155 Anatomiæ D leremiæ Vietofis.
von den vnderſchid der beyden woͤrter/ ich breche/ ich loͤſe: Es gemanet mich eben/ als wen ſich ſonſt ein Alter gauch etwan mit einer Kinder raſſeln luſtig machen woͤlte. Wie der ſpruch Joan. 2. Brechet dieſen Tempel ab/ rc. Von dem Leib CcKiſti recht vnnd wol zuverſtehen ſeye/ Darvon haben wix droben weitleufftige erklerung gethan: ztzt woͤllen wir kuͤrglich beſehen/ wie loͤblich doch vnſer Doctor mit ſeinem wort⸗Argumentgen daher raſſelt. Er nimbt ſich aber ſo balt ſelbſt bey der Naſen/ da er den vnbenanten Pre⸗ diger vber den Grichiſchen Text Joan 2, vnnd auff das Wort eale weiſen wll/ eben als wen der ſelbige/ wie er etwan ſelbſt/ ſolchen Cext zuvor nie⸗ mals geleſen/ vnnd tzt erſtlich leſen ſolte. freylich ſtehet daſelbſt/ are vnnd das noch enehr iſt/ wirt daſſelbige in der Lateiniſchen verdolmetſchung Begeben,(deſtruite) welches ja ſo viel iſt als/ zerbrechet brechet ab/ auch wol rechet/ wie es D. Mart. Luther an gemeltem ort verteurſchet hat. Was iſt aber diß nun mehr? Es iſt alhter die frage nicht/ ob ſolcher Or⸗ thodoxus/ oder gemeinter Prediger hiermit auff Teutſch recht geredt/ ſon⸗ dern/ ob er den ſpruch Joan. recht fuͤglich vnd bequem auff das geheime bre⸗ chen deß Leibs CGriſtt vnter dem Brodtbrechen gerichtet/ vnnd verſtanden bape wnecuf egt teenn Vhesse ja. Denn dieſe rede aplangene, 5 „. eem brechen des Tempels/ das iſt des Leibs Chriſti/ in vnſer Mutter ſprach/ Gewi muſß ſo iſt dieſelbige Lutheri ſelbſt. rechs hei vuſ D. V. das Das ſie aber bequem vnnd fuͤglich/ auch von dem brechen des Leibs auflæſẽ des Chriſti verſtanden werde/ das iſt droben erwieſen/ vnnd bezeugets der Text Tempels. lerlich/ ſo beruhet es nun hierauff/ ob den dieſe rede vom vnbenanten Predi⸗ ohne alles ger recht auff das geheime brechen gerichtet worden ſey? Ohne iſt es nicht/ es brech wird an gemeltem ort Joan: kein geheimes vrechen/ ſondern das Leyden abbrechen vnd Sterben Chriſti mit dem brechen des Cempels angedeutet. Dahero aber ⁊u gehen. dis nicht folgen wil/ das man derowegen ſolchen Spruch zur erklerung des Hat D. Lu- geheymen brechens nit brauchen ſolle. Den diß ja gewiß iſt/ das zwar der ge⸗ ther resbt meinte Prediger mit dieſem Spruche das Geheimnus des heyligen Brodt⸗ Jotmer brechens/ nicht aber mit dem Geheimnus des heyligen Brodtbrechens/ die⸗ veraotmet ſen Spruch erkleren woͤllen. ſcher, ey Aun er aber denſelbigen buͤllich auch mit Chriſto von dem H. Tempel warumb vnnd Leib Chriſti brauchen kuͤnnen/ was ſolte es dann wol fuͤr ſo erhebliche muſſ es dã vnſachen haben/ das er mit demſelbigen nicht auch ſo wol das geheyme Bre⸗ alhir nicht chen des Leibs Chriſti vnterm Brodt um H. A. ſolte haben erkleren koͤnnen? recht ſein. Es iſt ja vnleugbar/ das Chriſti Leib habe zerbrochen werden koͤnnen/ vnnd 2 auch ſollen/ nicht allein weil der S. Chriſtus diß ſelbſt alſo bezeuget/ ſondern R aber die auch weil er widerumb erbawet vnd auffgericht/ erwecket werden ſolle: Daun verdolmet · wie diß wort/ die Aufferſtehung Chriſtt von den Todten gleich als eine er⸗ ſchung vawung bedeutet: alſo wird durch jenes wort/ eine vorgehende zerbrechung/ falich ey ſs oder zerſtõrung des herrlichen Gebewes des Leibs Chriſtt verſtanden. ſchont doch Wo aber eine ſolche zerſtoͤrung iſt/ da muß ja freylich auch eine zer⸗ theylung mit ſein. Wan nun der Leib Chriſtr zerbrochen/ vnnd auff geloͤſet 3 8 4b· worden iſt/ ſol dan der nicht auch gleich als gebrochen/ vnnd eben wie in ſze⸗ 8⁰ 3 3


