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bezweckt man eigentlich damit? Glaubt man damit den Patriotismus und zwar einen recht nationalen, zu erweisen oder zu stärken? Der Beweis wäre herzlich schlecht geführt. Der wahre Patriotismus setzt die Selbst- achtung als allgemein bekannt voraus und hat deshalb nicht nöthig, sie zu proclamiren, hat auch nicht nöthig, Andere herabzusetzen, um sich zu er- heben, denn er fühlt seinen Werth und setzt voraus, dass auch Andere ihn fühlen, und grade deswegen, weil er an sich gar nicht zweifelt, kann er auch Andere anerkennen. Unter allen bedeutenden Nationen haben wohl die Engländer das entschiedenste patriotische und nationale Gefühl. Wer wüsste nicht, dass ein Unrecht oder eine Gunst, die einem Engländer im entferntesten Winkel der Erde widerfährt, von Jedem seiner Lands- leute, der davon hört, mit empfunden wird? Aber dieses kräftige National- gefühl hindert die Engländer nicht, fremden Werth anzuerkennen. In wissenschaftlichen Dingen wenigstens spricht kein Volk seine Anerkennung so kräftig aus, als die Engländer; es wird in praktischen Dingen wohl nicht anders seyn. Mehren kann man aber den Patriotismus auch nicht durch Selbstlob oder durch Herabsetzung Anderer, höchstens kann man die Eitelkeit befördern. Den Patriotismus mehrt man durch beispielswürdige Thaten, die zur Nacheiferung fortreissen.
Aber welche Folgen solche Selbsterhebungen und Herabsetzungen Anderer haben können, liegt am Tage. Vor allen Dingen gegenseitigen Widerwillen, von dem nicht abzusehen ist, wie er Gutes erzeugen soll, aber ausserdem eine misstrauische Untersuchung der Gründe. Wenn wir im gewöhnlichen Leben eine Persönlichkeit treffen, welche bemüht ist, sich selbst zu erheben oder Andere immer herabzusetzen, so werden wir ver- muthen, dass Mangelhaftes irgend einer Art damit verdeckt werden soll, und, misstrauisch gemacht, entdecken wir es um so leichter. Der kleine Fall mit Reguly ist hiervon ein schlagendes Beispiel. Er war nach Sibirien gereist— und da verstand es sich ganz von selbst, dass er die Mittel dazu von seiner Familie oder sonst aus Ungarn bekommen habe; niemand würde darnach gefragt haben. Auch dachte hier kein Mensch daran, in die Zei- tungen zu rücken, dass die Unterstützung aus Ungarn zu kärglich ausge- fallen war. Als der erste Artikel in der Augsburger Zeitung erschien, die hier ganz allgemein gelesen wird, musste ich wohl näher über die Vor- gänge berichten, da es mir darauf ankam, die hiesige Bereitwilligkeit offen zu halten. Es geschah in den Beiträgen. Nachdem dieser Bericht schon geschlossen und zu einer andern Reise im Drucke übergegangen war, musste ich im zweiten Aufsatze lesen, dass Reguly meine Verführung zurückge- wiesen, aber im Auftrage der Magyarischen Akademie gereist sey. Ich bin weit davon entfernt, zu glauben, die Magyarisché Akademie habe diese Artikel abfassen lassen. Aber wenn ein Unberufener sie schrieb, so musste er doch von einem Mitgliede der Akademie Mittheilungen erhalten haben, nur auf diesem Wege oder durch einen Brief von Reguly konnte mein Name in diese Zeitungsnotiz kommen. Und wozu diese Notiz, wenn sie auch von einem ganz Unberufenen kam? doch wohl nur, um die Theilnahme der
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