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Gesprächigkeit zuweilen zu luxuriös, und er machte mir bange, wenn ich so viel plapperte, würde ich meine Lippen so ver-— brauchen, dass ich meine Zähne später nicht würde bedecken können. Das gab mir die erste Sorge im Leben; aber da ich nun alle Fremden, die ins Haus kamen, genau darauf ansah, ob bei einem derselben die Lippen verbraucht waren und keinen fand, so meinte ich doch bald, dass die Gefahr nicht so gross seyn könne. Uebrigens war bei meinem Onkel der Hauptgrund- satz der Erziehung der, dass Kinder„pariren“ müssen. Der Tradition nach war früher dieses Princip bei uns noch viel ge- waltsamer ausgeübt und die Zucht mehr nach der Züchtigung bemessen. Ob schon die Principe von Jean Jacques Rous- seau einige Wirkung bei uns ausgeübt hatten, weiss ich nicht zu beurtheilen, allein eine grosse Veränderung in der Methode der Erziehung schien eingetreten. Mein Onkel hatte überdies noch besondere Gründe, mich nicht scheu zu machen. Er hatte viel mechanisches Geschick, zeichnete und malte nicht nur in Aquarellfarben ganz hübsch, sondern unternahm auch in den Win- tertagen allerlei gröbere mechanische Arbeiten. Ein Glaser durfte ihm gar nicht auf das Gut kommen, denn alle Glaserarbeit ver- richtete er ohne Ausnahme selbst. Er hobelte und tischlerte auch gern. Ich erinnere mich, dass er einmal der Frau ein Paar elegante Schuhe machte und ein anderes mal einen Schawl malte, in dessen Borte ein Palmbaum in einer tropischen Landschaft paradirte und meine Phantasie erregte. Bei solchen Arbeiten nun, besonders den mechanischen, sah er es gern, dass ich zu- gegen war und kleine Dienste that. Einmal fuhr mir in meinem fünften oder sechsten Jahre der Hobel tief in den kleinen Finger der rechten Hand, wovon sich die Narbe noch erhalten hat, als Wahrzeichen, dass man mich nicht zu den ungehobelten Menschen zählen darf.
Im Uebrigen hatte mein Onkel einige Eigenthümlichkeiten, die ihn fast zum Sonderling machten. Er war mit meinem Vater, nachdem sie den mässigen Schulunterricht der siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts genossen hatten, nach Deutschland ge- schickt, um dort die Universität Erlangen und den Baireuthischen Hof zu besuchen. Während mein Vater sich den juristischen
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