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Anatomiae D. Jeremiae Vietoris, Das ist: Seines nechst Außgesprengten/ unbestendigen Gegenberichts, wieder das bestendige und Schrifftmeßige Marpurgische Berichtbüchlein, von dem Brodbrechen im H. Abendmal : Gründliche und Außführliche Zerlegung und Wiederlegung: Darin so wol die Hochnotwendige H. Ceremonia deß Brodbrechens, ... befestiget ... wirdt, Dem Guthertzigen, Christlichen, unpartheyischen Leser, so die Warheit lieb hat / Durch eine vornehme und hohe Person in Hessen
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172 Anatomiæ D leremiæ Vietoris.

5 Schlußxre- Mage demnach der Chriſtliche Leſer hieraus/ wider vnſern Goliath/

von deim H. vor das H. Brodtbr. alſo ſchlieſſen: Was vns im H. A. die geiſtliche Gemein⸗ Brodtbr. ſchafft der Chriſtglaubigen Communtsanten/ vor die augen ſtellet/ daſſelbig ſol vnnd kan un H. Abandmal nicht außgelaſſen werden. Nun aber/ ſo thut vns daſſelbig(wie vnleugbar) das SZ. Brodtbrechen im H. A. Dan gleich wte von einem Brodt/ das einem jedern Communicanten gebrochen wird/ viel nieſſen/ vnd alſo von einem gemeinen Brodt/ nahrung euſſerlich empfangen: alſo werden auch/ die wir mit warem Glauben Communtciren/ eines Leibs/ nemblich des Himmliſchen am Stamm deß Creutzes vor vns gebrochenen Brods/ zur ſeelen nahrung/ nit allein theylhafftig/ ſondern werden auch alle miteinander ſo hart vereiniget/ das wir in Chriſto Bruͤder/ vnd alle zuſam⸗ men eines heupts? ob wol viel glieder/ zedoch ein/ vnd nit vrele/ Leibe werdẽ T. Cor. 10. y. Darauff dann der H. Geiſt durch S. Paulum/ gleich als mit dem Finger deu⸗ 17. tet/ vnd dahero vns/ auß der gleichnus der Goͤtzen opffer/ daſſelbig außfuͤhr⸗ Hom. 24. 1. lichen/ andeutet: wte auch darvon der. Chryſoſtomus ſehr ſchoͤn lehret: Dan glelch wie(ſagt er) derſelbige Leib(verſtehe die gantze Gemeine Chriſtlicher Cor. Kirchen) mit Chriſto vereintget iſt: alſo werden auch wir/ krafft dieſes Brods/ durch eine geheime vereinigung/ zuſamen verbunden. Muß derowo⸗ gen/ ſoll vnd kan das H. Brodbr. im H. S. nicht außgelaſſen werden. Nach beſchehenem auff heben ſchlegt vnſer Super. auff den Trunnnen⸗ f.II. 25: ſchlag alſo zu: Dreſes iſt/ wie dem Authoti fuͤr 40. Jahren geantwortet wor⸗ den/ ein groſſer vnverſtand. Dan gleich wie in einer Malzeit/ einem jeglichen ein etgeuer Weck/ fuͤr gelegt/ vnnd doch geſagt wird: ſie eſſen alle von einens Brodt/ dteweil alle auffgelegte Wecke eines Meels/ vnnd eines gebaͤcks ſind: alſo im Abendmal Chriſtt eſſen alle ein Brodt/ ſo daſſelbige jhnen gleich auß⸗ getheylet wird. Diß iſt fuͤrwar ein grimmiger zu ſchlag/ welcher wol nit oh⸗ D. lIer. V. er- ne ein Schmaekappen/(mage ſie der Biſchoff wider mit ſich zu hauß tragen) ſer Lang aber doch ohne ſchaden abgangen iſt/ dann er vns erſtlich weyſet auff den Schnee/ ſo vor 40. Jahren gefallen/ darauff wirfft er einen Weck vor/ etwan auß einer Mahlzeit/ da einem jedem ſein eigener vorgelegt geweſen/ dahero manmn ſagen koͤnne/ ſie eſſen alle von einem Brodt/ dieweil ſie alle eines Meels vnd gebecks geweſen: Diß iſt fuͤrwar ein ſchoͤn fannlier gleichnus/ deſſen der D. guten beſcheidt weiſt: Wie ſchickt ſich aber diß hiehero H. Doctor. Die Wecken kuͤnnen wol einerley/ aber nicht eben alzelt eines Meels ſein/ dero⸗

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wegen ſo werden die Geſte wol alle von einerley/ aber nicht alle von einem

Brodt eſſen/ den das manchem guten Magen vngelegen were.

2. Gang D. Volget der ander gang/ da der Biſchoff alſo zuſchlegt: Vnnd zwar lerem. v. ſo darin ſolt bedeutet werden die einigkeit der Chriſten/ daß ſie alle von ei⸗ IIIzI. nem gantzen/ in ſtuͤck zertheilten Brot eſſen/ ſo muͤſte folgen/ das die Gemein

II.431I. zu Cotintho/zu Philippis vnd zu Rom/ ſo nit alle von einem Kuchen geſſen/ »ſondern ein jede Semein in jhrer Communton jhr eigen Brodt gehabt/ nicht wo bleibt einerley Glteder des Leibs Chriſti weren. Siehet der Chriſtliche Leſer/ wie aber S. Pau ſich der Doctor ſo wol auff die Kuchen verſtehet/ wen er hierzu einen ſo groſ⸗ ds uff ſas. ſen Kuchen haben wil/ welcher vor die Kirchen zu Corintho/ Philippis vnnd

Rom/ ja vor glle Kirchen an allen orten/ gnug ſeye⸗ Denſelbigen Kuchen

nem Brod? mage

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