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Prolegomena zu einer jeden künftigen Metaphysik, die als Wissenschaft wird auftreten können / von Immanuel Kant
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gehen,(welches die Natur einer jeden apodictiſchen Gewiß⸗ heit erfordert,) ſo uͤberredete man ſich, daß auch die Grund⸗ ſaͤtze aus dem Satze des Widerſpruchs erkant wuͤrden, wor⸗ in ſie ſich ſehr irreten; denn ein ſynthetiſcher Satz kan al⸗ lerdings nach dem Satze des Widerſpruchs eingeſehen wer⸗ den, aber nur ſo, daß ein anderer ſynthetiſcher Satz vor⸗ ausgeſetzt wird, aus dem er gefolgert werden kan, niemals aber an ſich ſelbſt.

Zuvoͤrderſt muß bemerkt werden: daß eigentliche mathematiſche Saͤtze jederzeit Urtheile a priori und nicht empiriſch ſeyn, weil ſie Nothwendigkeit bey ſich fuͤhren, welche aus Erfahrung nicht abgenommen werden kan. Will man mir aber dieſes nicht einraͤumen, wohlan ſo ſchraͤuke ich meinen Satz auf die reine Mathematik ein, deren Begrif es ſchon mit ſich bringt, daß ſie nicht empi⸗ riſche, ſondern blos reine Erkentniß a priori enthalte.

Man ſollte anfaͤnglich wohl denken: daß der Satz 7 †5= 12 ein blos analytiſcher Satz ſey, der aus dem Begriffe einer Summe von Sieben und Fuͤnf nach dem Sa⸗ tze des Widerſpruchs erfolge. Allein, wenn man es naͤ⸗ her betrachtet, ſo findet man, daß der Begrif der Sum⸗ me von 7 und) nichts weiter enthalte, als die Vereini gung beyder Zahlen in eine einzige, wodurch ganz und gar nicht gedacht wird, welches dieſe einzige Zahl ſey, die beyde zuſammenfaßt. Der Begrif von Zwoͤlf iſt keineswe⸗ ges dadurch ſchon gedacht, daß ich mir blos jene Vereini⸗ gung von Sieben und Fänf denke, und, ich mag meinen

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