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Wilhelm Hoffmann Sammlung ungedruckter Nachrichten I. Theil p. 172.“ desgelicken ſchalme der Prelaten unde Manne Denre und Ge⸗ „ſinde, Meyere edder egene Lude noch eres jeniges Gut hinderen eder „beſetten umme Schuld, me en hebbe ſe erſt vor eren Heren beclaget „und verpolget.“ Ein gleiches wir auch in dem Gemeiner Land⸗ ſchaft Privilegio de A. 1392. Thid. p. 257. wiederhohlet. Und daß alſo die vormalige Herrſchaft uͤber die Bauern zwar ein Bewegungsgrund, oder eine Gelegenheit geweſen, die Erbgerichte zu erlangen. Allein daß ſolche Herrngewalt wuͤrklich in die Gerichtbarkeit verwandelt worden; ſolches kann ich wegen obiger Urſachen noch nicht glauben. b Aus dem angefuͤhrten iſt es nun leicht, unſere obbemeldete Frage zu entſcheiden. Nemlich; Iſt die Herrſchaftliche Gewalt, wie man an⸗ gefangen die Bauern vor frey zu halten, nur blos in eine Gerichtbarkeit verwandelt worden, und hat alſo dieſelbige Sache nur einen andern Namen bekommen, ſo iſt nothwendig die Vermuthung vor den Edel⸗ mann, und muß abſeiten desjenigen, der ihm ſeine Gerichtbarkeit ſtrei⸗ tig macht, erwieſen werden, daß ihm dieſe vormalige Herrſchaftliche Gewalt und nachmalige Gerichtbarkeit vom Furſten genommen worden, oder er ſolche auf andere Art verlohren habe. Hingegen iſt dieſe Ver⸗ wandelung, wie wir davor halten, noch nicht erwieſen, und iſt die Herr⸗ ſchaftliche Gewalt hoͤchſtens nur ein Bewegungsgrund, oder eine Ge⸗ legenheit, die Gerichtbarkeit zu erlangen, geweſen; ſo folget nicht, daß, weil ich Urſachen gehabt, eine Sache zu verlangen, und ſie mir vortheil⸗ haft wuͤrde geweſen ſeyn, oder weil ich oder andere vielleicht bisweilen Gelegenheit gehabt, ſie zu uͤberkommen, ich auch ſolche wuͤrklich erhalten habe, indem allhie die Erfahrung bey vielen das Gegentheil lehret, daß nicht allein bey manchem Gute die Gerichte fehlen, ſondern daß auch wohl gar einem andern benachbarten Edelmann ſolche uͤber dieſes ſeine Bauern mit zuſtehen, und der eine Guts⸗ der andere Gerichtsherr iſt. Es muß alſo billig derjenige, welcher ſonſten keine Vermuthungen vor die Befugniß ſeiner Gerichtbarkeit anzufuͤhren weiß, als daß die Bauern, woruͤber er ſolche verlanget, nach ſeinem Hofe oder Gute frohnen oder zinſen, ſich gefallen laſſen, daß man ſolche Præſumtion nicht hinlaͤnglich erkennet, ihn von dem Beweiß zu zeigen, daß ihm die Gerichtbarkeit ent⸗ weder von dem Fuͤrſten ertheilet ſey, oder er ſolche durch rechtmaͤßige Ver⸗ jaͤhrung bey ſeinem Gute hergebracht habe, zu befreyen. Siehe v. Buri im Lehenrecht, zte Fortſetzung p. 659. 2) Ob


