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Prolegomena zu einer jeden künftigen Metaphysik, die als Wissenschaft wird auftreten können / von Immanuel Kant
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kentniſſe a priori, die Begriffe, die ihnen zur Materie dienen, moͤgen empiriſch ſeyn, oder nicht. Denn, weil das Praͤdikat eines bejahenden analytiſchen Urtheils ſchon vorher im Begriffe des Subjects gedacht wird, ſo kan es von ihm ohne Widerſpruch nicht verneinet werden, eben ſo wird ſein Gegentheil, in einem analytiſchen, aber ver⸗ neinenden Urtheile, nothwendig von dem Subject vernei⸗ net, und zwar auch zufolge dem Satze des Widerſpruchs. So iſt es mit denen Saͤtzen: Jeder Koͤrper iſt ausgedehnt und kein Koͤrper iſt unausgedehnt(einfach), beſchaffen.

Eben darum ſind auch alle analytiſche Saͤtze Urtheile a priori, wenn gleich ihre Begriffe empiriſch ſeyn, z. B. Gold iſt ein gelbes Metall; denn um dieſes zu wiſſen, brauche ich keiner weitern Erfahrung, auſſer meinem Be⸗ griffe vom Golde, der enthielte, daß dieſer Koͤrper gelb und Metall ſey: denn dieſes machte eben meinen Begrif aus, und ich durfte nichts thun, als dieſen zergliedern, ohne mich auſſer demſelben wornach anders umzuſehen.

c) Synthetiſche Urtheile beduͤrfen ein anderes Prin⸗ cip, als den Satz des Widerſpruchs.

Es giebt ſynthetiſche Urtheile a poſteriori, deren Ur⸗ ſprung empiriſch iſt; aber es giebt auch deren, die a priori gewiß ſeyn, und die aus reinem Verſtande und Vernunft entſpringen. Beyde kommen aber darin uͤberein, daß ſie nach dem Grundſatze der Analyſis, naͤmlich, dem Satze des Widerſpruchs all⸗in nimmermehr entſpringen koͤnnen;

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