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119 femanden gesucht, der ihr die Kkolossale Arbeit der Ver- waltung der weitverzweigten Kaufmännischen Unter-
nehmungen abnahm. Sie betrachtete mich als ihren
Retter in der Not, da unter den langjährigen Ange- stellten niemand war, der ein genügendes Organisations- talent, Autorität und Verständnis für die verschieden- artlgen Unternehmungen hatte. Ich fuhr nur zur Er- ledigung dringender Angelegenheiten noch einige Male zu meinem bisherigen Chef und Gönner, um mich dann mit voller Kraft in die Aufgaben meines neuen Amtes, als Generalbevollmächtigter der Dame, als Pfleger ihres verfügungsunfähigen Gemahls und Leiter der gesamten geschäftlichen Angelegenheiten der Familie, zu stürzen. Der Gemahl der Dame starb bald nach meinem Amts- antritt. Wenige ſahre später hatte ich das große Glück, die Dame zum Traualtar zu führen, aber schon zwei Jahre später den größten Schmerz meines Lebens, die edle Frau zur Ruhe bestatten zu müssen. Wäre ich ein Dichter, so würde ich ihr an dieser Stelle ein literarisches Denkmal setzen, besser noch in der Form, die diesem edlen Geist allein angemessen wäre: in einem mit meinem Herzblut geschriebenen Peoman. Aber selbst das würde mir als Profanierung erscheinen, im Gedanken an die Heiligkeit und Schönheit der Seele, deren er- wärmende und erquickende Strahlen wenige sonnendurch- leuchtete ſahre mein armseliges Leben verschönten. Heute ist es mein Lebenswerk, die Unternehmungen, die mir als Erbteil überkommen sind, zu erhalten, aus-
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