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Frage zu bejahen ſey, weil es in der Solmſiſchen Landes⸗und Gerichts⸗ Ordnung Tu. 18.§. 11. die Erbieyhe ausdruͤcklich unter ſolchen Guͤtern nahmhaft gemacht wird, worinn dergleichen Nießbrauch des uͤberleben⸗ den Ehegatten ſtatt findet. Wofern indeſſen dieſer Nießbrauch dem In⸗ tereſſe des domini directi auf irgend eine Weiſe zu nahe treten ſollte, da wird zum Rechtsbeſtande deſſelben auch ſeine Einwilligung erforderlich ſeyn. Wenn aber weiter dieſer uͤberlebende Ehegatte zur zwoten Ehe ſchreitet, verliert er alsdann den Nießbrauch? dieſe Frage ſcheint wohl um deswillen mit Nein zu beantworten zu ſeyn, weil in gedachter Landes⸗ ordnung der Nießbrauch den uͤberlebenden Ehegatten ausdruͤcklich auf Lebenszeit angewieſen⸗ dagegen aber in derſelben von keiner Strafe der zwoten Heyrath etwas enthalten iſt, und die aus der Landesordnung dem uͤberlebenden Ehegatten zukommenden Vortheile alſo auch keines⸗ wegs davon abhangen koͤnnen. Hierzu kommt noch die allgemeine Ver⸗ muthung aus den deutſchen Rechten, daß der einer Ehegattin zugeſicher⸗ te Nießbrauch, oder das dotalitium derſelben nicht durch die zwote Hey⸗ rath geendigt werde; Man ſehe§enkenbergu meditationes de vniuerſo iure&R hiſtoria pag. 42. feq.& 432. ſeqd.(Wie auch Mernber in obſ. forenſ. P. VIII. obſ. 144. und loh. VIr. de Cramer in den Wetzlariſchen Nebenſtunden P. 9. obſ. 1. Chriſt. Henr. Hreuning de dotalitio ob ſè- cundas nuptias non ceſſante. Lipſ. 1754. 4. R.) Abs daher(im Jahr 1750. im Monat Junius) ein Vater bey dem domino directo um die Einwilligung nachſuchte, daß die Erbleyhe nach ſeinem Tode ſeiner Schwiegertochter, einer Wittwe ſeines vor ihm verſtorbenen Sohns, wenn ſie ſich gleich zum zweytenmale verheyrathen ſollte, ſo lang ver⸗ bleiben moͤgte, bis ſein erſtgebohrner Enkel das fuͤnf und zwanziſte Jahr erreicht habe, ſo wurde ihr ſolches ohne Schwierigkeit zugeſtanden.
In einem uns vorgekommenen Erbleyhbriefe war dem Erbbeſtaͤn⸗ der verſtattet worden, ſein Erbrecht und die Oberbeſſerung andern zu verkaufen und zu begeben. Daraus wollte derſelbe den Schlutz ziehen, daß dieſe Emphyteuſis nicht blos auf ſeine Leibeserben eingeſchraͤnkt ſey; welche Folgerung aber um deswillen als ungegruͤndet angeſehen wurde, weil ſie 1.) der Natur der Erbleyhe in ſolchen Gegenden, worinn Solmſiſches Recht gilt, ganz zuwiderlauft; 2.) weil auf den Todesfol des Frh⸗
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