30 3) O(S*r⸗
III. Rer. Alaman. p. J6. bezeuge: Ut, qui manumiſſus eſt, tamdiu li- bertate fruatur, quamdiu extra ſolum& patriam ſervituti obnoxiam agit: quod ſi redierit, priſtino ſervitutis jugo ſubjiciatur,& vere ſervus exiſtat. Ihre Freylaſſung waͤre alſo insgemein deswegen geſche⸗ hen, damit ſie ſich dem Geiſtlichen Stand wiedmen koͤnnten. Dieſe Umſtaͤnde aber kaͤmen mit der Beſchaffenheit unſern Bauern nicht uͤber⸗ ein, als welche auf ihren Guͤtern ſitzen geblieben. 2) Wenn ich die Herrn ja einige Dienſte von ihren Freygelaſſenen vorbehalten; ſo waͤren ſolches kei⸗
ne knechtiſche Ackerdienſte, ſondern ſolche, welche mit der Freyheit beſte⸗
hen konnen, z. E. Geiſtliche Dienſte laut des T29. X. de ſervis non ordin., geweſen, und waͤre alſo des 7adiani Zeugniß, welcher«. I. ap. Goldaſt. das Gegentheil bekraͤftige, nicht ſo ſchlechterdings anzunehmen, weil er es mit keinen Exempeln erwieſe. 3) So waͤren die vorgegebenen allgemeinen Freylaſſungen zwar wohl in Spanien und Frankreich bey denen Koͤni⸗
en, Herzogen und Grafen angegangen, weil ſolche, da ſie ſich die Dien⸗
evon ihren Freygelaſſenen ausbedungen, auch dieſelbigen unter ihrer Bot⸗
maͤßigkeit und Oberherrſchaft behalten, folglich im Stande geweſen, ſie zu ihrer Schuldigkeit anzuweiſen, wenig oder gar nichts dabey verlohren
haͤtten. Hingegen Privatedelleute wuͤrden ſich ſchwerlich dazu entſchloſ⸗ ſen haben, weil ſolches bey ihnen weiter keinen Nutzen gehabt, als daß ſie ſelbſt denen Bauern die Mittel zur Wiederſpenſtigkeit, und zum Ungehor⸗ ſam in die Haͤnde gegeben. 4) So finden wir gar keine Nachricht, daß in Teutſchland dergleichen allgemeine Freylaſſung, ſonderlich von Edelleu⸗ ten, geſchehen waͤren, von welcher merkwuͤrdigen Begebenheit, die ohne⸗ dem an vielen tauſend Orten zu unterſchiedenen Zeiten muͤſte vorgefallen ſeyn, man doch ſonſten einige Spuren in denen Geſchichten und Alter⸗ thuͤmern antreffen wuͤrde.
Er haͤlt alſo davor, daß die Bauern ihre ſogenannte perſoͤnliche
Freyheit, daß ſie nemlich ohne Einwilligung des Herrn den Hof verlaſſen, ihre Kinder in die Zuͤnfte und Handwerker einnehmen laſſen, und ſich in
die Staͤdte zu wohnen begeben duͤrfen ꝛc. nicht ausdruͤcklich und auf ein⸗ mal, ſondern ſtillſchweigend und allmaͤhlig erhalten, und daß folgende Urſachen dazu Anlaß gegeben. 1) Daß die Landesherrn um den Adel deſto niedriger und ſchwaͤcher zu machen, ſelbſt auf alle Art, dnderhich in
denen Provinzen, wo der Adel nicht ſo maͤchtig geweſen, mit dazu gehol⸗
—
fen haͤtten, die Bauern, ſo viel moͤglich, der Unterwuͤrfigkeit des Adels
————*


