Teil eines Werkes 
Erster Theyl (1613)
Entstehung
Seite
253
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Erſter Theyl. 753

realinmaht vnnd Arbeit leben wir/ mit groſſem Schmerben ſter⸗ en wir.

Dieſes alles illuminiret vnnd erklaͤret der fromme Hiob mit zweyen gemeynen Gleichnuͤſſen. Das erſie iſt genommen von einer Blumen. Er gehet auff wie ein Blum vnd faͤllet ab. Was iſt doch lieblichers/ luſtigers/ vnd anmuͤtigers alß ein Bluͤm⸗ lein? Wann es der Menſch anſiehet/ ſo machet es jhm einen Au⸗ genluſt/ der Geruch erquicket jhn/ die ſchoͤne Geſtalt vnnd Farbe machet daß er ſich manchmal Creutziget vnnd verwundert/ das auch Chriſtus ſpricht/ Solomon ſey in aller ſeiner Hert⸗ ligkeit nicht bekleydet geweſen als derſelbigen eins/ Matth. 6. c. Aber huͤlff lieber Gott/ wie baldt iſt es mit eineẽ Bluͤm⸗ lein geſchehen/ beſonders wañ es auff dem Felde ſiehet/ Blumẽ die in den Garte wachſen/ als Roſen/ Lilien/ Naͤglein/ Nareiſſen/ Tu- lipa, Corona Imperialis, dergleichen/ die bluͤhen eine zeitlang/ dz der Gartner ſeine Beluͤſtigung daran hat. Aber die Bluͤmlein die auff freyem Feld wachſen/ als Marien Tropfflein/ Sonnenwir⸗ bel /je lenger je lieber/ vergis mein nit/ gamanderle/ violen/ ſo fort an/ die ſeind am aller vbelſten daran/ wer voruͤber gehet/ briechet ſie ab/ das Viehe kneippet ſie ab/ ſie werden mit den Fuͤſſen zertretten vnd zertrappet/ daß ſie ploͤtzlich verwelcken vnnd verſchwelcken/ wie ſich hieruber das liebliche Violbluͤmlein bey dem Poeten beklaget:

Non habeo violæ nomen, violando quodobſine,

Sedpedibus duris quod violanda terar.

Ein ſolche Bluam deß Feldes iſt der Menſch/ Pſalm. 103. Eſa. 40. Quid ſunt homines niſi flores in campo, ſpricht der alte Gre- gorius. War vnſer abgeſtorbenes Hauß⸗Soͤhnlein nicht ein ſchoͤ⸗ nes Bluͤmlein? Bluͤet es nicht wie ein außgefuͤlletes Roͤßlein⸗ War es nicht lieblich vnd anmuͤtig ſeinen lieben Eltern? Die ſtun⸗ den je in der hoffnung/ ſie wuͤrden dermal eins ſeines liebliche Ehrẽ⸗ Kk geruchs