— 69—
ſo doch immerhin einen nicht zu unterſchätzenden Einfluß ausüben, wie die Tabelle 3 zeigt, möge hier noch erwähnt ſein, daß in dem Verbrauche von Getreide und Kar⸗ toffeln eine weiſe Sparſamkeit doch ſehr häufig zu fehlen ſcheint, wogegen im Ver⸗ brauch von Milch im Intereſſe einer rationellen und billigen Ernährung faſt überall eine mehr oder weniger bedeutende Steigerung erwünſcht erſcheint;— der ökonomiſche Werth der Milch als Nahrungsmittel iſt in der ländlichen Bevölkerung(freilich auch in der ſtädtiſchen) leider immer noch nicht zur verdienten Anerkennung gelangt.
Die Productionskoſten, die ſich pro Hectar ergeben, ſind nicht beſonders berechnet und für die Tabelle zuſammengeſtellt worden, einestheils weil ſie zu ſehr wechſeln, ohne daß dieſer Wechſel eine befriedigende Erklärung aus den in den anderen Co⸗ lumnen gegebenen Zahlen fände, anderntheils weil die Productionskoſten pro Hectar keinerlei Rückſchluß auf den finanziellen Erfolg der Wirthſchaft geſtatten, vielmehr nur zu falſchen Interpretationen über den Inhalt der Berechnungen Veranlaſſung geben. Es kommt, wie ſchon oben angedeutet wurde, in der Landwirthſchaft nicht darauf an, wie hoch die Productionskoſten pro Hectar ſind, ſondern es kommt nur darauf an, wie viel Productionskoſten die Gewichtseinheit eines Productes erforderte. — Für die Rentabilität der Landwirthſchaft ſind alſo wie für jedes andere Gewerbe nur die relativen Productionskoſten maßgebend. Abſolut, d. h. auf die Fläche be⸗ rechnet, müſſen in jedem wirthſchaftlich vorwärts ſchreitenden Lande die landwirth⸗ ſchaftlichen Productionskoſten zunehmen, weil die Ausnutzungsfähigkeit des Bodens, alſo das Grundkapital, im Verhältniß zu allen andern Kapitalien in der Regel, ſo⸗ fern keine Kriſen ſtörend mitwirken, fortgeſetzt im Werthe ſteigt, daher mehr Zinſen erfordert, wogegen ganz beſonders das Geld im Werthe fällt, weil ferner die öffent⸗ lichen Einrichtungen immer vollkommener und umfangreicher, damit natürlich aber auch immer koſtſpieliger werden, und weil endlich der Werth der menſchlichen Arbeits⸗ kraft ſtetig größer wird. Relativ, d. h. auf Menge und Werth der Production be⸗ rechnet, müſſen in jedem wirthſchaftlich vorwärtsſchreitenden Lande die Productions⸗ koſten abnehmen, vorausgeſetzt, daß die Landwirthe an dem wirthſchaftlichen Vorwärts⸗ ſchreiten entſprechend Theil nehmen, weil die Productionsmittel(Betriebskapitalien) nicht nur immer vollkommener und mannichfaltiger, ſondern auch relativ immer billiger werden und damit die intellektuellen Kräfte des Landwirths in der Quantität und in der Qualität der Producte einen wachſenden Ausdruck gewinnen können. Mit den Productionskoſten pro Hectar läßt ſich alſo gar nichts anfangen, wenn man ſich mit Erörterungen über die Rentabilität in der Landwirthſchaft beſchäftigen will. Im großen Ganzen wechſeln bei den in der Enquète angeſtellten Berechnungen die Pro⸗ ductionskoſten pro Hectar zwiſchen 200 und 400 Mark; indeß ſind zwiſchen einzelnen Gemeinden bezw. Gütern auch noch größere Unterſchiede bemerkbar, wie dies ſehr er⸗ klärlich iſt, wenn man bedenkt, daß die Productionskoſten pro Hectar unter Umſtänden bis 1000 Mark und auch noch höher ſteigen können, während ſie andererſeits auch wieder, bei natürlicher Weide z. B., bis auf 50 Mark zurückgehen. Daß die außer⸗ ordentlich geringen Getreideernten, wie wir ſie in Tabelle 1 in mehreren Fällen finden, z. B. in Nieder⸗Moos, wo 4 Centner Körner und 6 Centner Stroh und in
Produc⸗ tionskoſten im Allge⸗
meinen und
Produc⸗ tionskoſten
des
Stallmiſtes.


