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Anatomiae D. Jeremiae Vietoris, Das ist: Seines nechst Außgesprengten/ unbestendigen Gegenberichts, wieder das bestendige und Schrifftmeßige Marpurgische Berichtbüchlein, von dem Brodbrechen im H. Abendmal : Gründliche und Außführliche Zerlegung und Wiederlegung: Darin so wol die Hochnotwendige H. Ceremonia deß Brodbrechens, ... befestiget ... wirdt, Dem Guthertzigen, Christlichen, unpartheyischen Leser, so die Warheit lieb hat / Durch eine vornehme und hohe Person in Hessen
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Anatomiæ D. Ieremiæ Vietoris. 15r

M vnſerer geiſtlichen Widergeburt? So kan demnach auch das Heylige A⸗ Das H. 45.

Bendmal gar wol ein Heyliges zeichen ſein des Leibs vnnd Bluts CSHriſti/ an ein zei-

vnd gleichwol auch ein kraͤfftig mittel der Seeligkeit bleiben. chen vnn⸗ s. Wen nun die vnſere im Heyligen Sactament oͤde vnnd bloſſe zeichen.

ſetzen ſolten/ wie vnſer Kerr Superattendens mit der vnwarhelt dahero mittel ſeiu

ſchnattert/ ſo muͤſſen ſie ja vielmehr lehren vnnd vorgeben/ das auch das ge⸗ der Seelig-

predigte wort ein bloſſer thon vnnd gelaudt/ vnnd darunter gantz vnnd gar keit.

kein geiftlicher nachtruck ſey. Den ja das jenige/ was nean allein hoͤret vnd

aicht auch ſiehet/ nicht ſo tieff zum Hertzen gezogen/ vnd behalten wird/ als

das jenige/ was man ſelbſt auch ſiehet. Dahero der Poet xecht ſagt: oraf.

Scgnias irritant animos demuſſa per aures, Quam quæ ſunt oculis commiſſa fide libus,

4 Das iſt/ 4

Was man mit Augen ſehen kan/. Mehr als durchs hoͤrn das Hertz ruͤrt an. 44

Wer woͤlte aber nun vnter vns ſagen/ das das gepredigte Wort Gottes ein todter Buchſtab/ vnnd nur allein ein bloſſer ſchall vnd gelaut des Predi⸗ gers ſeye? Da doch offenbar auß dem H. Apoſtel Paulo/ daß das Evan⸗ Ro. 1. v. 16 geltum eine Frafft GOTTE iſt/ dieweil alle die deinſelbigen Glauben/ I. durch die Frafft GOTTlS warhafftig ernewert/ vnnd zum ewigen Leben Erbauwet werden.

6. Vnd zwar/ da in dem alten Teſtament/(wie dan gewiß/ vnnd von Im alten Te vns droben auch dargethan worden iſt) keine ledige/ ſe ondern gewiſſe/ vnnd 7 am. ſeind Eraͤfftige zeichen vnd mit cel geweſen zur Seeligkeit/ was wil man dan von dẽ bei 71. newen Teſtament ſagen?(quod ca preſtat quæ vetus bromiſerat)welches doch das lne ledi- Jenige am Leib oder weſen ſelbſt darreicht/ ſo vns im alten Teſtament durch ge Leichen ſchatten vorgebꝛildet geweſen iſt. Nicht zwar/ als wenn Chriſtus mit ſeinem geweſen. Leib um Brod hierunten leiblicher vnd natuͤrlicher weyſe ſelbſt zu gegen ſey/ Chriſtus iſt ſondern weil er ins Fleiſch kom̃en vnd geſtorben iſt/ vnd vns ſrines Fleiſchesin miu ſei- vnnd Bluts krefftige Zeichen im H. A. zu ſelnem Gedechtnus vberla ſſen hat/ dardurch wir zum ewigen Leben geſpeyſet vnd getrencket werden/ Darauff nem Leib (verſtehe Chriſtum/ ſo vor vns am Ereutze geopffert worden iſt:) im alten hirunten im Teſtament die Opffere als ſchatten auff jhren Leib geſehen haben. Dahero Brodt. die Epiſtel zun Hebr. auß dem Pſalmen ſpricht: Darumb da er in die Welt Founmnet/ ſ pricht er: Opffer vnd Gaben haſtu nicht gewolr/ Den Leib aber ha⸗ ſtu mtr zubereittet.

7. Wer nun leugnen/ vnd vnverſchaͤmpt vorgeben woͤlte mit vnſerm Doctore/ das im newen Teſtament gantz vnnd gar keine Figuren vnnd Die keilig anbildunge ſeyen/ der muͤſſe ja nothwendig auch leugnen/ das beynahe Schr St ſ die gantze heylige Schrifft gleich wie elt Zeichen ſeye(wie auch kurtz zuvor 77 etwʒz angedeutet iſt: durch welche ob wol der. Geiſt in vns krefftiglich wir⸗ Sahue Shie 3463, p 2 cket ein Leicbé.

fleb 10 g. Pſal. 40.