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Nachrichten über Leben und Schriften des Herrn Geheimraths Dr. Karl Ernst von Baer : veröffentlicht bei Gelegenheit seines fünfzigjährigen Doctor-Jubiläums am 29. August 1864 von der Ritterschaft Ehstland, mitgetheilt von ihm selbst / Karl Ernst von Baer
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die Aufgabe, die ihn erfüllte. Ich gewann ihn sehr lieb. Meine Bewunde- rung erregte er aber, als ich ihn Ehstnisch sprechen hörte. Er sprach zwar langsam und schien sich auf die Wörter und Flexionen zu besinnen, r wicht nenle⸗ aber er sprach grammatisch richtig und mit einer Aussprache, als ob er Pahn unter dem Volke der Ehsten geboren und erzogen wäre, obgleich er nur

. wenige Wochen daselbst gewesen war. Ebenso hatte er auch nach Gotto- ehety d lund in Helsingfors allgemeine Aufmerksamkeit und Verwunderung er- r höchst unmg regt, durch die Leichtigkeit, mit welcher er sich sowohl in der Schwedi- schen, als in der Finnischen Sprache ausdrückte, und noch mehr durch die

ang in den Bäti reine und fehlerfreie Aussprache. Er besass ohne Zweifel ein sehr ent- zählt, un schiedenes Talent für das Erlernen der Sprachen eæx usz. Das Studium der allgemeinen Sprachkunde wurde erst hier begonnen und mit Eifer fort-

em Vätek gesetzt. Aber auch manche einzelne Sprachen mussten in Angriff genom- men werden, um Fingerzeige zu erhalten, wohin man sich zu wenden habe, 4 Ultra-Patricteu au um die nächsten Verwandten der Ungarn zu finden. Zuvörderst musste die Russische Sprache geläufig werden, um die in dieser Sprache abge-

fassten Hülfsmittel studiren und im Lande mit Erfolg reisen zu können,

HwriseUmn dann wurde von Ostfinnischen und Tatarischen Sprachen vorläufige Kennt-

niss genommen. So viel ich weiss, hat auch Reguly erst von hier aus sich an die Magyarische Akademie gewendet und den Wunsch zu erkennen gegeben, die Ostfinnischen Volksstämme besuchen zu können, und die Geld- mittel dazu zu erhalten. Bis dahin hatte die Familie die Kosten der Reise bestreiten müssen. Da diese Subventionen aber langsamer ankamen als Reguly sie brauchte, hatte er hie und da Schulden hinterlassen, die zwar, so viel ich weiss, sämmtlich getilgt sind, aber doch einige Zeit unbefriedigt blieben, und dadurch ihm mehr schadeten, als er vielleicht wusste. Ich sah nämlich damals öfter bei dem Banquier Stieglitz ein Mitglied der ug vother Ge d Oesterreichischen Gesandtschaft und glaubte durch Sturmlaufen auf das- r ſene d selbe die Beschleunigung der Unterstützung aus öffentlichen Fonds zu be- h Fimnland,- wirken, wurde aber mit diplomatischer Kälte und Festigkeit abgewiesen, unter Berufung auf die Schulden, wogegen mir schien, dass, wenn sonst Magyarischen, ermf die Befähigung nicht angezweifelt würde, grade dieser Umstand für die r Gie Lälns Nothwendigkeit der Geldmittel sprechen müsse. Reguly brauchte sehr

lr be wenig zum Leben, aber er war geradezu unfähig, ein wissenschaftliches In- Hauptstadt Hebr teresse, das ihn ergriffen hatte, aus ökonomischen Gründen aufzugeben.

a W lt von dieseg Mir ist wenigstens nie ein Mann vorgekommen, auch in spätern Jahren erzüblte nicht, der von einer wissenschaftlichen Aufgabe so vollständig gefasst wor-

rung dells, den wäre. Dabei war er durchaus nicht zu vorgefassten Meinungen oder Heb gfan Hypothesen geneigt. Vielmehr fand er immer nothwendige Ergänzungen

Finnischen d zu seinem Wissen, das ein gutes Gedächtniss zusammenhielt, zu suchen.

Dorpat 3l Er hatte gegen die Magyarische Akademie nicht die Zuversicht ausge-

eu r sprochen, am Ural die ursprünglichen Wohnsitze der Ungarn zu finden, 88 wohl aber, dass er in den Ostfinnischen Sprachen so viele Verwandtschaft 1 mit der Ungarischen erkannt zu haben glaube, dass dort vollständige Un- ¹eht Du d tersuchungen ihm nothwendig schienen. Die Mag. Akad. gab ihm zuvörderst