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554 Gießiſcher Leichpredigten geruchs vnd frewden⸗Fruͤchten genieſſen. Aber dem heßlichen vnd euff greßlichen Todt war es weder zu ſchoͤn noch zu lieblich. Dernamm ſͤm ſeine krumme Senſe vñhiewe es darnieder. Der heilige Chriſt ſol⸗ te jhm/ wie andern fromen Kindelein/ ſeine Gaben beſcheren. Aber
er kam wider alles verhoffen/ vnnd verehrete jhm ein Todtenkaͤſt⸗ niſche lein/ das ſolte ſein Præſent ſein/ darinnen ſolte es in der Erden raſi⸗ nem en/ biß an den froͤlichen Lentzen des lieben Juͤngſtentages/ daran tung!
GOᷣTtalle wolriechende Bluͤmlein vnnd Paradeiß zweiglein wix- nrrſcr derumb durch ſein kraͤfftiges Wort auß der Todtengrufft hervor fun bringen wirdt.— ſtun
Das ander gleichniß nimpt Hiob von dem Schatten/ wel⸗ eincri ches ſonſten der heilige Geyſt offtmals gebrauchet hat/ alsꝛ. Chro⸗ gen v
nic. 9. Pſal.õo.143. Eccleſiaſtæ 7. Sapient. z2.&c. Ex fleucht hen wie ein Schatten vnd bleibet nicht. In der gantzen Welt han iſt kein vergenglicher vnd nichtiger ding als der Schatten. Waun Felſen die Soñ ſcheinet/ folget er dem Leib gleichſam auff dem Fuß nach/ Ende vnd ſcheinet ein groß ding ſeyn. Wannſie aber vntergeht/ vndvon aͤni⸗ den Wolcken verborgen wirt/ ſo verſchwindet er/ vnnd iſt eben/ als gſſch wann er niemals were dageweſen. Iſt nun der natus mulieris, der habee
Menſch vom Weib geborn ein Schatten/ ſo iſt er kein Wehrobs 6 nicht/ ſo tawret er traun nicht lang/ ſo heyſſet ſein rechter Name/ uun b Morgen hinweg/ ſo lautet ſein Symbolum, Genadt dir bund Gott/ der iſt hin. In betrachtung dieſes/ nennet der Chriſtliche ſebgch Poet Prudentius die Menſchen nicht diuturnos, ſondern diur- gaaber nos, Arme Kinder Ev⸗/ die nicht lang/ ſondern nur einen Tagle⸗ tinwoͤ ben. Vnnd hieher gehoͤren die gleichnuͤſſen heyliger Schrifft/ daß kunſte das leben vergliechen wirdt dem Schlaff/ einem Geſchwaͤtz/ denpe einer Nachtwach/ Pſalm.)o. einem Dampff/ Pſalm 37. ei⸗ Ibom nem Nauch Jacob⸗ einer Hirten Huͤtten/ Eſaz7 einer hi Waſſerblaſen/ Oſeæ 10.&c. Welche allezumal vns fuͤhren vn auff


