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Alte Hessische Glaubens-Lehr : In zwantzig Theologischen Gewissens-Fragen Vom Sontags-Feyer Nach Anleitung zweyer Fürstlichen Hessen-Darmstättischen Außschreiben und Edicten, Als eines, so ... Elisabetha Dorothea, Landgräfin zu Hessen .. Von besserer Feyer des Sontags, Anno 1687 den 1. Junii erneuert und publicirt, und alle Jahr auff den XVII. Sonntag nach Trinitatis von den Cantzeln abzulesen, gn. befohlen; Und des andern, welches ... Georg der II. Landgraff zu Hessen ... Von den also genanten garstigen Schabbaths-Mägden Anno 1639 ... außgeschrieben / Auffgesetzet von Kilian Rudrauffen ...
Entstehung
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8 Die fuͤnffte Frag.

die Sonntag ſeinem Teppichmachen abgewartet. Apoſt Geſch. XVIII.; 4. daß Aafdns a iſt ſchon droben bey der IV. Frag g. 7. und 8. das Gegentheil 9 geantwortet. Und wann auch in den Kirchen⸗Ceremonien das ſolte gelten/ Er was in der heiligen Schrifft nicht außtruͤcklich und buchſtaͤblich geleſenwer⸗ gez⸗ de/ gar nichtes ſey/ ſo maͤſten viel Ceremonien weichen; auch wuͤrden ſit/ eine dieſe Lehrer/ nicht zugeben koͤnnen/ daß die Apoſtel dieſen Feyertag geaͤn⸗ wei⸗ dert/ denn auch ſolches nicht ſo außtruͤcklich und dem Buchſtaben nach in glaꝛ H. Schrifft gemeldet iſt. Darum in dieſen Stuͤcken der Schluß von dem g Stillſchweigen der H. Schrifft/ Alilentio S. Scripturæ, uns nicht binden kan. tag, Wie dann nicht anders oſgetzal geſagt/ daß ſolche Lehrer ſelber ſich in dem deite zu wider ſind/ wenn ſie außtruͤcklich ſagen und lehren/ Sie geſtuͤnden und So geben zu/ daß der Juͤdiſche Sabbath auff Gottes Befehl/ autoritaté divina, lun auffgehoben ſey/ und gleichwol dieſes auch nicht außtruͤcklich in H. Schrifft die dem Buchſtaben nach/ und in den Worten/ wie ſie reden/ gelehret wird. dehr Wie ſchlieſſen ſie denn hier/ was nicht in der Schrifft beſagter maſſen ſte⸗ Er het/ und verwerffen doch alleweil in dieſer Materie unſern Satz und Schluß/ trieb daher daß er nicht buchſtaͤblich in der Bibel ſtehet/ ſo durch dieſes/ nemlich und nicht dem Buchſtaben nach/ ſondern im Werck ſelbſten/ und nach dem Ver⸗ lier ſtand/ darinnen gegruͤndet iſt/ Secundum rem& ſententiam,nach dem inner⸗ den lichen Ver anduhne daß ja eines auß dem andern folget/ wañ ſie autoritate ſet/ divina, auf Gottes Befehl den Juͤdiſchen Sabbath den Chriſten abgenom⸗ was men/ ſo muſten ſie ja auch auß Gottes Befehl einen andern in der Chriſten,— heit angeſetzet und verordnet haben/ oder muſte folgen/ daß GOtt bey den Chriſten keinen Wochentlichen Feyertag haben wolle. So viel das an dere antrifft/ daß Paulus anfaͤnglich bey den Juden den ſiebenden Tag mit gefeyret/ moͤgen wir gar wohl zugeben/ daß es eine Zeit lang von den Au Chriſten und ihm geſchehen/ wie es auch mit der Beſchneidung ergangen; denn ſolche Gewohnheiten mit der Zeit nach und nach ſolten abgethan und begraben werden/ doch iſt jenes von Paulo noch nicht auß beſagtem XVII. Capitel ſo klar zu erzwingen/ weniger/ daß er auff den Sonntag ſoll Tep⸗ g1. pich gemacht haben: nicht jenes/ weil nur bloß ſtehet/ daß er auff die Sab⸗ bath ſey in die Synagog gangen/ und weil die Juden auff ſelbigen Tag beyeinander verſamlet geweſen/ habe Er davon anlaß genommen/ ihnen zu predigen. Nun iſt ja das bekäͤntlich weit ein anders/ Urſach und Anlaß nehmen auff die Sabbath den Juden in ihren Schulen zu predigen/ als ſen mit den Juden ihren Sabbath feyren und nicht den Sonntag. Maſſenihm Jud nicht ohnbekant/ daß die Judiſche Sabbathen ſolten ein Ende haben/ 173