VIII. Für die Veröffentlichung bestimmte, aber nicht dazu gelangte Aufsätze.
Ob der vorhergehende Abschnitt in ein bibliographisches Verzeichniss passt, weiss ich in der That nicht zu bestimmen, aber dass dieser letzte nicht dahin gehört, weiss ich sehr wohl. Allein er giebt einige Beiträge zur Lebensgeschichte, wenn auch nicht grade wichtige. Da mir nun pei der Durchsicht aufgehobener Papiere und Druckschriften mancherlei Er innerungen entgegentraten, so habe ich folgende Notizen über beabsichtigte, aber nicht erreichte Publicationen zusammengetragen, die ich nicht zurück- halte, theils um über kleine Erlebnisse zu berichten, theils um mir selbst
ein peccawi zuzurufen.
1. So fallen mir vier gedruckte Bogen einer Schrift über künstliche und natürliche Classificationen der Pflanzen und Thiere in die Hände. welche ich schon im Jahr 1819, also im zweiten Jahre meiner Anstellung, auf eigene Kosten herauszugeben unternahm, da ich keinen Verleger fand, die mich aber bald überzeugten, dass ein solches Unternehmen über meine pecuniären Kräfte ging. Die nächste Veranlassung dazu gab eine kleine Schrift von Professor Goldfuss: Ueber die Entwickelungsstufen des Thiers, begleitet von einer Abbildung, in welcher die Verwandtschafts-Verhältnisse der Thiere in die Form eines Eies zusammengedrängt waren. Solche regelmässig schematisirende Darstellungen sagten mir gar nicht zu und er- schienen mir als Spielereien. So hatte auch Oken mit seiner regelmässigen viergliedrigen Eintheilung meinen Widerspruch erregt. Ich zeigte, dass in der Eischale eigentlich ein Gliederthier stecke, indem die Seitengruppen zwar mit den Mittelgruppen in Beziehung ständen, aber nicht mit den zunächst folgenden Seitengruppen. Im Allgemeinen suchte ich aber die Principe einer naturgemässen Classification einzeln hervorzuheben und zu begründen. So sind besondere Abschnitte der Durchführung folgender Sätze gewidmet: 1) Die Verwandtschaft der Thiere kann nur nach dem Gesammt- bau, nicht nach einzelnen Organen des Körpers oder einzelnen Erschei- nungen des Lebens beurtheilt werden. 2) Sie kann nicht durch Aufstellung einer einfachen Reihe ausgedrückt werden. 3) Ein natürliches zoologisches
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System kann keine ganz regelmässige Gestalt gewinnen u. s. w. Im Ganzen dämmerte der Unterschied in der Lagerung der Theile(Typus der Organi- sation) und der Stufe der organischen Entwickelung hervor, den ich im letzten Aufsatze der„Beiträge zur Kenntniss der niedern Thiere“ anschau- lich zu machen versucht habe. Das Ganze ist aber doch mehr ein Selbst- gespräch, als das Resultat fertiger Anschauungen, und wurde daher von mir als ökonomisch fühlbare Lehre, dass man nur nicht zu früh drucken
lassen miisse, am wenigsten auf eigene Kosten, besonders wenn man einen
Prosectors-Gehalt von 300 Thalern mit etwa halb so vie] in Neben-Einnahmen zu beziehen hat, betrachtet und abgebrochen. Leb. S. 297.
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