38)o(
ſern und andern maͤchtigen Herrn geſcheh nen Schenkungen, ihnen oder ihren Advocatis die Gerichtbarkeit uͤer ie zu dem Gut gehoͤrige Bauern moͤge ertheilet, und die ordentlichen weltlichen Richter davon ausgeſchloſ⸗
—
ſen werden, welches etwas unnothiges geweſen waͤre, wenn die Bauern
ohnedem ſchon der Gerichtbarkeit ihrer Gutsherrn unterworfen gewe⸗ en waͤren. Wir woll n zur Probe nur ein Exempel von dergleichen Aus⸗ chlieſſung der weltlichen Gerichtbarkeit anfuhren. In dem Præcepto Cburadi Regis pro Eccleſia Saviniacenſi de A. 976. ap. Guichenon Bihlioth. Sebus. Cent. I. u. I7. P. 109. Eait. Hoffmann. iſt ſolche folgendermaſſen abgefaſſet: Præcipientes etiam jubemus ut nullus judex publicus, ad cau- ſas audiendas, vel freda aut tribura exigenda, nec paratas aut man- ſiones exigendas vel faciendas, aut fidejuſſores tollendos, aut bomi- nes ejusdem Monaſterii, tam iugenuos, qlaue ſeruos, diſtinguendos (diſtringendos) aut ullum cenſum, aut ullam redhibitionem exigen- gam— minime præſumant. 4) Weil man ein gleiches auch bey de⸗ nen mehreſten adelichen Guͤtern, welche die Gerichte haben, bemerket, daß ſie ſolche von denen Fuͤrſten erhalten. Hieher gehoͤret auch eine merk⸗ wuͤrdige Urkunde bey dem Herrn von Ludewig Keliqu Diplom. I. I. p. 112. deA. 1276. da in einer Streitigkeit, welche ein gewiſſer Johann von Sonnenwalde wegen ſeiner Bauern, welche ſeine dediti, oder wie es in der alten Ueberſetzung lautet ſeine Coſſetin, waren, mit dem Kloſter Do⸗ berlug hatte, unter andern mit entſchieden worden: Super eo adjicien- tes, quod idem Johannes nullum judicium vel jurisdietionem(weder Recht noch Gerichte) habere debeat in eosdem, ſed ſi pro melle, quod fibi debetur repetendo ſeu petendo aliquid accionis habuerit contra ipſos, illud proſequi debet coram prefato domino Abbate juſticia me- dante. Ich vermuthe derowegen, daß zwar dadurch, wie man angefan⸗ gen die Bauern hin und wieder vor frey zu halten, und alſo die Gewalt der Gutsherrn, ſie was ihre Abgiften und Dienſte anbetroffen zu ihrer Schuldigkeit anzuhalten, ſehr geſchwaͤcht worden, viele Edelleute bewo⸗ gen worden, ſich um die Erhaltung der Gerichte bey heen Guͤtern zu be⸗ muͤhen. Ja da auch einige ſich vielleicht der ſchon habenden Herrnge⸗ walt uͤber ihre Bauern be ienet, um nach und nach auch die Gerichte an ſich zu ziehen. Wie nicht weniger, daß die Landesherrn ſich um ſo viel eher bewegen laſſen, ihnen die Gerichtbarkeit uͤber ihre Bauern zuzuſtehen. So heiſſet es in dem Luͤneburgiſchen Zate Bok bey Herr Johemn
————


