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Schuld tragen mag, ſo wird doch kaum verkannt werden können, daß die Urſache dafür auch weſentlich mit in dem ganz beſonderen Charakter zu ſuchen iſt, der allen land⸗ wirthſchaftlichen Berechnungen eigen iſt, um ſo mehr, je mehr ſie in den Bereich der Speculationen treten. Die Productionskoſten wechſeln in der Landwirthſchaft ebenſo un⸗ geheuer als wie die Erträge, die Anfechtbarkeit der bei den Berechnungen figurirenden Zahlen liegt in den weiteſten Grenzen und kein anderes Gewerbe zeigt in dieſen Beziehungen ſo große Mannigfaltigkeit. Aus dieſem Grunde ſchon werden alle Enquéten über die Landwirthſchaft keine Erfolge haben, die nicht angefochten werden könnten. Es kommt auch nicht darauf an, welche Productionskoſten ſich pro Hectar berechnen und welche Koſten irgend ein Landwirth für die Herſtellung der Gewichtseinheit eines ſeiner Producte aufgewendet hat; ſondern es kommt darauf an, wie hoch ſich die Productions⸗ koſten im Verhältniß zum Werthe der Production ſtellen und welche Koſten durchaus nothwendig ſind, um die Gewichtseinheit eines Productes hervorzubringen. In allen dieſen Beziehungen kann man mit landwirthſchaftlichen Berechnungen, wenn man dabei zu ſpeculiren genöthigt iſt, alles beweiſen, was man gerade wünſcht.— Zu überſehen iſt weiter bei den vorliegenden Berechnungen nicht, daß aus denſelben nirgends hervor⸗ geht, inwieweit das Bodenkapital aufgezehrt oder vielleicht bereichert wurde(ganz abgeſehen von dem noch viel weniger controlirbaren Betriebskapital), was doch von großer Bedeutung für den Erfolg der Wirthſchaft iſt, was aber bei der Natur der Erhebungen die in einer landwirthſchaftlichen Enquéte zu machen ſind, wohl kaum ausführbar ſein dürfte.
Tabelle 2. Immerhin wird eine ſachkundige Kritik im Stande ſein, aus den vorliegenden Berechnungen der Tabelle 2 manchen nützlichen Fingerzeig zu entnehmen, und ſoll es hier verſucht ſein, einestheils die Bedeutung einzelner Reſultate für die allgemeine Volkswirthſchaft anzudeuten, anderntheils die Urſachen im Allgemeinen zu erörtern, auf welche die vielfach wenig befriedigenden Rentabilitätsverhältniſſe nach den Er⸗ hebungsberichten zurückzuführen ſind.
Sauße S Die Columnen 3 und 4 der Tabelle 2 führen die Größe der zu den Rentabilitäts⸗
der neden berechnungen benutzten Güter und ihren ſogenannten mittleren Kaufwerth vor Augen und
Berech⸗ man findet hier in anſchaulicher Weiſe wiederholt, wie groß die Unterſchiede in dem ſoge⸗
unaren nannten mittleren Kaufwerth der Güter in den verſchiedenen Gemeinden ſind, während
Güter. die Tabelle 1 nachweiſt, daß die Unterſchiede in den Erträgen der Feldproducte damit in keinem irgendwie begreiflichen Verhältniß ſtehen. Das mittlere Gut in Meſſel mit einem Umfang von ſtark 6 Hectar ſoll einen mittleren Kaufwerth von 12,850 Mark haben und für das ungefähr ebenſo große mittlere Gut in Burkhards ſind 2323 Mark mittlerer Kaufwerth eingeſetzt, wogegen die Erträge an Feldproducten im Durchſchnitt in Meſſel noch kaum um 25 pCt. höher ſind, wenn auch freilich die Productionskoſten in Burkhards die in Meſſel überſteigen mögen. Die Ueberſchätzung des Bodenwerthes tritt offen zu Tage, zum Theil noch mehr beim Vergleich anderer Güter, z. B. der in Zornheim und in Ober⸗Moſſau oder Beuern bezw. Nieder⸗Eſch⸗ bach und Nieder⸗Moos u. ſ. w. Wenn auch bei den Gütern mit relativ geringem Kaufwerth eben ſo gut Deficits in der Grundrente vorkommen und ſogar noch häufiger


