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In dem erſten Fall iſt die Vermuthung vor die Edelleute, in dem zweyten vor die Fuͤrſten und die Bauern. Gleichwie wir nun die ganze Materie von der Gerichtbarkeit in dee Lehre von denen Regalien auszufuͤhren gedenken, und alſo auch daſelbſt die Erbgerichte mit unterſucht werden muͤſſen; ſo wollen wir allhie deren Urſprung nur kuͤrzlich, und ſo viel als unumgaͤng⸗ lich zu der Erlaͤuterung und Entſcheidung obiger Frage noͤthig ſcheinen moͤchte betrachten. Diejenige, ſo ſolche von der ehemaligen Herrſchaft⸗ lichen Gewalt uͤber die Bauern als Knechte herleiten, worunter hauptſaͤch⸗ lich der Herr G. R. Heineccius in Diß de Orisine Jurisdict. Datrimonialis. Herr Srrube In LDiſſ de Origine Nobil. Germ. p. ε. /22à Und in Com- ment. de ure Iillicorum Caß. III. edit. uov. Herr Porgieſſer Comment. de Sratu ſervorum Lib II. Cap. I. Edit. nov zu merken, fuͤhren ungefehr folgende Gruͤnde an. 1) So erhelle aus denen Geſch chten, daß unter de⸗ nen Caroungiſchen und nachfolgenden Kaiſern die Herrn nicht allein mit Schlaͤgen und andern Zwangsmittel die Knechte zu ihrer Pflicht anhal⸗ ten koͤnnen, ſondern daß ſie auch ſogar das Recht uͤber Leben und Tod uͤber ſelbige gehabt haͤtten. 2) So waͤre insbeſondere auch in denen ZL. Langobardorum Lib. I. c. 12.& cap. 20. ap. Baluz. T. I. p. 352. verordnet, daß niemand als die Herrn denen Knechten und Bauern etwas befehlen, auch dieſe gar nicht, auſſer in peinlichen Sachen, in Gerichten erſcheinen, ſondern blos von ihren Herren gerichtet werden ſollten. 3) Wie aber in denen ſpaͤtern Zeiten, und bey Einfuͤhrung des Roͤmiſchen Rechts denen weltlichen Herrn von denen Geiſtlichen vorgeworfen worden, daß ſie ihre Knechte oͤfters ohne Urſache beſtrafeten, und ſie nicht Geſetzmaͤßig verur⸗ theileten; ſo haͤtten ſie angefangen bey ihren Beſtrafungen und Streitig⸗ keiten ordentliche Unterſuchung nach Maaßgabe der Rechte anzuſtellen, woraus denn die jurisdictio patrimonialis oder die Erbgerichte erwachſen. 4) Eben dieſe Erbgerichte haͤtten ſie nachgehends, um dieſelben deſto ungeſtoͤrter und ſicherer zu genieſſen von dem Fuͤrſten zu Lehn, oder auf an⸗ dere Art zu erhalten getrachtet. Hingegen Herr Sofr. Leyſer in Medit. ad ff. Cyec. XXAlα³ u. 4 verwirft dieſen Urſprung gaͤnzlich, Und will ſol⸗ chen allein der von denen Fuͤrſten, wenn ſie Geldes benothigt geweſen, an die Edelleute geſchehenen Verkaufung zuſchreiben, und, daß alſo ſolche erſtlich in denen neuern Zeiten entſtanden, behaupten: Seine Beweißthuͤ⸗ mer ſind dieſe. 7) So erhelle aus Cæſare und Tacito, daß die Fuͤrſten⸗ thuͤmer ſelbſt nicht erblich und eigenthumlich⸗ ſondern waͤhlbar geweſen 3
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