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Ord.⸗Zahl.
Gemeinde
Typiſcher Character der Erhebungsgemeinde.
Urtheil der Commiſſion über die Geſammtlage der Landwirthſchaft in der Gemeinde und Haupturſachen der nicht befriedigenden Zuſtände.
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Groß⸗Rohr⸗ heim.
Mühlheim a. Main.
Typiſch für Gemeinden in der Rheinebene der Provinz Starkenburg, im ſog. Ried, mit einem mittleren Lehm⸗ und Sandboden, der jedoch klee⸗ und luzernefähig iſt, mit günſtigem Wieſenverhältniß, ohne beſonders vorwiegenden Getreidebau, in günſtiger Ver⸗ kehrslage; das geſammte Ter⸗ rain leidet bei hohem Waſſer⸗ ſtand des Rheins an Druck⸗ waſſer, die Bevölkerung iſt faſt ezſchiilic landwirthſchaft⸗ ich.
Typiſch für Gemeinden in der Mainebene der Provinz Starkenburg, welche in der Nähe größerer Städte liegen und deren Bevölkerung ihren Haupterwerb in dieſen Städten ſucht, während der Landwirth⸗ ſchaftsbetrieb nur als eine Stütze der Haushaltung er⸗ ſcheint. Die Gemeinde befin⸗ det ſich in beſter Verkehrslage an der Eiſenbahn unweit der Städte Frankfurt, Hanau und Offenbach, der Boden iſt größ⸗ tentheils gering, jedoch immer noch vielfach kleefähig, Wieſen ziemlich reichlich, aber ſchlecht, die Felderwirthſchaft iſt eine
welche Mängel jedoch in der neueren Zeit anfangen ſich zu beſſern, ferner die ſchlechte Verkehrslage, die Zer⸗ ſplitterung der Grundſtücke und viel⸗ fach auch noch unrationelle Bewirth⸗ ſchaftung in Verbindung mit ungün⸗ ſtigen Productionsbedingungen und geringen Preiſen der Producte.
Die Geſammtlage iſt als vor⸗ wiegend günſtig zu bezeichnen, die Verſchuldung verurſacht keine Be⸗ ſorgniſſe, wenn ſie auch in der letzten Zeit etwas zugenommen hat, auch die Perſonalſchulden ſind nicht auf⸗ fallend, die Rentabilität zeigt bei den 3 Beiſpielen eine Grundrente von ca. 1 pCt.(bei dem größeren Gute) bis nahezu 3 ½ pCt. Wenn noch nicht alles ſo günſtig iſt, wie es ſein könnte, ſo liegt es namentlich an der ungenügenden Anwendung von Kunſtdünger und Kraftfutter und an der ſchlechten Düngung und Behand⸗ lung der Wieſen.
Die Geſammtlage iſt nicht als ungünſtig zu bezeichnen, wenn auch vieles beſſer ſein könnte, weil die Zer⸗ ſtückelung der Grundſtücke, vor allem aber die weit über die Ertragsfähig⸗ keit hinausgehenden Bodenpreiſe die Rentabilitätsverhältniſſe ungünſtig beeinfluſſen; ferner erſcheinen die Steuern und Umlagen bei der ge⸗ ringen Fruchtbarkeit der Ländereien ſehr hoch. Außerdem findet auch noch eine ſtarke Verſchwendung in Ge⸗ ſpann⸗ und Handarbeit ſtatt, wäh⸗ rend zugleich das Gebäudekapital im Verhältniß zum Grundkapital ſehr hoch iſt, wie ſich das aus den ſtädtiſchen Verhältniſſen des Ortes erklärt.
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