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die künſtlichen Düngemittel und die relativ ſo überaus billigen Kraftfuttermittel, durch die Ausbildung des Verkehrsweſens und des Handels, ſowie der geſammten öffent⸗ lichen Einrichtungen, insbeſondere auch des Genoſſenſchaftsweſens und durch die mit alle Dem gegebene Möglichkeit, die individuelle Arbeitskraft höher als früher auszu⸗ beuten,— wenn man weiter erwägt, wie die Wiſſenſchaft und die Geſchicklichkeit der Menſchen immer mehr zunimmt, ſo kann man ſich des Gedankens unmöglich erwehren, daß es der Landwirthſchaft heute in erſter Linie noch an der vollen Ausnutzung aller der Vortheile gebricht, die ihr durch die fortſchreitende Entwickelung des wirthſchaft⸗ lichen Lebens an die Hand gegeben ſind, und die landwirthſchaftliche Enquète in Heſſen ſcheint dies nach Allem was bisher hier erörtert worden iſt, vollauf zu beſtätigen.— Freilich wird es dem Landwirth heute noch ſehr ſchwer, den Anforderungen der mit Dampfgeſchwindigkeit vorgeſchrittenen Zeit zu folgen, von welcher er überraſcht wurde, nachdem er ſich gewöhnt hatte, die Landwirthſchaft in der von ſeinen Vätern herge⸗ brachten handwerksmäßigen Weiſe zu betreiben, und deshalb iſt es Pflicht aller öffent⸗ lichen Kräfte, mit ihren Organen dem Landwirth zu Hilfe zu eilen in ſeiner Be⸗ drängniß, in die er durch die plötzlich entſtandene Nothwendigkeit, viele und ſehr ſchwie⸗ rige Aufgaben zu erfüllen, gerathen iſt, und alle Beſtrebungen, die ſich mit dem Wohl der Landwirthſchaft beſchäftigen, werden ſich immer in dem Ausdruck zuſammenfaſſen laſſen:„Mehr Licht!“
Es war gewiſſermaßen eine geſchichtliche Nothwendigkeit, daß die heutige Kriſis über die Landwirthſchaft hereinbrach und daß ſich an dieſelbe alle die Ausſchreitungen hefteten, welche in der Vertretung und Förderung der landwirthſchaftlichen Sonder⸗ intereſſen im Gegenſatz zur Beobachtung des Gemeinwohles zu Tage getreten ſind; denn nur hierdurch war es wohl möglich, in allen Kreiſen der gegenwärtigen Bevöl⸗ kerung der Erkenntniß Bahn zu brechen, daß das Gedeihen der Landwirthſchaft mehr noch vielleicht wie das irgend welches anderen menſchlichen Beſchäftigungszweiges ab⸗ hängig iſt von der Vermehrung der Bildung. Wenn die landwirthſchaftliche Enquète in Heſſen zur Klärung der Anſichten in dieſem Sinne einen bemerkbaren Beitrag leiſtet, ſo wird ſie gewiß nicht als vergeblich angeſehen werden können.
X. Schlußbetrachtungen.
Durch die Frage X iſt, wie in der Einleitung bereits ausgeführt wurde, den für die Erhebungsgemeinden gebildeten Commiſſionen Gelegenheit gegeben worden, den Bericht der Commiſſäre zu beurtheilen und die Mittel vorzuſchlagen, welche eine Beſſerung der landwirthſchaftlichen Zuſtände herbeizuführen geeignet erſcheinen. Das Ergebniß der Berathung der bezüglichen Commiſſionen iſt in den beiden nachſtehenden Ueberſichten I und II im Anſchluß an den Wortlaut der Berichte zuſammengeſtellt und iſt in der Ueberſicht I zugleich zur beſſeren Orientirung der typiſche Character der einzelnen Erhebungsgemeinden kurz angedeutet.


