, sondern liess nur eine Menge Cartons drucken. Den Redacteur wird er wohl geändert haben, doch habe ich die folgenden Lieferungen
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