Aus der Gießener Studentenzeit.
Hiebe, Relegat und Haft,
Consilium abeundi!
O Wartburgsfeſt und Burſchenſchaft— Sic trausit gloria mundi!
I. Burſchikoſes..1—
Es iſt etwas gar Eigenthümliches um die dreifarbige Stu⸗ dentenzeit. Mag man immerhin als ſpäterer oder überhaupt nie⸗ mals immatrikulirt geweſener„Philiſter“ achſelzuckend über den „Unſinn“ lächeln, den unſere„Muſenſöhne“ mitunter in wildem Muthwillen und kecker Selbſtüberhebung zu Tage fördern,— es liegt auf dieſen akademiſchen Tagen, namentlich in der Erinnerung, ein gewiſſer poetiſcher Duft. Das Studium der Wiſſenſchaft für den künftigen Beruf, verbunden mit dem das Horaziſche„carpe diem!“ als ſorgenloſe Deviſe proklamirenden, mitunter nahe an Tollheit ſtreifenden fröhlichen Lebensgenuß, Beides vereint bildet eine ſonderbar gemiſchte Exiſtenz, die ſich für den Laien gar nicht ordentlich beſchreiben, ſondern nur mit vollen Zügen aus dem Becher der Kathederweisheit und dem Humpen der Kneipe durch⸗
leben läßt.„Auch ich war in Arkadien geboren!“ Das gilt für Alle, die ehedem„ſtudirt“, das heißt, im Beſitze einigen Geiſtes und Humors nicht bloß„geochst“, ſondern, eingedenk des„dulce est, desipere in loco“ zu Zeiten auch das:.
„Weg corpus juris! Weg Pandecten!
Weg mit den theolog'ſchen Secten!
Weg mit der Medicinerei!
— Der Teufel hol' ſie alle drei!“
recht con amore mitzuſingen verſtanden haben. Die„Kameeler“ freilich— und deren gibt es nach meiner Auffaſſung auch unter
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