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Prolegomena zu einer jeden künftigen Metaphysik, die als Wissenschaft wird auftreten können / von Immanuel Kant
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Fratzen oder Taͤndelwerk, oder auch Schwaͤrmerey, dem Scheine nach, Beſchaͤftigung und Unterhaltung, im Grun⸗ de aber nur Zerſtreuung zu ſuchen, um den beſchwerlichen Ruf der Vernunft zu uͤbertaͤuben, die ihrer Beſtimmung gemaͤß etwas verlangt, was ſie vor ſich ſelbſt befriedige, und nicht blos zum Behuf anderer Abſichten, oder zum Intereſſe der Neigungen in Geſchaͤftigkeit verſetze. Da⸗ her hat eine Betrachtung, die ſich blos mit dieſem Umfan⸗ ge der vor ſich ſelbſt beſtehenden Vernunft beſchaͤftigt, darum, weil eben in demſelben alle andere Kentniſſe, ſo gar Zwecke zuſammenſtoſſen, und in ein Ganzes vereinigen muͤſſen, wie ich mit Grunde vermuthe, vor jedermann, der es nur verſucht hat, ſeine Begriffe ſo zu erweitern, einen großen Reitz, und ich darf wohl ſagen, einen groͤßeren, als jedes andere theoretiſche Wiſſen, welches man gegen jenes nicht leichtlich eintauſchen wuͤrde.

Ich ſchlage aber darum dieſe Prolegomena zum Plane und Leltfaden der Unterſuchung vor, und nicht des Werks ſelbſt, weil ich mit dieſem zwar, was den Inhalt, die Ordnung und Lehrart und die Sorgfalt betrift: die auf jeden Satz gewandt worden, und ihn genau zu waͤ⸗ gen und zu pruͤfen, ehe ich ihn hinſtellete, auch noch jetzt ganz wohl zufrieden bin,(denn es haben Jahre dazu gehoͤrt, mich nicht allein von dem Ganzen, ſondern bis⸗ weilen auch nur von einem einzigen Satze in Anſehung

ſeiner