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Prolegomena zu einer jeden künftigen Metaphysik, die als Wissenschaft wird auftreten können / von Immanuel Kant
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9 aus Einſicht, unterſchiebt. Hieraus ſchloß er: die Vernunft habe gar kein Vermoͤgen, ſolche Ver knuͤpfungen, auch ſelbſt nur im Allgemeinen, zu den⸗ ken, weil ihre Begriffe alsdenn bloſſe Erdichtungen ſeyn wuͤrden, und alle ihre vorgeblich a priori beſte⸗ hende Erkentniſſe waͤren nichts als falſch geſtempelte gemeine Erfahrungen, welches eben ſo viel ſagt, als es gaͤbe uͤberall keine Metaphyſik und koͤnne auch keine geben.*)

So uͤbereilt und unrichtig auch ſeine Folgerung war, ſo war ſie doch wenigſtens auf Unterſuchung gegruͤndet, und dieſe Unterſuchung war es wohl werth, daß ſich die guten Koͤpfe ſeiner Zeit vereinigt haͤtten,

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*) Gleichwol nannte Zume eben dieſe zerſtoͤrende Philo⸗ ſophie ſelbſt Metaphyſik, und legte ihr einen hohen Werth bey.Metaphyſik und Moral, ſagt er,(Verſuche 4ter Theil, Seite 214, deutſche Ueberſ.) ſind die wichtigſten Zweige der Wiſſenſchaft; Mathematik und Naturwiſſen⸗ ſchaft ſind nicht halb ſo viel werth.,, Der ſcharfſinnige Mann ſahe aber hier blos auf den negativen Nutzen, den die Maͤſſigung der uͤbertriebenen Anſpruͤche der ſpecu⸗ lativen Vernunft haben wuͤrde, um ſo viel endloſe und verfolgende Streitigkeiten, die das Menſchengeſchlecht verwirren, gänzlich aufzuheben; aber er verlor daruͤber den poſitiven Schaden aus den Augen, der daraus ent⸗ ſpringt, wenn der Vernunft die wichtigſten Aus ſichten genommen werden, nach denen allein ſie dem Willen das hoͤchſte Ziel aller ſeiner Beſtrebungen ausſtecken kan.